Der Song des Tages: „Life Is What You Make It“

betr.: 4. Todestag von Marvin Hamlisch

Der gefeierte Filmkomödiant Jack Lemmon schaffte mühelos den Schritt ins ernste Fach, als er dies wünschte (und wieder zurück). Darum dürften ihn viele Kollegen beneidet haben, die sich als Insassen einer Schublade fühlten, auch in anderen Bereichen der Kunst.
Als Regisseur beließ es Lemmon bei einem Versuch: er inszenierte seinen Lieblingskollegen Walter Matthau, den er älter geschminkt als Rentner auftreten ließ.
Die sentimentale Komödie „Kotch“ kam 1971 heraus. Als Filmkomponisten wählte Lemmon Marvin Hamlisch aus, der in den nächsten Jahren mächtig von sich reden machen würde: mit dem Streisand-Hit „The Way We Were“, mit dem Adaptions-Oscar für „Der Clou“, dem rekordebrechenden Musical „A Chorus Line“, mit dem ersten Bond-Soundtrack, der eine Oscar-Nominierung bekam, „The Spy Who Loved Me“.

Im Jahre 1971 war Marvin Hamlisch noch der Hauskomponist von Woody Allen, der bald dazu übergehen sollte, seine Filmmusik aus alten Schallplatten zusammenzustellen.
Für „Kotch“ komponierte er eine Parodie. Der Titelsong des Films, „Life Is What You Make It“, ist reinster Henry Mancini – kompositorisch, mit einem täuschend echten Mancini-Chorgesang und mit einem Solo-Klavierspiel, das verblüffend nach Mancini klingt. Auch der Text ist reiner Mancini – er stammt von Johnny Mercer, dem Texter zahlreicher von dessen Songs.

Auf seinem im Folgejahr erschienenen Album „Big Screen – Little Screen“ läßt Mancini diesen Titel von seinem Chor nachsingen, aber echter als Original kriegt auch er seinen Sound nicht hin.
„Life Is What You Make It“ wurde für den Oscar nominiert, der überaus unterhaltsame Soundtrack – in dem Hamlisch seinen eigenen Personalstil pflegt – wurde leider niemals auf Tonträger veröffentlicht.

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1 Antwort zu Der Song des Tages: „Life Is What You Make It“

  1. Edeltraud Bartzen sagt:

    Hallo Monty
    lese immer wieder gern deinen Blog!!

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