Kultfim Azubis: Mitgeschnackt

Bei uns im Norden spricht man von Mitschnackern, wenn es um Leute geht, die andere zu etwas überreden, was denen von Anfang an reichlich beknackt vorkommt – und hinterher erst recht. Ein populärer lustiger und ein vergessener tragischer füllen den heutigen Podcast:

https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/ferris-macht-blau-toedliche-entscheidung

A) Ferris macht blau / Ferris Bueller’s Day Off
Highschool-Komödie von 1986

Ferris ist der Liebling seiner Mitschüler und ein Meister im Vortäuschen von Krankheiten, um nicht zum Unterricht erscheinen zu müssen. In seinem letzten Jahr an der High School will er das Jubiläum von zehn erfolgreichen Schulschwänzungen vollmachen. Er überredet seinen Freund Cameron – einen braven, ehrlichen Hypochonder – zu einer Spritztour mit Vaters Ferrari durch das sommerliche Chicago. Auch seine Freundin Sloan kommt mit. Doch Schulleiter Rooney will seinen schlimmsten Feind diesmal nicht davonkommen lassen.

Der Autor, Regisseur und Produzent John Hughes, der hier schon mit „The Breakfast Club“ und „Kevin – Allein zu Haus“ zu Gast war, erschafft eine boshafte Sozialsatire, die zugleich als federleichte Teenie-Klamotte funktioniert. Trotz seines aufmüpfigen Ansatzes hatte der Film sogar bei Kritik und „Deutscher Medienbewertung“ Erfolg, tat viel für seinen Hauptdarsteller Matthew Broderick und dessen deutsche Stimme Santiago Ziesmer und nistete sich in den nächsten Jahren auf sämtlichen Heimvideo-Formaten ein, die da kamen und gingen.

B) Tödliche Entscheidung / Before The Devil Knows You’re Dead
Amerikanisches Thrillerdrama von 2008

Der frustrierte Businessman Andy überredet seinen Bruder Hank zu einem Überfall auf das elterliche Juweliergeschäft – das beide gut kennen und bei dem natürlich niemand zu Schaden kommen soll, da ja die Versicherung zahlen wird. Selbstverständlich läuft das alles nicht so glatt wie gedacht, und eine verheerende Kettenreaktion nimmt ihren Lauf …

Sidney Lumet – der Hollywood-Regisseur, der sein New York nie verlassen hat – begann bei der jiddischen Theatergruppe und beim „Group Theatre“, gelangte über das dramatische Live-Fernsehen zum Film und startete dort gleich mit einem Hit, der zum Klassiker wurde: „Die 12 Geschworenen“. Als er 51 Jahre später in seinem letzten Film Ethan Hawke und Philip Seymour Hoffman als tragisches Brüderpaar inszenierte, lagen unzählige Erfolge hinter ihm, alle mit Haltung, aber ohne simple Botschaft. Heute ist Sidney Lumet der am übelsten unterschätzte der großen amerikanischen Regisseure seiner Generation.

Nächste Woche: Rififi und Ein Offizier und Gentleman

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