Kultfilm Azubis: Underdogs mit Publikum

Rocky, das ultimative Sportlerdrama, wird 50 – und da fangen die Rätsel und Irrtümer schon an? Ist Rocky eigentlich ein Sportlerfilm, oder nur einer, dessen Held eben Sportler ist? Der Sache wird sich im heutigen Podcast auf den Grund gehen lassen.

Rocky
Amerikanisches Sozialdrama von 1976

Rocky Balboa, armer Sohn italienischer Einwanderer, schlägt sich in Philadelphia als Schuldeneintreiber durch und betätigt sich als Boxer. Dass er sein Training ohne rechte Ambition betreibt, erregt den Unmut seines alten Trainers Mickey, der in ihm ein Talent erblickt. Auch Rockys Annäherungsversuche an die Zoohändlerin Adrian kommen nicht recht vom Fleck. Doch dann wählt ihn der Schwergewichtsweltmeister Apollo Creed als Gegner für einen Showkampf Kampf aus, und es wird alles anders …

Was diesen Film, der mehr ein Liebesfilm als ein Sportfilm ist, so besonders macht, ist, dass er auch den Aufstieg seines Autors und Hauptdarstellers Silvester Stallone zum Hollywood-Star miterzählt. Das 900.000-Dollar-Projekt hat längst die Schallmauer von einer Milliarde Dollar Einnahmen durchbrochen, zog 10 Oscar-Nominierungen bei drei Auszeichnungen und 8 weitere Filme nach sich. Dass Stallone mit „Rambo“ noch einen weiteren Kult-Charakter erschuf, vermochte Rockys Beliebtheit nicht zu schmälern.   

Während Silvester Stallone seinen Rocky schon beim ersten Auftritt zum Star aufsteigen ließ, blieb ein anderer großer Underdog des Kinos bis zuletzt ein armes Kerlchen – wenn er es in 25 Jahren auf der Leinwand auch immerhin vom Landstreicher zum Stadtstreicher und schließlich sogar zum Friseur brachte. In unserem heutigen Geheimtipp ist in seinem Leben noch einmal alles beim Alten. 

Der Zirkus / The Circus
Amerikanische Stummfilmkomödie von 1927

Als der Landstreicher Charlie auf der Flucht vor der Polizei eine Zirkusvorstellung stört, rettet er so die bis dahin müde Show. Der Zirkusdirektor engagiert ihn, ohne ihm den wahren Wert seiner Leistung zu verraten und lässt ihn niedere Arbeiten verrichten. Charlie willigt ein, weil er sich insgeheim nach einer Gemeinschaft sehnt und auch, weil er sich in die Tochter des Direktors verliebt hat. Wie sich jedoch zeigt, sind beide Wünsche schwerer zu erfüllen als erhofft.

Dieser Film zeigt uns Chaplins unsterblichen Tramp ein letztes Mal in seiner Urform, ehe das Heraufdämmern des Tonfilms diese Figur verändern und schließlich verschwinden lassen sollte. Wie der unterschätzte Tonfilm „Monsieur Verdoux“ gilt auch „The Circus“ als Nebenwerk im Klassiker-Kanon des großen Selbstdarstellers und Filmemachers Charles Chaplin.

Nächste Woche: Ronald M. Hahn, Mitautor des Buches „Kultfilme“, der literarischen Vorlage unserer ersten Staffel und damit unseres Podcasts, hat in einem kurzen Schriftwechsel angedeutet, es gäbe da einen Film der letzten Jahre, der nach seiner Einschätzung ein Kultfilm gewesen wäre – wenn wir nicht längst in ganz anderen Zeiten leben würden: „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“. Grund genug, diesen Film in Augenschein zu nehmen. Ich spreche mit Volker Robrahn auch darüber, wie wichtig dieser Comic für das Blockbuster–Kino generell gewesen ist.

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