Die Handys anderer Leute

Obwohl es dort obligatorisch verboten ist, werden im Wartezimmer meines Hausarztes fast von allen Anwesenden beinahe zu jeder Zeit Handys genutzt und betrachtet. Die (ich bitte, den Kalauer zu entschuldigen) stillschweigende Übereinkunft, diese Geräte mögen wenigstens stummgeschaltet sein, ist noch ein wenig obligatorischer.
Kaum hatte ich platzgenommen, tönte von einem Stuhl in der Nähe ganz leis‘ und fein ein beliebter Ohrwurm meiner Kinderzeit herüber: „Theme from A Summer Place“ in der definitiven Single-Version von Percy Faith (- ich weiß nicht, was dazu auf dem Display zu sehen war). Die Zeit reichte gerade für ein nostalgisches Wiedererkennen meinerseits, da ging die Wiedergabe ab dem 6. Ton in ein Looping über. Diese Endlosschleife hätte beinahe ausgereicht, den Titel vollständig anzuhören.
Als es vorbei war, war ich indigniert; der Handynutzer sah zufrieden aus.
Damit ist der Mentalitätsunterschied zwischen mir und der digitalen Gesellschaft recht präzise umrissen.

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