Kultfilm Azubis (13): Räuber und Gendarm

betr.: 13. Todestag von William Windom (morgen)

Die Ganoven sind kein bisschen schlimmer als die Bullen, die sie jagen. Das demonstrieren Ende der 60er Jahre die Filmhelden, die uns heute im Podcast beschäftigen werden: ein französischer Killer und ein amerikanischer Ermittler. Und beide sind verdammt einsam.
Dies ist ein Crossover mit dem Berliner Filmpodcast „Die Guten von gestern“ – wir sind zu Gast bei Andi Latuska und Dieter Laduris

A) Der eiskalte Engel / Le Samourai
Französischer Thriller von 1967

Killer Jeff Costello wird von der Sängerin Valerie dabei erwischt, wie er nach der Ermordung ihres Chefs, eines Nachtclub-Besitzers, vom Tatort flüchtet. Dennoch bestreitet sie der Polizei gegenüber, ihn gesehen zu haben. Der Kommissar glaubt ihr ebensowenig wie Jeffs unglücklicher Geliebter Jeanne, die ihm ein Alibi gibt. Als seine Auftraggeber ihren Vertrag brechen, begibt Jeff sich auf einen persönlichen Rachefeldzug – mit der gleichen kalten Präzision.

Jean-Pierre Melvilles stilsichere, einfühlsame Würdigung des fernöstlichen Kinos mit Anleihen beim Film Noir in komplett französischem Ambiente ist aus heutiger Sicht eine prophetische Tat. Über Jahrzehnte war „Le Samourai“ hierzulande der am meisten geschätzte Film mit Alain Delon und das gefühlte Hauptwerk des französischen Kriminalfilms. Der Kult verblasste erst, als Filmklassiker an sich bedeutungslos wurden.

Der Detektiv / The Detective
Amerikanischer Polizeifilm von 1968

Der New Yorker Ermittler Joe Leland (Frank Sinatra) soll den brutalen Mord am Spross einer wohlhabenden Familie aufklären, einflussreiche Leute, die die homosexuellen Neigungen ihres Sohnes diskret behandelt wissen wollen. Unbeeindruckt und unvoreingenommen nimmt Leland seine Nachforschungen auf, präsentiert in Rekordzeit einen Schuldigen und wird befördert. Bald darauf bringt ihn der Selbstmord eines Geschäftsmannes in Verlegenheit. Viel spricht dafür, dass Leland den Falschen auf den elektrischen Stuhl gebracht hat …

Der Komödienregisseur Gordon Douglas und der größte Entertainer des Abendlandes schufen gemeinsam ein mitleidsloses, grimmiges Drama, das die trostlose Situation der Homosexuellen am Ende der 60er Jahre parabelhaft einfängt, unmittelbar bevor die Schwulenbewegung mit den Stonewall-Unruhen in eine neue Phase treten sollte. In Nebenrollen glänzen Lee Remick, Lloyd Bochner und William Windom.

Zum Gespräch Film 2 erreichte uns über Steady dieser Hinweis von unserem Hörer Günter Rau-Kretschmer:
Zur aktuellen Doppelfolge sei gesagt, dass weiterführende Informationen zum Script und den Besitzrechten an Mr. Throps Buch im Netflix Special The Movies that made us Stirb Langsam genau beschrieben sind. Frank Sinatra hielt die Reche an der Verfilmung.

Nächste Woche: „E. T. – Der Außerirdische“ und Der unheimliche Besucher

Dieser Beitrag wurde unter Film, Gesellschaft, Musik, Podcast, Popkultur abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert