
Ein Foto von Joseph Schimmer zur Sendung „Ex Libris“ von der Ö1 Homepage. Es nimmt bezug auf eine kokette Selbstauskunft des Autors, der im Interview nachgegangen wird.
Clemens J. Setz ist mein zeitgenössischer Lieblingsautor. Und damit bin ich in meinem Freundeskreis sehr allein, obwohl Setz unentwegt alles an Preisen abräumt, was nur geht. Da die Buchpreise inzwischen zur Neige gehen, ist im Oktober der Große Österreichische Staatspreis fällig – und auch den hat er verdient!
Gerade ist es mir immerhin gelungen, die gute Ordnung umzudrehen und meinen Buchhändler davon zu überzeugen, dass Setz einer unserer Besten ist. Das gelang mir mit der Empfehlung des Romans „Indigo“ (2012) und wurde von einem kundigen Essay über Samuel R. Delany unterstützt, den der Autor zum „phantastischen Almanach“ „Vor der Revolution“ beigetragen hat. Zum Glück publiziert Setz nämlich auf allen denkbaren Wegen, schreibt Hörspiele, Theaterstücke, Kinderbücher, Rezensionen u.v.m. und nimmt zwischen seinen Buchveröffentlichungen so fleißig am Diskurs teil wie es vonseiten unserer Schriftstellerzunft seit den Tagen der Bonner Republik eigentlich aus der Mode gekommen ist.
Einen Auszug aus seinem neuen Erzählungsband „Mein Leben als Noiseband“ liest er hier:
https://oe1.orf.at/programm/20260824#841871/Clemens-Setz-verstoerend-beruehrende-Welten
Da meine Lektüre gerade erst beginnt, lasse ich den ORF sprechen. Setz spüre in seinem neuen Wurf „erneut dem Absurden und Befremdlichen nach. Oft geht er noch weiter: Seine Geschichten verlassen den Bereich dessen, was sich noch innerhalb gesellschaftlicher Normen verorten lässt. Seine Figuren stoßen ab und berühren zugleich zutiefst. Oft sind es Eltern und Kinder, meist Verzweifelte, Einsame, Randfiguren. Setz begleitet sie mit ruhigem, präzisem Blick durch ihre schwer fassbaren Wirklichkeiten.“ – Nur zu!
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* Mehr zu Thema: https://oe1.orf.at/programm/20260823/841832/Clemens-J-Setz-im-Sommergespraech