Jo-Jo-Effekt im Tierreich

betr.: 100. Jahrestag der Uraufführung des Films „Die Biene Maja und ihre Abenteuer“ nach dem gleichnamigen Buch von Waldemar Bonsels im Berliner Capitol-Theater

Als „Die Biene Maja“ ihren Jungfernflug über den Bildschirm und in unsere Kinderzimmer machte, hatte ich zum ersten Mal das erhabene Gefühl, „das Buch zum Film“ schon gelesen zu haben. Aber stimmte das überhaupt? Was ich gelesen hatte, war eine als Sammelbildchen-Klebealbum daherkommende Adaption, von der ich heute annehme, sie müsste zusammengestrichen worden sein – so wurde das mit fast allen sogenannten „Jugendbuch-Klassikern“ gemacht, wie ich nach und nach erfuhr.
Schon der Blick aufs Titelbild meiner Ausgabe verrät: die Heldin war ursprünglich nicht so mollig wie in der Zeichentrick-Version der 70er, hat aber im Zuge ihrer 3D-Neuauflage ihre Wespentaille zurückerhalten. Zu solchen Bodyshaming-Aspekten fiel dem Autor vor hundert Jahren freilich noch nichts ein. Heute werden sogar frei erfundene Insekten in unseren Geschlechterdiskurs hineingezogen.
Apropos Taille: im Buch wie auch in der alten Serie kommen Wespen gar nicht vor, es ist ausschließlich von Hornissen die Rede.

Dieser Beitrag wurde unter Fernsehen, Literatur, Monty Arnold - Biographisches abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert