Der Song des Tages: „Jalousie“

betr.: 214. Jahrestag der Patentierung der Jalousie

Der bei Nicht-Tangotänzern berühmteste aller Tangos ist unzweifelhaft „Jalousie“ („Eifersucht“). Tango-Puristen kann diese Popularität aus verschiedenen Gründen nicht gefallen. Zunächst einmal handelt es sich um einen europäischen Tango – er stammt vom dänischen One-Hit-Wonder Jacob Gade. Außerdem ist er wegen seines unregelmäßigen, nicht durchgehenden Habanera-Rhythmus nicht sehr gut tanzbar und fällt außerdem wegen des sinfonischen Charakters und der extremen Dynamik unangenehm auf. Zähneknirschend wird er dennoch auf den meisten Milonga-Veranstaltungen gespielt, weil sein Fehlen wiederum dem breiten Publikum unangenehm auffiele.
Populär machte „Jalousie“ zunächst, dass er ins musikalische Begleitprogramm des längst Stummfilms „Der Mann mit der Peitsche“ (1925) aufgenommen wurde, in dem der damals überaus populäre Draufgänger Douglas Fairbanks jr. als Zorro auftrat.
Seither ist „Jalousie“ in unzähligen weiteren Filmen aufgetaucht, in den meisten davon als bereits eingeführter Evergreen. Von den noch unzähligeren Aufnahmen, die davon hergestellt wurden – vokal und instrumental -, eine auszuwählen, ist eine überaus undankbare Aufgabe. Ich opfere mich und nenne die Version des Sängers Frankie Laine (1951), dessen leidenschaftlich-kraftaufwändige Atemtechnik sehr gut zu jenem Tanzstil passt, dem der Titel zugeordnet wurde. Bei aller Emotion klingt Laine immer heiter und optimistisch. Und das bekommt „Jalousie“ ganz ausgezeichnet.

Dieser Beitrag wurde unter Musik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert