High Anxiety

Dieser Tage wird „von einigen Bundesländern“ angemahnt, was in Australien bereits in ein Gesetz gegossen wurde: ein Verbot der sozialen Medien für unter 16jährige.
Im aktuellen „Spiegel“ wird aus Down Under berichtet, wie eine solche Regelung in der Praxis funktioniert, die dort seit Dezember in Kraft ist.
Der Scan, den die User durchführen müssen, um sich als über 16 zu erweisen, ließe sich „mithilfe älterer Geschwister“ austricksen, erzählt Teenager John (Name geändert). „Einer hat es mit einer Silikonmaske aus dem Scherzartikelladen geschafft.“
Psychologin Danielle Einstein, die an der Macquarie University Sydney forscht, findet, es sei zumindest notwendig gewesen, etwas in dieser Sache zu unternehmen: „Soziale Medien wirken auf Kinder, als wären sie pausenlos auf einer Party.“ Das führe zu dem sozialen Druck, immer an dieser Party teilnehmen zu müssen. Sie zitiert eine Studie, nach der 58% der jungen Leute angaben, ihr Selbstwertgefühl hänge von Kommentaren, Likes und Shares ab. Ohne diesen Zustand würden sie geduldiger sein und weniger traurig, vermutet Einstein.      
Ein Highschool-Schüler, der kurz vor dem Verbot 16 geworden ist, klingt geradezu enttäuscht, nicht betroffen zu sein: „Ich hätte gern gesehen, wie sich mein Leben verändert hätte.“ Die Accounts einfach  zu löschen, sei „leichter gesagt als getan“.                                                                                                                                                                                

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Schönheit und Stimme

betr.: 20. Todestag von Anna Moffo

Das erste Mal sah und hörte ich die große Opernsängerin Anna Moffo 1985 in einer ZDFOperettengala – im da und dort üblichen Vollplayback. Die Zeit solch einschlägiger Formate war da im Deutschen Fernsehen schon vorbei, und auch die große Opernsängerin war bereits „well past her prime“.

Anna Moffo mimt Lehár – ZDF 1985

Michael Blees, der die Diva zum 20. Todestag auf Ö1 würdigt, erzählt, was ihre Ehe mit Länge und Verlauf der Karriere zu tun hat: Der Filmregisseur „Mario Lanfranchi war Produzent der Schallplattenfirma RCA und beim italienischen Fernsehen. 1957 haben Anna Moffo und Mario Lanfranchi geheiratet. Bei der RAI hat Anna Moffo gleich in mehreren Opernverfilmungen mitgewirkt, und sie wurde – dank ihres Mannes – zum Star der RCA-Opernschallplattenproduktionen. Später allerdings, nach der Scheidung, hatte sich Anna Moffo auch beklagt, dass ihr Mann sie viel zu früh und viel zu schnell zu immer neuen Rollen verleitet hat. Nun, vielleicht mit ein Grund für die nicht allzu lange Karriere der Sängerin.“  
Wäre ihre Laufbahn länger gewesen, wenn sie auf Rollen verzichtet hätte, die auch dramatische Kraft erfordern, wie beispielsweise die „Butterfly“ oder die Nedda im „Bajazzo“? Auf jeden Fall ist die eigentliche Opernlaufbahn der Moffo in den mittleren 1970er Jahren zu Ende gegangen, und ihre Ankündigungen, in einem neuen Fach an frühere Triumphe anzuknüpfen, sind nicht wahr geworden. Sie ließ sich noch auf einige fragwürdige Film- und TV-Projekte ein und war – siehe oben – auch für ZDF-Shows erschwinglich.

In den mittleren 1950er Jahren hat die Welt-Karriere der in Pennsylvania geborenen Anna Moffo begonnen, und es waren nicht nur das außergewöhnliche Timbre der Sängerin und ihre in frühen Jahren bemerkenswerte Gesangstechnik, die die schnelle Entwicklung der Sängerin beflügelt haben, sondern auch ihr optisches Erscheinungsbild. Der Dirigent Eugene Ormandy soll einmal nach einem Gesangswettbewerb gesagt haben: „Ich konnte mir nicht vorstellen, dass jemand, der so schön ist, gut singen kann; also schloss ich die Augen, und Anna Moffo gewann allein dank ihrer Leistung.“

Sehr früh sang sie in Wien und Salzburg, an der Mailänder Scala und in Neapel, in Aix-en-Provence und Chicago. Ende der 50er Jahre hat sie an der New Yorker Metropolitan Opera debütiert, an der sie mehr als 200 Mal aufgetreten ist: in Rollen des Belcanto-Repertoires, als Verdi– und Mozart-Sängerin, aber auch als lyrische Mélisande in „Pelléas et Mélisande“ und in allen vier Frauenpartien in „Hoffmanns Erzählungen“. Ihre letzten Opern-Gesamtaufnahmen entstanden in den 70er Jahren.

