Columbo in Babylon

betr.: 35. Todestag von Klaus Schwarzkopf

Obwohl Columbo hauptsächlich zwei deutsche Stimmen hat – Klaus Schwarzkopf und dessen Nachfolger Horst Sachtleben – kommt es uns beim zufälligen hineinschalten in die noch immer fröhlich gesendeten Wiederholungen so vor, als wären es ein Dutzend verschiedene Sprecher, die da am Werk sind. Ganz so schlimm ist aber nicht.

Die beiden TV-Movies „Mord nach Rezept“ (1968) und „Lösegeld für einen Toten“ (1971) wurden noch mit Uwe Friedrichsen in der Hauptrolle synchronisiert, da niemand davon ausging, dass „Columbo“ in Serie gehen würde. Beginnend mit der ersten regulären Serienfolge „Tödliche Trennung“ (1971, bei uns 1974) übernahm Klaus Schwarzkopf (der damals auch für den NDR als „Tatort“Kommissar Finke ermittelte) den Part. 1978 wurde die Serie eingestellt, und eine Fortsetzung war nicht abzusehen, obwohl sie sich viele wünschten.
Als Klaus Schwarzkopf 1991 starb, hatte er die ersten Folgen des 1989 wieder angelaufenen „Columbo“-Revivals noch übernehmen können. Für kurze Zeit wurde er von Claus Biederstaedt (deutsche Stimme von „Detektiv Rockford“ James Garner) vertreten, bevor der Auftrag von Hamburg nach München und damit glücklicherweise an Horst Sachtleben ging (den ich persönlich für den besten deutschen Columbo halte).
Sieht man von Friedrichsens kurzem Vorspiel ab, haben wir es also mit drei Stamm-Stimmen zu tun. Eine Folge geistert jedoch mit der Stimme von Hans Sievers durch die Rotation: „Tödliche Kriegsspiele“. Sie stammt aus einem Paket von fünf Folgen, die für den Videomarkt bearbeitet wurden, ehe feststand, dass RTL die neuen und alten Columbo-Folgen ins Programm nehmen wollte. So nahm man nur die Columbo-Takes dieser Fälle mit Klaus Schwarzkopf neu auf. Aus unerfindlichen Gründen läuft im Fernsehen inzwischen nur noch die Video-Version von „Tödliche Kriegsspiele“, die somit eine einzige ist, in der der Held eine von allen anderen Episoden abweichende Stimme hat, die von Hans Sievers.

Als ich für den Sender SuperRTL tätig war, wo „Columbo“ inzwischen erfolgreich wiederholt wurde, fragte ich dort nach, ob die Schwarzkopf-Fassung nicht doch noch greifbar wäre und sich wieder einfügen ließe. Doch keiner wusste etwas davon.
Ich habe damals einen Video-Mitschnitt der RTL-Version mit Klaus Schwarzkopf gemacht, doch diese VHS-Cassette ist eine der wenigen, die in meiner Sammlung verlorengegangen sind.

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