Reiches Mädchen trifft Mann aus dem Volke

Gegensätze ziehen sich an, aber was kommt danach? Von der tiefen Spalte zwischen den Milieus handeln die Filme unserer heutigen Präsentation. Die Mädels stehen in unserem heutigen Podcast gesellschaftlich weit über ihren Lovern, doch das macht es für beide nicht einfacher:

https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/bodyguard-du-lebst-noch-105-minuten

A) Bodyguard / The Bodyguard
Amerikanisches Liebesdrama von 1992

Der frühere Secret-Service-Agent Frank Farmer soll sich um die Schauspielerin und Sängerin Rachel Marron kümmern, die seit einiger Zeit Drohbriefe erhält. Der Diva  selbst erzählt man weder von den Briefen noch von Farmers neuer Rolle in ihrem flatterhaften Leben. Als er ihre Villa in eine Festung umbauen lässt und ihr ins Privatleben hineinredet, wehrt sie sich. Doch dass er sie „niemals aus den Augen lassen“ darf, führt beide bald in Versuchung …

„Bodyguard“ war ein gewaltiger Erfolg und blieb es nicht zuletzt wegen Whitney Houstons Song „I Will Always Love You“. In den 80er und 90er Jahren brachte das Drei-Oktaven-Stimmwunder weltweit mehr als 170 Millionen Tonträger unters Volk und gewann sechs Grammys. Was der Film am Thema Starruhm für die Teenager-Zielgruppe geglättet hat, rückte das Leben umso grausamer wieder zurecht. 2012 wird Houston tot in einer Badewanne des Beverly Hilton Hotel in Los Angeles aufgefunden. Da liegt ihre Blütezeit längst hinter ihr, außerdem alles, was sich für einen Rockstar gehört: Skandale, Drogen-Exzesse, Entziehungskuren, Comebacks und Comebackversuche.

B) Du lebst noch 105 Minuten / Sorry, Wrong Number
Amerikanischer Thriller von 1948

Die schwerreiche Leona Stevenson liegt im Bett und telefoniert. Sie macht sich Sorgen, wo ihr Mann bleibt, doch in seinem Büro ist immerzu besetzt. Durch einen Vermittlungsfehler belauscht sie das Telefonat zweier Männer, die sich offensichtlich für einen Mord verabreden. Entschlossen, ein gutes Werk zu tun, denn Mrs. Stevenson hält sich für einen außerordentlich guten Menschen, teilt sie ihr Erlebnis im folgenden Anruf einem Polizeibeamten mit. Sie wird in dieser Nacht noch viele Anrufe tätigen und erhalten – und in ihren Leben wird kein Stein auf dem anderen bleiben …

„Sorry, Wrong Number“ war in der Blütezeit des Radios ein erfolgreiches Hörspiel. Während die Originalbesetzung, die Schauspielerin Agnes Moorehead, auf boshafte Charaktere quasi festgelegt war, konnte die schöne, aber abgründige Barbara Stanwyck in Film die Ambivalenz ihrer Figur optimal herausarbeiten: das herrschsüchtige, vereinsamte Alpha-Weibchen, das in sich selbst den schlimmsten Feind gefunden hat. Neben einem illustren Ensemblespiel, das der junge Burt Lancaster anführt, hält der Film eine elegante Thriller-Atmosphäre, gruselige Anrufer, ein verfallenes Strandhaus im nächtlichen Staten Island und ein Finale breit, das die Konventionen Hollywoods missachtete.

Nächste Woche: Wer die Nachtigall stört und Capote

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