Commandora auf der Brücke!

betr.: 7. Todestag von Majel Barrett-Roddenberry

Dass „Raumschiff Enterprise“ ein Füllhorn kluger Voraussichten in unsere heutige Gegenwart bereithielt, hat sich ja inzwischen herumgesprochen. Aber jenseits von Handies, Lesen am Bildschirm, internationalen Raum-Mannschaften und Beamen (… na, ich hoffe, das kommt bald) gibt es eine Sache, die wir beinahe vergessen hätten.
Majel Barrett wäre um ein Haar die erste stellvertretende Kommandantin eines Raumschiffes der Föderation der Vereinigten Planeten gewesen. Das war eine herrliche Idee, sehr fortschrittlich und Teil jenes positiven Bildes von der Zukunft, für das das Format damals so gefeiert wurde – nach einer Vielzahl vorwiegend finsterer Visionen in Film und Literatur.

Majel Barrett war 1. Offizier der Enterprise unter Captain Christopher Pike. Das war 1964 (sogar noch vor Einführung der Sternzeit im amerikanischen Fernsehen). Der einstündige Film hieß „The Cage“. Mr. Spock diente noch als reguläres Besatzungsmitglied und durfte als solches sogar hin und wieder lächeln.
„The Cage“ war großartig – also gut genug, dass „Star Trek“ in Serie gehen durfte. Der Sender wünschte sich aber einen weiteren, weniger tragischen Pilotfilm. Und er war der Meinung, eine Frau als „Number One“, das sei doch zu durchgeknallt, selbst für ein SF-Abenteuer.
So wurde ein Außerirdischer Erster Offizier – das war weitaus realistischer. (Wer „Mad Men“ gesehen hat, der weiß, dass das für damalige Verhältnisse sogar stimmte.)
Majel Barrett wurde nun – mit verändertem Look – Krankenschwester Chapel, eine weitaus kleinere Rolle. Aber sie heiratete Gene Roddenberry, den Erfinder der Serie.
Der hat seine feministische Ader nicht völlig verloren: etwa hundert Jahre später, im 24. Jahrhundert, bescherte er der Welt Commander Janeway … wird er sie ihr bescheren … wie auch immer.

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