betr.: 167. Jahrestag des 1. Spatenstichs vom Bau des Suezkanals
In den 60er und 70er Jahren waren die deutsch-französisch coproduzierten Adventsvierteiler – heute auch feiertagsunabhängiger „Abenteuer-Klassiker“ genannt – Medienereignisse, die Millionen vor die Bildschirme lockten. Die 1971er Edition „Der Seewolf“ mit dem glücklos-legendären Hauptdarsteller Raimund Harmstorf ist der Evergreen, der davon geblieben ist.
Nach 20 Jahren ging nicht nur die Zeit dieser Art von TV-Spektakeln zuende, es gingen den Produzenten auch die literarischen Vorlagen aus, die zum Jugendbuch zusammengepressten Weltliteraturstücke à la „Die Schatzinsel“ oder „Robinson Crusoe“.
Heute gilt „Der Mann von Suez“ von 1983 als letzter Beitrag dieser Tradition. In meiner Erinnerung wurde der Festtags-Sechsteiler des folgenden Jahres „Patrik Pacard – Entscheidung im Fjord“ in einer Weise angepriesen, die ihn zu einer Art Verlängerung derselben machte, aber da kann ich mich irren.
Jedenfalls war „Der Mann von Suez“ eine recht müde Veranstaltung, die den Abschied erleichterte. Der Kritikpunkt, die Geschichte um die heldenhafte Verwirklichung des Suezkanals sei so unspannend gewesen, weil wir ja alle ihren Ausgang kennen, greift freilich zu kurz. Dann müssten uns ja auch die zahlreichen Filme um den Untergang der Titanic kaltgelassen haben …
Was bleibt, ist der kinowürdige Soundtrack von Vladimir Cosma.*
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* Siehe https://blog.montyarnold.com/2021/03/29/17776/