Notes On A Podcast: Wer war noch gleich Ned Beatty?

In unserem Gespräch über „Network“ (1976) stolperten Torben und ich über den einst sehr fleißigen Nebendarsteller Ned Beatty, dessen populärster Auftritt seine alberne Schurken-Hiwi-Darstellung in den klassischen „Superman“-Filmen gewesen ist. Beattys gedrungene, kleinwüchsige Statur prädestinierte ihn zu solchen Figuren, außerdem zu denen des moralischen Schwächlings im Hintergrund.

Ich denke bei seinem Namen vor allem an eine Handvoll Einsätze, die seine Möglichkeiten insgesamt gut abbilden, obwohl sie nicht repräsentativ sein mögen.
Für kurze Zeit wurde Ned Beatty wegen seines Parts in „Hear My Song“ (1991) von Peter Chelsom geradezu gefeiert. Vier Jahre später drehte Chelsom mit „Funny Bones“ quasi die Richtigstellung dieses ambitionierten, aber letztlich missglückten Kabinettstücks, in dem Beatty ungebührlich lange Vollplayback-Gesangsauftritte absolvieren muss – eine inzwischen vergessene Kuriosität.
Eine seiner bemerkenswertesten dramatischen Leistungen zeigt er im insgesamt fragwürdigen Remake der Serie „Alfred Hitchcock Presents“ (NBC 1985). Beatty übernahm die Hauptrolle als Handlungsreisender in der Provinz von John Fiedler in „Zwischenfall in einer Polizeistation“ („Incident In A Small Jail“). Diese Neufassung ist ausnahmsweise nicht nur besser als das Original, sie zählt zu den denkwürdigsten zusammenhängenden 25 Minuten im fiktionalen US-Fernsehen der 80er Jahre.
In den 160 Filmen und unzähligen Serien, die er in 57 Jahren als Schauspieler gedreht hat, dürfte Ned Beattys Darstellung des geheimnisvollen Medienmoguls Arthur Jensen in „Network“ tatsächlich das Meisterstück sein. Aus dem Monolog in seiner einzigen Szene holt er wirklich alles raus, was Paddy Chajefsky hineingelegt hat.

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