Des Hallodris zweite Ehe

betr.: 118. Geburtstag von Rex Harrison

Rex Harrison war ungeheuer vielseitig, doch man tut ihm nicht unrecht, wenn man ihn als Charakterkomödianten bezeichnet. Selbst in seiner größten Filmrolle, die er auch auf der Bühne gespielt hat – dem misogynen Sprecherzieher Professor Higgins in „My Fair Lady“ –, wirkt er kultiviert und elegant: ein Mann, der sich zu benehmen weiß, wenn er unbedingt muss. Im persönlichen Umgang wurde er eher als ein Flegel beschrieben.

1943 heiratete Harrison seine zweite Frau, seine deutsche Kollegin Lilli Palmer, die nach der Flucht aus ihrer nationalsozialistischen Heimat in England bereits erste Kinoerfolge hatte feiern können. 1954 zogen sie gemeinsam nach Hollywood.
Als der Frauenschwarm Harrison seine Affäre mit der Schauspielerin Carole Landis beendete, brachte die sich 1948 mit Schlaftabletten um. Es waren Angriffe wie die, die „Sexy Rexy“ daraufhin in der Klatschpresse zu erleiden hatte, die ihn zum Umzug nach New York bewegten. Am Broadway räumten er und Palmer gemeinsam mit Stücken wie „Bell, Book And Candle“ ab. „The Fourposter“ („Das Himmelbett“) wurde mit ihnen verfilmt und lässt uns das Zusammenspiel des Paares heute noch nachvollziehen. Als Lilli Palmer für ihre Leistung in dieser Produktion 1953 auf der Biennale in Venedig ausgezeichnet wurde, war ihre Ehe bereits gescheitert, und sie kehrte bald darauf nach Deutschland zurück.

Harrison hatte seine Ex-Frau für Lilli Palmer verlassen, eine Jüngere. Als sie nun ihrerseits an der Reihe war, aus demselben Grund ausgewechselt zu werden, wusste sie schon bescheid, wie sie später gern erzählte.
Beider Karrieren setzten sich glanzvoll fort. Lilli Palmer drehte weiterhin in aller Welt und spielte zuletzt viel im Fernsehen. Ihr Auftritt als Iduna in der Operette „Feuerwerk“, wo sie 1954 „O mein Papa“ sag, dürfte ihr in der Heimat wichtigster Auftritt sein. Rex Harrison blieb der Bühne stets verbunden, obwohl er ein internationaler Filmstar war. Professor Higgins spielte er noch bis in die 80er Jahre.

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