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Tierhaargespräche

geführt von Monty Arnold

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Angebote an den Volksmund

Im Verkaufsfernsehen von Tele 5 habe ich heute morgen ein neues Wort aufgeschnappt, das zwar spontan einleuchtet, aber dann doch nicht funktioniert. Beim Anpreisen eines Verjüngungsproduktes (gegen Lach- und Stirnfalten und noch Schlimmeres) war von „Marionettenfalten“ die Rede. Das Wort „Merkel-Falten“ wurde gleich noch hinterhergeschickt, um eventuelle Irritationen glattzubügeln.
Die tiefen Falten, die ein reifes Gesicht ausbildet, um die Innenseiten seiner Hängebacken vom Rest zu trennen, sind mit „Marionettenfalten“ nicht hilfreich umschrieben. Nur gerontische Marionetten haben dieses Problem, also ein geringer Prozentsatz. Die markankten Mundwinkel-Vertiefungen, die hier beschworen werden, zeichnen eine andere Gattung aus: die Bauchredner-Puppe. Auch beim klassischen Nussknacker ist dieses Merkmal nicht zu vermeiden.
Einerseits ist der Volksmund immer fröhlich dabei, wenn er einen Tipp bekommt, wie sich unsere Muttersprache weiter verunstalten lässt, aber der erwähnte Ausdruck ist kein Anglizismus und somit ziemlich uncool.
Ich behalte die Sache im Auge.   

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Kultfilm Azubis: Strange New Worlds

Ronald M. Hahn, Mitautor des Buches „Kultfilme“, der literarischen Vorlage unserer ersten Staffel und damit dieses Podcasts, hat in einem kurzen Schriftwechsel angedeutet, es gäbe da einen recht neuen Film, der nach seiner Einschätzung das Zeug zum Kultfilm alter Definition gehabt hätte, wäre er nicht so spät herausgekommen – und gefloppt: „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“. Das ist für mich Grund genug, ihn heute in Augenschein zu nehmen. Ich tue das besonders gern, weil seine Vorlage, ein jugendfreier Comic für Erwachsene, für das Blockbuster–Kino sehr wichtig gewesen ist. Darüber spreche mit einem Fachmann für solche Synergien, der in diesem Podcast kein Unbekannter ist und mit dem ich schon einmal über „Valerian“ nachdachte, als wir bei Hella von Sinnen im Comic-Talk  zusammensaßen: Volker Robrahn. Danach beschäftigt uns ein noch durchgeknallterer Film, der seine Ursprünge in der Welt des Kinderbuchs hat.

https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/valerian-die-stadt-der-tausend-planeten-the-5-000-fingers-of-dr-t

Valerian – Die Stadt der tausend Planeten / Valerian and the City of a Thousand Planets

Französisches Science-Fiction-Abenteuer von 2017

Im 28. Jahrhundert hat der junge Major Valerian Visionen vom Planeten Mül und erhält Signale von dort, obwohl diese paradiesische Welt längst untergegangen ist. Bald darauf werden er und seine Partnerin Laureline beauftragt, das letzte Exemplar einer Lebensform dieser Welt herbeizuschaffen, ein wundertätiges kleines Wesen. Es spielt auch in der diplomatischen Mission eine Rolle, auf die sie anschließend geschickt werden. Doch unmittelbar, bevor einen Fünf-Sterne-General eskortieren können, wird er entführt. Bei dem Versuch, ihn zu befreien, kommen Valerian und Laureline einer Verschwörung auf die Spur und werden in die angebliche Todeszone von Alpha verschlagen. Die entpuppt sich als geheime Schutzzone der Pearls, der Überlebenden von Mül.

Erst ein halbes Jahrhundert nach der Comic-Reihe „Valerian und Veronique“ kam Luc Bessons Verfilmung auf die Leinwand. Zu diesem Zeitpunkt hatten die berauschenden Bilder, Welten und Charaktere von Pierre Christin und Jean-Claude Mézières längst andere Filmemacher groß und reich gemacht. Als „teuerster europäischer Film aller Zeiten“ musste „Valerian“ beinahe zwangsläufig floppen. Zu einer Serie kam es nicht.

The 5,000 Fingers Of Dr. T
Amerikanisches Filmmusical von 1953, keine deutsche Fassung

Der kleine Bart wird von seiner ansonsten recht netten, alleinerziehenden Mutter zum Klavierunterricht gezwungen. So liefert sie ihn dem sadistischen Musikerzieher Dr. Terwilliker aus, der zwei Dinge aus tiefster Seele hasst: kleine Jungs und jedes andere Musikinstrument außer dem Klavier. Er bewirtschaftet ein Spukschloss, wo er eine gewaltige Tastatur aufgebaut hat. Hierhin entführt er Bart, um ihn mit 499 anderen armen Buben sein 5000-Finger-Konzert aufzuführen. Barts letzte Hoffnung ruht auf dem netten Schlossermeister Mr. Zabladowski, doch der will eigentlich nur seine Klempner-Arbeit machen …

Trotz eines berechtigten Musik-Oscars und seines berühmten Produzenten Stanley Kramer ist dieses amüsante Grusical nicht einmal Fachleuten mehr ein Begriff – immerhin einigen Künstlern. Jim Henson hat aus der Szene im Non-Piano-Players-Dungeon viel für seine „Muppet Show“ herausgeholt, der Stil von Terry Gilliam ist erkennbar inspiriert von diesem Original-Filmprojekt des in den USA bedeutenden Kinderbuch-Anarchisten Theodore Geisel alias Dr. Seuss. „Die Simpsons“ ehrten Dr. T., indem sie einen ihrer Bösewichte nach ihm benannten: Bob Terwilliker alias Tingeltangel-Bob. Der Soundtrack und die bemerkenswerten Songs stammen von der Kabarett-Legende Friedrich Hollaender, der bald darauf aus seinem Exil in die deutsche Heimat zurückkehrte.

Nächste Woche: Die Vögel und Spiegelbild im goldenen Auge

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Des Hallodris zweite Ehe

betr.: 118. Geburtstag von Rex Harrison

Rex Harrison war ungeheuer vielseitig, doch man tut ihm nicht unrecht, wenn man ihn als Charakterkomödianten bezeichnet. Selbst in seiner größten Filmrolle, die er auch auf der Bühne gespielt hat – dem misogynen Sprecherzieher Professor Higgins in „My Fair Lady“ –, wirkt er kultiviert und elegant: ein Mann, der sich zu benehmen weiß, wenn er unbedingt muss. Im persönlichen Umgang wurde er eher als ein Flegel beschrieben.

1943 heiratete Harrison seine zweite Frau, seine deutsche Kollegin Lilli Palmer, die nach der Flucht aus ihrer nationalsozialistischen Heimat in England bereits erste Kinoerfolge hatte feiern können. 1954 zogen sie gemeinsam nach Hollywood.
Als der Frauenschwarm Harrison seine Affäre mit der Schauspielerin Carole Landis beendete, brachte die sich 1948 mit Schlaftabletten um. Es waren Angriffe wie die, die „Sexy Rexy“ daraufhin in der Klatschpresse zu erleiden hatte, die ihn zum Umzug nach New York bewegten. Am Broadway räumten er und Palmer gemeinsam mit Stücken wie „Bell, Book And Candle“ ab. „The Fourposter“ („Das Himmelbett“) wurde mit ihnen verfilmt und lässt uns das Zusammenspiel des Paares heute noch nachvollziehen. Als Lilli Palmer für ihre Leistung in dieser Produktion 1953 auf der Biennale in Venedig ausgezeichnet wurde, war ihre Ehe bereits gescheitert, und sie kehrte bald darauf nach Deutschland zurück.

Harrison hatte seine Ex-Frau für Lilli Palmer verlassen, eine Jüngere. Als sie nun ihrerseits an der Reihe war, aus demselben Grund ausgewechselt zu werden, wusste sie schon bescheid, wie sie später gern erzählte.
Beider Karrieren setzten sich glanzvoll fort. Lilli Palmer drehte weiterhin in aller Welt und spielte zuletzt viel im Fernsehen. Ihr Auftritt als Iduna in der Operette „Feuerwerk“, wo sie 1954 „O mein Papa“ sag, dürfte ihr in der Heimat wichtigster Auftritt sein. Rex Harrison blieb der Bühne stets verbunden, obwohl er ein internationaler Filmstar war. Professor Higgins spielte er noch bis in die 80er Jahre.

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Sprechen am Mikrofon – Die Wahrheit

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Kult as Kult can

betr.: „Kultfilme – der Podcast“

Kult sei ein gutes Mittel, Schlechtes zu nobilitieren, lautet eine alte Kritikerweisheit. Zur Erinnerung: Kult war das, was das Publikum hin und wieder entfachte, ehe immerwährende Abrufbarkeit und ein mächtiger Algorithmus diesen und andere Ungehorsamkeiten auslöschten.
Der Filmjournalist Ronald M. Hahn aus Wuppertal hat mit seinem Buch „Kultfilme“ nicht nur den Kultfilm-Podcast angeregt, er hat auch aus dem Ruhestand einen Film genannt, der nach seiner Einschätzung heute Kult wäre, wenn’s sowas noch gäbe: „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten„. Obwohl ich die literarische Vorlage liebe, wäre ich da nie drauf gekommen. Doch dieser Hinweis ist Grund genug, den Film in der nächsten Folge zu würdigen. Ein Flop war er jedenfalls – vor allem nach heutigen Gesichtspunkten, wo ein SF-Abenteuer mit jugendlichem Heldenpaar gefälligst in Serie zu gehen hat – und erfüllt damit schonmal eine wichtige einschlägige Voraussetzung.
Heute haben übrigens gleich zwei amtliche Kultfilme Geburtstag: „King Kong und die weiße Frau“ von 1933 und „Stagecoach“ von 1939. Wir stehen fest: Kultiges muss gar nicht so übel sein!

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Tierhaargespräche

geführt von Monty Arnold

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Kultfilm Azubis: Underdogs mit Publikum

Rocky, das ultimative Sportlerdrama, wird 50 – und da fangen die Rätsel und Irrtümer schon an? Ist Rocky eigentlich ein Sportlerfilm, oder nur einer, dessen Held eben Sportler ist? Der Sache wird sich im heutigen Podcast auf den Grund gehen lassen:

https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/rocky-der-zirkus

Rocky
Amerikanisches Sozialdrama von 1976

Rocky Balboa, armer Sohn italienischer Einwanderer, schlägt sich in Philadelphia als Schuldeneintreiber durch und betätigt sich als Boxer. Dass er sein Training ohne rechte Ambition betreibt, erregt den Unmut seines alten Trainers Mickey, der in ihm ein Talent erblickt. Auch Rockys Annäherungsversuche an die Zoohändlerin Adrian kommen nicht recht vom Fleck. Doch dann wählt ihn der Schwergewichtsweltmeister Apollo Creed als Gegner für einen Showkampf Kampf aus, und es wird alles anders …

Was diesen Film, der mehr ein Liebesfilm als ein Sportfilm ist, so besonders macht, ist, dass er auch den Aufstieg seines Autors und Hauptdarstellers Sylvester Stallone zum Hollywood-Star miterzählt. Das 900.000-Dollar-Projekt hat längst die Schallmauer von einer Milliarde Dollar Einnahmen durchbrochen, zog 10 Oscar-Nominierungen bei drei Auszeichnungen und 8 weitere Filme nach sich. Dass Stallone mit „Rambo“ noch einen weiteren Kult-Charakter erschuf, vermochte Rockys Beliebtheit nicht zu schmälern.   

Während Stallone seinen Rocky schon beim ersten Auftritt zum Star aufsteigen ließ, blieb ein anderer großer Underdog des Kinos bis zuletzt ein armes Kerlchen – wenn er es in 25 Jahren auf der Leinwand auch immerhin vom Landstreicher zum Stadtstreicher und schließlich sogar zum Friseur brachte. In unserem heutigen Geheimtipp ist in seinem Leben noch einmal alles beim Alten. 

Der Zirkus / The Circus
Amerikanische Stummfilmkomödie von 1927

Als der Landstreicher Charlie auf der Flucht vor der Polizei eine Zirkusvorstellung stört, rettet er so die bis dahin müde Show. Der Zirkusdirektor engagiert ihn, ohne ihm den wahren Wert seiner Leistung zu verraten und lässt ihn niedere Arbeiten verrichten. Charlie willigt ein, weil er sich insgeheim nach einer Gemeinschaft sehnt und auch, weil er sich in die Tochter des Direktors verliebt hat. Wie sich jedoch zeigt, sind beide Wünsche schwerer zu erfüllen als erhofft.

Dieser Film zeigt uns Chaplins unsterblichen Tramp ein letztes Mal in seiner Urform, ehe das Heraufdämmern des Tonfilms diese Figur verändern und schließlich verschwinden lassen sollte. Wie der unterschätzte Tonfilm „Monsieur Verdoux“ gilt auch „The Circus“ als Nebenwerk im Klassiker-Kanon des großen Selbstdarstellers und Filmemachers Charles Chaplin.

Nächste Woche: Ronald M. Hahn, Mitautor des Buches „Kultfilme“, der literarischen Vorlage unserer ersten Staffel und damit unseres Podcasts, hat in einem kurzen Schriftwechsel angedeutet, es gäbe da einen Film der letzten Jahre, der nach seiner Einschätzung ein Kultfilm gewesen wäre – wenn wir nicht längst in ganz anderen Zeiten leben würden: „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“. Grund genug, diesen Film in Augenschein zu nehmen. Ich spreche mit Volker Robrahn auch darüber, wie wichtig dieser Comic für das Blockbuster–Kino generell gewesen ist.

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