Immer wieder neu beginnen

betr.: 21. Todestag von Harald Juhnke

Der Schauspieler und Entertainer Harald Juhnke (der „deutsche Sinatra“, wie er nach einer Anregung durch ihn selbst bald allgemein genannt wurde) konnte auch deshalb so tief in seinem Alkoholismus versinken, weil ihn die beiden großen deutschen TV-Sender der damaligen Zeit ARD und ZDF immer weitermachen ließen: wurde er von einem Kanal geschasst, weil er im Suff wieder etwas angestellt hatte, konnte sich immer darauf verlassen, dass der jeweils andere ihn dankbar unter Vertrag nahm, denn Juhnke war verdammt gut in dem, was er machte.
Ein Kollege, der mit ihm zuletzt gemeinsam auf der Theaterbühne stand, erzählte mir, wie sich die Folgen des Alkoholkonsums bei den großen Kollegen in der Endphase auswirkten. Nach der Pause kam Juhnke auf die Bühne und begann wieder mit dem ersten Akt des Stücks.

Juhnke-Biograf Rüdiger Schaper weiß zu berichten: »Sinatra und Juhnke sind sich nie begegnet; nicht einmal ein Händedruck, ein Drink, woher auch? Im Juni 1993 gab der alte Mann aus Amerika noch einmal ein Konzert in der Berliner Deutschlandhalle. Wie ein „Stranger In The Night“, so die „Bild-Zeitung“, wartete Sinatras größter Fan am Bühneneingang, vergebens. Etwas näher ist er im Februar 1997 herangekommen, als er vom Cedars-Sinai-Hospital in Los Angeles ärztlichen Beistand erhielt. Es ist das Prominenten-Krankenhaus, zu dessen Patienten auch Frank Sinatra gehört.«
Ein herzloser Journalist wies im Zusammenhang mit dieser Einweisung darauf hin, wie man dort Juhnkes Namen vermutlich ausgesprochen hat: Junkie.

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