Inspiration mit Mut zur Lücke

betr.: Hörfunktipp

Das „Sonntagsrätsel“ im Deutschlandfunk Kultur ist eine immens inspirierende Sendung. Für alle, die inhaltlich / medial arbeiten, denke ich, keineswegs nur für Ratlelustige. Zu Beginn gibt uns Ralf Bei der Kellen immer einen obligatorischen Überblick über das vorzugsweise Kuriose, was zu diesem Datum früher auf der Welt passiert ist. Heute war das Datum sogar Thema der sechs Quizfragen. Ich zitiere unaktuelle Meldungen aus Opening und Fragerunde, um meine kühne Behauptung vom Anfang des Eintrags zu belegen – und verrate dabei nur eine einzige der Antworten.

Rätselhaft ist auch der letzte Flug L8 vom 16. August 1942. Das Prall-Luftschiff war von Goodyear gebaut und dann der US-Kriegsmarine übergeben worden, die damit die Westküste der USA nach U-Booten absuchte. Nach über 1000 Einsätzen landete es heute vor 84 Jahren mit laufenden Motoren und Funkgeräten in Daily City, Kalifornien. Das einzige, was fehlte, war die Besatzung, Lt. Ernest DeWitt Cody und sein Co-Pilot Charles Adams. Letzterer hatte den Absturz des Zeppelins „USS Macon“ überlebt und Passagiere aus der brennenden „Hindenburg“ gerettet. Es war sein erster Flug an Bord der L8. Bis heute weiß niemand, wo die beiden geblieben sind.
Am 16. August 1896 wurde in Greiling bei Bad Tölz der Volkssänger Josef Bauer geboren. Unter dem Namen Kraudn Sepp wurde er zu einem bayrischen Original. In der Sendung zu hören ist er mit dem Lied „Fünf Minuten später“.
In Bayern, genauer: in München lebte knapp ein Vierteljahrhundert lang auch Mal Waldron. Er kam am 16. August 1924 in New York City zur Welt. 1962 nahm er mit der Hilfe des Bassklarinettisten Eric Dolphy seine Komposition „Warm Canto“ auf.
Am 16. August 1935 wurde auf der Berliner Funkausstellung das „Magnetophon“, sprich: das erste Tonbandgerät vorgestellt. In der modernen Musik, zum Beispiel in der Musique concrète, wurde es bald in den Rang eines Instruments erhoben. Einer der berühmtesten Tonbandkomponisten war der Franzose Pierre Henry. Von seinem 1967er Hit „Psyché Rock“ ließ sich eine US-amerikanische Zeichentrick-Serie von Matt Groening um Philip J. Fry, Turanga Leela und den Roboter Bender zu ihrer Titelmusik inspirieren.
Am 16. August 1938 kam einer der einflussreichsten Bluesmusiker in Greenwood, Mississippi ums Leben. Ob er von der Syphilis oder einem eifersüchtigen Ehemann zur Strecke gebracht wurde, ist nicht bekannt – ebenso wie der Ort, an dem er begraben ist. In der Sendung zu hören ist der „King Of The Delta Blues“ mit dem Stück „Love in Vain“.
Am 16. August 1924 kam unter dem Namen Karl Heinz Schwab in Dortmund ein Mann zur Welt, dem wir in seiner Funktion als Schlagersänger einige der seltsamsten Preziosen dieses Genres zu verdanken haben. Seine Elvis Presley-Adaptionen lassen einen ebenso fassungslos zurück wie das in der Sendung zu hörende Stück aus dem Jahr 1957: „Jonas, warum trugst Du keine Brille?“ Der größte Hit von Ralf Bendix war der „Babysitter-Boogie“, als Talentscout war Heino seine größte Entdeckung.
Am 16. August 1976 erschien mit „Dancing Queen“ die erfolgreichste Single der schwedischen Supergruppe ABBA. Hier wird es nun in einer Hindi-Version gespielt.
Was es nicht alles gibt.

Dieser Beitrag wurde unter Fernsehen, Gesellschaft, Hörfunk, Musik, Popkultur abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert