Kultfilm Azubis: Strange New Worlds

Ronald M. Hahn, Mitautor des Buches „Kultfilme“, der literarischen Vorlage unserer ersten Staffel und damit dieses Podcasts, hat in einem kurzen Schriftwechsel angedeutet, es gäbe da einen recht neuen Film, der nach seiner Einschätzung das Zeug zum Kultfilm alter Definition gehabt hätte, wäre er nicht so spät herausgekommen – und gefloppt: „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“. Das ist für mich Grund genug, ihn heute in Augenschein zu nehmen. Ich tue das besonders gern, weil seine Vorlage, ein jugendfreier Comic für Erwachsene, für das Blockbuster–Kino sehr wichtig gewesen ist. Darüber spreche mit einem Fachmann für solche Synergien, der in diesem Podcast kein Unbekannter ist und mit dem ich schon einmal über „Valerian“ nachdachte, als wir bei Hella von Sinnen imComic-Talk  zusammensaßen: Volker Robrahn. Danach beschäftigt uns ein noch durchgeknallterer Film, der seine Ursprünge in der Welt des Kinderbuchs hat.

https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/valerian-die-stadt-der-tausend-planeten-the-5-000-fingers-of-dr-t

Valerian – Die Stadt der tausend Planeten / Valerian and the City of a Thousand Planets

Französisches Science-Fiction-Abenteuer von 2017

Im 28. Jahrhundert hat der junge Major Valerian Visionen vom Planeten Mül und erhält Signale von dort, obwohl diese paradiesische Welt längst untergegangen ist. Bald darauf werden er und seine Partnerin Laureline beauftragt, das letzte Exemplar einer Lebensform dieser Welt herbeizuschaffen, ein wundertätiges kleines Wesen. Es spielt auch in der diplomatischen Mission eine Rolle, auf die sie anschließend geschickt werden. Doch unmittelbar, bevor einen Fünf-Sterne-General eskortieren können, wird er entführt. Bei dem Versuch, ihn zu befreien, kommen Valerian und Laureline einer Verschwörung auf die Spur und werden in die angebliche Todeszone von Alpha verschlagen. Die entpuppt sich als geheime Schutzzone der Pearls, der Überlebenden von Mül.

Erst ein halbes Jahrhundert nach der Comic-Reihe „Valerian und Veronique“ kam Luc Bessons Verfilmung auf die Leinwand. Zu diesem Zeitpunkt hatten die berauschenden Bilder, Welten und Charaktere von Pierre Christin und Jean-Claude Mézières längst andere Filmemacher groß und reich gemacht. Als „teuerster europäischer Film aller Zeiten“ musste „Valerian“ beinahe zwangsläufig floppen. Zu einer Serie kam es nicht.

The 5,000 Fingers Of Dr. T
Amerikanisches Filmmusical von 1953, keine deutsche Fassung

Der kleine Bart wird von seiner ansonsten recht netten, alleinerziehenden Mutter zum Klavierunterricht gezwungen. So liefert sie ihn dem sadistischen Musikerzieher Dr. Terwilliker aus, der zwei Dinge aus tiefster Seele hasst: kleine Jungs und jedes andere Musikinstrument außer dem Klavier. Er bewirtschaftet ein Spukschloss, wo er eine gewaltige Tastatur aufgebaut hat. Hierhin entführt er Bart, um ihn mit 499 anderen armen Buben sein 5000-Finger-Konzert aufzuführen. Barts letzte Hoffnung ruht auf dem netten Schlossermeister Mr. Zabladowski, doch der will eigentlich nur seine Klempner-Arbeit machen …

Trotz eines berechtigten Musik-Oscars und seines berühmten Produzenten Stanley Kramer ist dieses amüsante Grusical nicht einmal Fachleuten mehr ein Begriff – immerhin einigen Künstlern. Jim Henson hat aus der Szene im Non-Piano-Players-Dungeon viel für seine „Muppet Show“ herausgeholt, der Stil von Terry Gilliam ist erkennbar inspiriert von diesem Original-Filmprojekt des in den USA bedeutenden Kinderbuch-Anarchisten Theodore Geisel alias Dr. Seuss. „Die Simpsons“ ehrten Dr. T., indem sie einen ihrer Bösewichte nach ihm benannten: Bob Terwilliker alias Tingeltangel-Bob. Der Soundtrack und die bemerkenswerten Songs stammen von der Kabarett-Legende Friedrich Hollaender, der bald darauf aus seinem Exil in die deutsche Heimat zurückkehrte.

Nächste Woche: Die Vögel und Spiegelbild im goldenen Auge

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