betr.: 4. Todestag von Jean-Claude Mézières (am 23.1.)
Der französische Comic-Klassiker „Valérian et Laureline“ von Autor Pierre Christin (auch als Linus) und Zeichner Jean-Claude Mézières wurde der deutschen Leserschaft in den 70er Jahren unter dem Titel „Valerian“ im „Zack“-Magazin und in der Taschenbuchversion „Zack parade“ vorgestellt. Aus Anlass des großformatigen Kinofilms „Valérian et la Cité des mille planètes“ von Luc Besson kamen auch die Comic-Alben 2017 noch einmal prachtvoll ediert auf den Markt (darunter auch die Buchvorlage des Films „Botschafter der Schatten“, Band 6). Doch der Film blieb bisher folgenlos, über seine Qualität wird sich noch gestritten. Da Ronald M. Hahn, der Pate meines Kultfilm-Podcasts, ihm aus dem Ruhestand heraus Kult-Qualitäten attestiert (aus heutiger Sicht würde er früher das Zeug dazu gehabt haben, ein Kultfilm zu sein …), wird er uns dortselbst sicher noch beschäftigen.
Die Comic-Alben sind ein helles Vergnügen und beinhalten restlos alle Ideen, die George Lucas nicht bei den Marvel-Comics geklaut hat. Dass Luc Besson bei seiner Verfilmung der Vorlage Jahrzehnte nach „Star Wars“ darauf achten musste, schlichten Gemütern nicht als dessen Plagiator zu erscheinen, ist ein Problem, das man ihm zugutehalten kann.
Mir persönlich gefielen die frühen 16seitigen Valerian-Abenteuer, die ich in den Taschenbüchern las, noch besser als die epischen. Es sind dichte, satirische Kammerspiele, die auf geringster Fläche sowohl mit ihrem buchstäblich unendlichen Schauplatz als auch mit der Fülle an Handlung, Gags und Konflikten optimal umgehen. (Es ist, als hätten die Künstler die Datenreduzierung auf der erzählerischen Ebene vorweggenommen.) Bis heute in Erinnerung geblieben sind mir die Miniaturen „Planet des Schreckens“ („Drôles des specimen“)* und „S.O.S. auf Tsirillitis“ („Tsirillitis, l’asteroide“).
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* Siehe https://blog.montyarnold.com/2017/05/05/die-schoensten-comics-die-ich-kenne-valerian-planet-des-schreckens/