Builder Of Worlds

betr.: 119. Geburtstag von Robert A. Heinlein

Robert A. Heinleins Bedeutung für das Genre der Science-Fiction ist nicht zu überschätzen. Er hat diese Kunstrichtung als Autor und vor allem als Verleger (gemeinsam mit seinem Vorgänger Hugo Gernsback, 1884-1967) geformt wie es Jerome Kern vor etwas über einem Jahrhundert mit dem Genre des Musicals getan hat: als ein wichtiger Schöpfer von Werken, aber eben auch als Kurator, der im jeweiligen Reich der Fantasie Ordnung machte.
Dietmar Dath steigt in seiner „Niegeschichte“ so in das Thema ein:

»Als Politiker zu gut für diese Welt, am eigenen Idealismus früh gescheitert, war Robert A. Heinlein als Schriftsteller der richtige Demiurg für die Sorte Welten, die er schuf und zu einer geschlossenen Gegenwelt zusammenfügte. Als er nach Jahrzehnten erfolgreicher Arbeit schließlich ein großer, weltberühmter, alter Autor geworden war, glichen seine Figuren zusehends einander und immer mehr dem Mann, den ihr Verfasser aus sich gemacht zu haben glaubte. Sie hießen Johann Sebastian Bach Smith oder Lazarus Long, sie sollten nie sterben; jede letzte Liebe war ein Beweis dieser Unsterblichkeit, jeder Eingriff in Gegenwart und Vergangenheit eine Selbstbehauptung jener unumschränkten Herren der Zukunft, jede ausgedachte junge Frau, die sich freute, dass Heinlein sie sich ausdachte, und seine Ich-Abbildungen dafür belohnte, war dazu da, ihn immer wieder neu hervorzubringen: Töchtermütter, Muttertöchter.«
Heinleins Weg in die Schriftstellerei, nachdem er aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Navy gehen konnte, ist so romantisch wie pragmatisch. Sie beginnt mit einer Anzeige, auf die er 1939 im SF-Magazin „Thrilling Wonder Stories“ stößt: „GIANT PRRIZE CONTEST – Amateur Writers!!!!!! First Prize $ Fifty Dollars $ 50“.
»Da man damals für fünfzig Dollar drei volle Lastwagen mit Lebensmitteln beladen konnte, war Heinleins Interesse geweckt, allerdings anders, als man meint: In nur vier Tagen schrieb er die kurze Erzählung „Life-Line“, aber statt sie bei dem Wettbewerb einzureichen, verkaufte er sie für siebzig Dollar, und zwar an [John Wood] Campbells „Astounding“
Messerscharf hatte Heinlein gefolgert, dass ein so hohes Preisgeld für eine große Nachfrage nach dieser Art Literatur sprach. Nach dem Verkauf seines Erstlings widmete er sich nur noch der Literatur.

Um das Bild abzurunden und getreu der Devise „Ein Bild sagt mehr als tausend Zeilen“: die beiden bekanntesten Filme nach einer literarischen Vorlage von Robert A. Heinlein sind „Endstation Mond“ (vom Produzenten George Pal) von 1950 und „Starship Troopers“ (Regie: Paul Verhoeven) von 1997.

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