John Barrys Verdruss mit James Bond

Endlich: mein erster Eintrag in der „Cinema“!

Der besagte Komponist habe außerdem „The James Bond Theme“ komponiert – so ist es bis heute in den Abspännen der 007-Filme zu lesen. In der Tat stammt die zentrale Tonfolge, die vom E-Bass gespielt wird, von einem Song aus Monty Normans Musical „A House For Mr. Biswas“. Es wird ein ewiges Rätsel bleiben, warum John Barry diese paar Noten in das Bond-Thema einarbeitete, das ansonsten ganz klar von seinem Beitrag und seiner charakteristischen Instrumentierung lebt. Viele Jahre lang wurde vor Gericht darüber gestritten, wem die Komponisten-Credits an dem Evergreen wirklich zustehen. Dass letztlich gegen Barry entschieden wurde, hat zu dessen Entfremdung von der Bond-Serie beigetragen.

Im Hintergrund-Buch zu „25 Jahre James Bond“ ließ die „Cinema“ die oben genannten Verdienste Monty Normans noch weiter zusammenschrumpfen als in dem obigen aktuellen Ausriss. Da heißt es zu den Dreharbeiten von „Dr. No“:

»Komponist Monty Norman war während der ersten Wochen Drehzeit beim Team und und hatte einige hochrhythmische Calypso-Songs entdeckt, die er für die Filmmusik verwenden wollte. Darunter befanden sich „Underneath The Mango Tree“ [auf den Plattentaschen und in den Booklets bis heute stets als „Under The Mango Tree“ – die Red.], das seelenvolle „Jump Up Jamaica“ und eine Calypso-Version der „Three Blind Mice“, die als Eröffnungsmusik des Films ausgewählt wurde und gleichzeitig auch die drei „blinden“ Bettler einführte. Die Produzenten hatten „Byron Lee’s All Chinese Band“ engagiert, um die Songs zu spielen.
(…) Obwohl Monty Norman als Komponist der Musik für „Dr. No“ angegeben ist, war es John Barry, der die zündende Themamusik schrieb, die eine Art Markenzeichen der Bond-Serie wurde. Broccoli und Saltzman waren mit dem Titelthema, das ihnen Norman geliefert hatte, nicht zufrieden gewesen. Und Barry, der 1956 eine eigene, sehr jazzorientierte Gruppe gegründet hatte, lieferte ihnen bereits die Musik für drei andere Filme. „The Amorous Prawn“, „The L-Shaped Room“ und „Never Let Go“. Er wurde gebeten, sobald wie möglich ein dynamisches Thema für „Dr. No“ zu schreiben, und tatsächlich gelang es ihm, diese Aufgabe zu erledigen, ohne dass er den Film je gesehen hatte. Man hatte ihm einfach nur einen Zeitablauf in die Hand gedrückt und ihn gebeten, sich ein zweieinhalb-Minuten-Thema einfallen zu lassen, dass zum Vorspann passte. Obwohl er das Stück ohne Vorlage komponierte, war es kein total neues Original. Barry machte Anleihen bei seinem eigenen Instrumental-Repertoire [sowie bei seinem Song „Poor Me“, den er für Adam Faith orchestriert hatte – die Red.], speziell bei einem kleinen Stück mit dem Titel „Bea’s Knees“, in dem die gleiche scharf geschlagene Gitarre auftauchte. Eingangs ahnte wohl niemand, wie populär diese 2 1/2 Minuten einmal werden sollten. Barrys Honorar für das James-Bond-Thema. ganze 200 Pfund – weniger als 500 Dollar!«



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