Ein Gangster mit besonderen Vorzügen

betr.: 53. Todestag von Edward G. Robinson

Nach der Rückkehr von einer „Bildungsreise“ nach Europa findet Gangsterboss John Sarto seinen Stuhl von einem Nachfolger besetzt. Er kann sich zur Wehr setzen, überlässt das Feld aber zuletzt seiner ehemaligen Braut und deren texanischem Verehrer, um zu den blumenzüchtenden Mönchen zurückzukehren, die ihn nach einer Schussverletzung gepflegt hatten.  
„Brother Orchid“ ist eine amüsante Parodie auf den amerikanischen Gangsterfilm mit den Stammschauspielern des Genres, der nicht zu „The Amazing Dr. Clitterhouse“* hinaufkommt, einem ähnlich konzipierten Film zwei Jahre zuvor.

Dass „Orchid, der Gangsterbruder“ seine deutsche Erstaufführung 1979 (als frisch synchronisierter ZDF-Programmpunkt) an E. G. Robinsons Todestag und dem des Super-Gangsters Lucky Luciano (1962) erlebte, war vermutlich Zufall. Mir war nicht bewusst, dass Robinson mit dieser Parodie Abschied von seinem angestammten Rollenfach als Big Boss der Unterwelt genommen hat, denn seine Karriere setzte sich glanzvoll fort, auch im deutschen Fernsehen. Dass wir hingegen Humphrey Bogart in seiner Funktion als Charge, die von Stars wie Robinson / Muni / Raft beseitigt wird, nicht wiedersehen würden, ist Geschichte: schon im folgenden Jahr wurde er selbst zum Star und fast gleichzeitig auch zur Kultfigur.

Robinson hat sich an seinen Ruhm als „Little Ceasar“ (als „Der kleine Cäsar“ ab 1970 deutsch und im Fernsehen) und die dadurch ausgelöste Periode des Gangsterfilm-Genres, auch später gern erinnert, etwa in einer kurzen Selbstparodie zu Beginn von „Robin And The Seven Hoods“ („Sieben gegen Chicago“, 1964).
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* Siehe https://blog.montyarnold.com/2019/11/29/das-doppelleben-des-dr-clitterhouse/

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