Der neue Trip ins Almodoversum

betr.: Aktuelle Filmkritik

https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/bitteres-fest

Im heutigen Podcast sprechen Monty Arnold und Volker Robrahn über:

Bitteres Fest
Drama von Pedro Almodóvar

Die Filmregisseurin Elsa hat sich zur Werbefilmerin verkleinert, führt aber insgesamt ein beneidenswertes Leben. Doch obwohl es sogar in der Beziehung läuft – ihr rücksichtsvoller, zärtlicher Lover, der Feuerwehrmann Bonifacio, ist eine Frauen- und Männerfantasie zugleich –, wird sie seit einiger Zeit von Panikattacken gequält. Sie könnten ihre Ursache in verschleppter Trauerarbeit haben: vor einem Jahr starb Elsas Mutter. In einer anderen Zeit in der gleichen Stadt arbeitet der erfolgreiche Autorenfilmer Raúl Durán nach überstandener Schreibblockade wieder an einem neuen Projekt: er erzählt darin Elsas Geschichte. Ist es außerdem die einer langjährigen Mitarbeiterin, die sich bei Raúl über den künstlerischen Identitätsdiebstahl beschwert?

Das Werk von Almodóvar begann mit pompösen, willensstarken, lebenslustigen Typen, die wir heute dem LGBTQ+-Milieu zurechnen können. Nach und nach hat er sich auf Portraits starker Frauen verlegt und die eigene alte Subkultur vernachlässigt. In „Bitteres Fest“ – im Originaltitel ist damit das Weihnachtsfest gemeint – führt er die beiden Welten wieder zusammen. Der Held Raúl erinnert an die Banderas-Figur in „Leid und Herrlichkeit“, der sie zum Verwechseln ähnlichsieht – und somit an Almodóvar selbst. Auch sonst erhält der Film viele vertraute Zutaten, Situationen und Gesichter. Kopiert sich der Meister nur noch selbst? Keineswegs.

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