Kultfilm Azubis: Im Internat

Viel zu selten wenden wir uns dem französischen Kino zu, im heutigen Podcast ist es mal wieder soweit. Aus der Nation, die das Kino nicht nur erfunden hat, sondern die es auch ohne jeden Nationalismus global abfeiert, kommt der erste Film.

https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/die-teuflischen-alles-was-wir-geben-mussten

A) Die Teuflischen / Les diaboliques
Französischer Thriller von 1954

Der geizige Privatschullehrer Michel Delasalle quält seine Gattin Christina wie auch seine Geliebte Nicole, eine der Lehrerinnen, mit ausgesuchter Bosheit und genießt den Tratsch im Kollegium. Die gedemütigten Frauen tun sich für ein Mordkomplott zusammen. Sie wollen Michel in der Badewanne ertränken und im Schwimmbecken der Schule versenken, wo ihn nach ein paar Tagen zur allgemeinen Überraschung jemand entdecken wird. Doch der Leichnam lässt sich Zeit damit, an die Oberfläche zu kommen …

Jahrzehntelang wurde dieser Film als amoralisches Vergnügen gefeiert. Das später auch für Hitchcocks „Vertigo“ verantwortliche Duo Boileau et Narcejac gratulierte Henri Georges Clouzot zu den Änderungen, die er für seine Verfilmung an ihrer Vorlage vorgenommen hatte. Ein 1996 entstandenes Remake mit Sharon Stone in der Rolle von Simone Signoret schlägt sich erstaunlich gut – weil es sich wiederum genau an die Version von 1954 hält.

B) Alles, was wir geben mussten / Never Let Me Go
Englische Dystopie von 2010

England Ende der 70er Jahre in einem Parallel-Universum. Drei Freunde erleben trotz der seltsamen Kontrollmechanismen in einem abgeschieden Eliteinternat, in dem besonders streng auf die Gesundheit der Zöglinge geachtet wird, eine glückliche Kindheit. Ruth ist eifersüchtig auf die Zuneigung, die Kathy und Tommy füreinander hegen und drängt sich als Teenager aggressiv zwischen die beiden. Sie wird das später bereuen, doch es bleibt keine Zeit für eine zweite Chance: die Kinder von Hawisham sind todgeweihte Klone. Und man hat ihnen von Anfang an beigebracht, nicht aufzubegehren.

Andrew Garfield liefert hier kurz vor dem Aufstieg zum Weltstar seine bis heute imposanteste schauspielerische Leistung. Die notorisch abgründige Charlotte Rampling erhält Gelegenheit zu einer Paraderolle als Internatsdirektorin. Kazuo Ishiguro war in die Adaption seines Romans intensiv eingebunden. Der Literaturnobelpreisträger hatte Jahre zuvor mit „Was vom Tage übrig blieb“ auch in der Popkultur Furore gemacht.

Nächste Woche: Network und Marty

Dieser Beitrag wurde unter Film, Podcast, Rezension abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert