Der Sommer unseres Vergnügens

Mit „Der Sommer der guten Geschichten“ ging diese Woche eine hübsche Aktion von radiodrei, dem Kulturkanal vom rbb, zuende. Die von Thomas Böhm organisierte wöchentliche Reihe präsentierte uns sieben kurze Erzählungen zum Nachlesen und Anhören. Im Sendegenbiet gab es für jeden Text eine leibhaftige Leserunde mit anschließendem Gespräch.
Böhm gab die Empfehlung aus, solche Runden auch selbst zu organisieren. Ich möchte diese Anregung an den Sender zurückgeben. Auch wenn die Auswahl so großartigen Materials (Anton Tschechow, Oscar Wilde, Katherine Mansfield, Franziska zu Reventlow …) in der passenden Länge nicht von mir unterschätzt wird, würde eine solche Sendereihe das Programm zu jeder Jahreszeit bereichern.  Und wenn dann nicht jede der Geschichten einen so aparten Subtext bereithielte – auch gut.

Einziger Kritikpunkt: die von Nina Kunzendorf gelesenen Mini-Hörbücher klangen etwas hastig und arg melodisch, eine Entscheidung der Regie. Außerdem endeten sie allesamt wie abgeschnitten, weil das jeweilige Rubato zum Finale fehlte – eine objektive handwerkliche Unsitte. Zeit genug für eine entsprechende Regieanweisung wäre gewesen, mit vier Stunden war die Aufnahmesession geradezu luxuriös disponiert.

Zu Beginn der Aktion erzählte Thomas Böhm von einer nicht näher bezeichneten SiegfriedLenz-Geschichte, die ihm besonderes Vergnügen bereitet habe. Ich habe mich darauf gefreut, sie irgendwann zu hören, doch sie diente nur als Beispiel für einen von Beginn an fesselnden Text. Es handelte sich übrigens um „Die Nacht im Hotel“. Auf meine Nachfrage hin empfahl mir die Redaktion eine Lesung von Matthias Winde:

https://www.youtube.com/watch?v=rVIM9M1ZN18

Dieser Beitrag wurde unter Hörbuch, Hörfunk, Literatur abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert