Liebe Claire Beermann!

Wenn mir eine Lektüre viel Freude bereitet, pflege ich mir Notizen zu machen. Ich schreibe mir die pfiffigsten Schlussfolgerungen und die originellsten Formulierungen auf – in der Hoffnung, sie mir eventuell merken und irgendwann in meinen beweglichen Gedankenschatz übernehmen zu können. Wenn es des Esprits zuviel wird und ich mich vor lauter Gekritzel nicht mehr auf den Text konzentrieren kann, lege ich den Stift weg und lese mit einem etwas schlechten Gewissen weiter. Bei Ihren Kolumnen im „Zeit-Magazin“, liebe Frau Beermann, gehört der beschriebene innere Zwist ganz einfach dazu, und ich habe mich daran gewöhnt. Sie sind der Grund dafür, dass ich bei jedem meiner Kurz- oder Probe-Abos Ihrer Mutterzeitschrift ein wenig bang auf das Ende sehe. (Ein weiterer Grund wäre die Rubrik „Was ich gern früher gewusst hätte“, doch deren Qualität ist wegen ihres Gastbeitrag-Charakters zwangsläufig volatil.)
Das einzige, was ich noch mehr liebe als dass mir witzige Formulierungen für meine bestehenden Argumente geliefert werden, ist die Erschütterung meiner Gewissheiten, ohne dass mir deswegen der Spaß vergehen muss.
Sie beherrschen beides! Sie sind in Ihrer Kritik niemals wohlfeil und kränken mich nie mit einer popeligen Wortwahl. Und das, obwohl ihre thematischen Aufhänger stets volkstümlich und gut zugänglich sind („Niedrigschwellig“ heißt wohl die aktuelle Worthülse. Oder “barrierefrei“?!?).

Ein paar Sachen sollte man sich vielleicht doch aufschreiben.
In Ihrem letzten Beitrag kommen Sie vom barfuß-TV-Auftritt einer nutzlosen Berühmtheit (meine Einordnung!) zu einem Nachdenken über allerlei scheinbar Banales: „Warum wurden Schuhe erfunden? Damit einem auf der Straße keine Ratte in die hacke beißt, klar. Der bekleidete Fuß ist aber auch eine zivilisatorische Errungenschaft. (…) es gibt einen Grund, warum sich das Barfußgehen im öffentlichen Raum nicht etabliert hat, also kurios wirkt, wenn es doch gemacht wird: Es ist unhöflich. Als Gesellschaft haben wir uns auf ein paar Codes geeinigt, etwa darauf, dass Bikinis an den Pool gehören und man nicht Eis schleckend zu einer Beerdigung geht. Es ist eine Form des Respekts vor der Gruppe, etwas von sich für sich zu behalten.“
In einer untergegangen Zeit hätte so etwas Reinhard Mey in einem seiner Lieder für uns zusammengefasst.

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Der Song des Tages: „Stella By Starlight“

betr.: 48. Todestag von Ned Washington

Bei einem Jazz-Standard ist die Qualitätskontrolle im Genre eingebaut: ein solcher Song muss sich in jede beliebige Stimmung und Stilrichtung übertragen lassen und überall gleich gut funktionieren. In Jazzerkreisen ist „Stella By Starlight“ überaus beliebt.

Solche Standards strömten aus zwei besonders ergiebigen Quellen: vom Broadway (bzw. der für sie komponierenden Tin Pan Alley) und aus den Federn der großen Jazz-Musiker.
Eine dritte Möglichkeit kommt uns immer erst mit kurzer Verzögerung in den Sinn, doch sie hatte einen besonderen Reiz. Ein Filmsong (wie er auf Schallplatte auch außerhalb der Jazz-Sparte sein Publikum fand) löste beim Publikum stets besonders starke und sehr individuelle Reaktionen aus. Das Kino war das Medium mit der größten Breitenwirkung und der größten Gefühlspalette. Und – auch das soll hier nicht kleingeredet werden – die Songschreiber von Hollywood gehören einfach zu den besten ihres Fachs.

„Stella By Starlight“ hat seine große Karriere vor allem im Jazz gemacht. Er stammte aus einem sinfonischen Score von Victor Young, komponiert für den romantischen Gruselfilm „Der unheimliche Gast“ („The Uninvited“). Somit gehörte der Titel der Paramount und wurde nach meiner persönlichen Statistik zwischen 1944 und 1969 häufiger als jeder andere in den Filmen dieses Studios immer wieder eingesetzt und dem jeweiligen Genre angepasst – allenfalls übertroffen von „Isn’t It Romantic“ von Rodgers & Hart.
Jerry Lewis ließ „Stella By Starlight“ 20 Jahre nach seiner Entstehung für seine Komödie „Der verrückte Professor“ von Walter Scharf zu einem atemberaubenden Big-Band-Kracher umorchestrieren und als Thema einsetzen – vermutlich, um seiner weiblichen Hauptdarstellerin Stella Stevens zu schmeicheln, die ihren Vornamen auch im Film behalten durfte. Auch sie dürfte von der Nummer entzückt gewesen sein.

„Überall funktionieren“ bedeutet natürlich auch, dass der Text weggelassen werden konnte – was im Jazz wie auch in der filmischen Verarbeitung häufig der Fall war. Dennoch wollen wir Ned Washingtons Lyrics für „Stella By Starlight“ nicht unterschätzen. Im Kopf der Lauschenden erklangen sie ohnehin – als „unheimlicher Gast“.

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Träumen Roboterstimmen von elektrischen Sinnbögen?

betr.: 181. Jahrestag der Veröffentlichung von „Die Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens („A Christmas Carol“)

Wenn in der Pfann‘ die Gänse schmoren, die Kindlein fröhlich Nase bohren, den Umfang seines Bauchs man misst, dann weißt Du, Freund, dass Weihnacht ist, sagt ein altes Sprichwort.
Man könnte noch hinzufügen: … wenn „Die Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens in der ARD Mediathek auftaucht. Es sind dieses Jahr – zusammen mit „Die Silvesterglocken“ – sogar „Weihnachtasgeschichten„.
Die Gabe wird uns vom WDR unter den Baum gelegt, dessen Sprecherensemble – namentlich Regina Münch – diese Texte gewohnt blitzblank und garantiert emotionsfrei in einer Weise herunterliest, die geeignet ist, jeder Computerstimme Gefühle zu verursachen (etwa die Sorge, irgendwann überflüssig zu sein).

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Sie angelte sich einen Millionär

betr.: 108. Geburtstag von Betty Grable

Betty Grable war das Pin-Up-Girl der amerikanischen Soldaten in Zweiten Weltkrieg. Ihr Bild hing in fast jedem Spind. Sie war ein Superstar bis Marilyn Monroe erschien – und Betty an Gewicht zunahm. 1953 fand in der Glamour-Komödie „How To Marry A Millionaire“ eine Art Staffelübergabe statt. Betty konnte kaum gegen Marilyn bestehen.
Einige Monate zuvor war sie in einem anderen Filmerfolg noch einmal gefeiert worden: als Frau im Mond für die Insassen in Billy Wilders Militärstraflager „Stalag 17“.
Neil Sedaka besang sie 1974, im Jahr nach ihrem Tod: „Jeden Samstagnachmittag ging ich ins Kino, um meiner Kinogöttin nahe zu sein: Betty Grable. Sie sang und tanzte nur für mich. Und deshalb schrieb ich diesen kleinen Song, für die Lady, die ich so lange liebte.“

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Sittengemälde im Vergleich

betr.: morgiger 79. Geburtstag von Tomas Bunk / morgiger 35. Jahrestag der Premiere der Serie „The Simpsons“

Der Cartoonist Tomas Bunk und der Cartoon-Charakter Spongebob Schwammkopf sind – unabhängig voneinander – die beiden treusten Statthalter der Kunst Basil Wolvertons auf Erden. Bunk hat von all den großen Underground-Zeichnern der USA gelernt, aber Wolvertons SpaghettiAndMeatball-Stil hat seinen Strich besonders geprägt. Und Spongebob Schwammkopf, eine Schöpfung des Meeresbiologen Stephen Hillenburg, hält ihn gewissermaßen auf der großen Bühne der Popkultur lebendig. Nicht nur Spongebobs Gesicht, auch der ganze diese Serie auszeichnende physiognomische Deformationshumor trägt Wolvertons Handschrift und bildet gewissermaßen das Gegenstück zum physischen Deformationshumor von „Tom & Jerry“ & Co. Die Zeichentrickserie „The Simpsons“ hat alle einschlägigen Rekorde gebrochen, und auch „Spongebob SquarePants“ existiert inzwischen ein gutes Vierteljahrhundert.
So verschieden diese beiden Formate sind, so haben sie doch ein gemeinsames Thema: die menschliche Torheit und ihre schrecklichen Folgen.

Während „The Simpsons“ ein hochdifferenziertes Panaromabild der westlichen Zivilisation zeichnen und sich detailliert jeder Entgleisung, jeder Verkommenheit und jeder zeitgenössischen Verirrung darin widmen, ist der Humor von „Spongebob“ existenzialistisch geblieben und bricht seine Kritik auf das Wesentliche herunter. Die Simpsons arbeiten mit einem immer weiter ausdifferenzierten Universum, das von einem weiter und weiter anwachsenden Figurenensemble bevölkert wird. Das Spongebob-Ensemble kreist nach wie vor hauptsächlich um das zentrale Trio Spongebob, Thaddäus und Mr. Krabs – mit Patrick als nächstem Angehörigen. Der Seestern Patrick ist dramaturgisch bereits der erste „supporting character“, wie es die angelsächsische Sprachregelung so schön ausdrückt – wenn auch sein Status als Spongebobs bester Freund und häufiger Duo-Partner auf den ersten Blick einen anderen Eindruck vermittelt. In der Regel ziehen die beiden an einem Strang, und die Konfliktlinien verlaufen nicht in ihrer Mitte, sondern trennen sie von Thaddäus, Spongebobs dauergenervtem Nachbarn / Kollegen, und Mr. Krabs, seinem ausbeuterischen Vorgesetzten.
Die Satire der Simpsons ist filigran und muss sich immer weiter ausdifferenzieren, um ihre wachsende Masse an Anspielungen zu bewältigen, die zunehmend auf das eigene Werk bezugnehmen. Das macht sie ironischerweise zum Opfer eines Expansionsdrangs, einer Diktatur des Wachstums und damit dem Gegenstand ihrer Kritik ähnlich.
Spongebob hat das Kunststück fertiggebracht, mindestens etwas mehr als zehn Jahre lang wesentlich und ökonomisch zu bleiben (wenn auch hier freilich Schauplätze und Nebenfiguren hinzugekommen sind). Im Bewahren dieser Verdichtung (wie sie zu Beginn auch den Simpsons zueigen war) liegt eine besondere Leistung und ein Rekord, der von niemandem als solcher dokumentiert werden kann.
Das Konzept dahinter ist nicht die sophistizierte Sozialkritik – wie bei den Simpsons – es ist der reine Nonsens. Das ist eine großartige Sache und gehört zum Schwersten, was die Humorarbeit an Aufgaben bereithält.

Auch Tomas Bunk ist ein Meister des Nonsens.

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Missverständnisse und wuchernde Anekdoten

betr.: kleine Rezensionskritik

Beim Thema Hitchcock kann ich nie stillhalten. Daher juckt es mich, die „ZEIT“-Kritik des Buches „Eine Liebe für’s Leben: Alma und Alfred Hitchcock“ von Thilo Wydra zu kommentieren. Das besprochene Buch würdigt die immensen Verdienste von Hitchcocks Ehefrau (einer Kollegin vom Fach) bei der Entstehung seiner sämtlichen Filme. Das ist ein Thema, bei dem man sich nur wundern kann, dass es nicht längst in einem eigenen Buch behandelt wurde. Der Regisseur selbst hat ja nie ein Geheimnis aus diesem Aspekt gemacht.

Am Anfang der Rezension heißt es: „Auch nachdem man den Film ‚Der unsichtbare Dritte‘ mehrmals gesehen hat, ist es schier unmöglich, den Plot nachzuerzählen. Cary Grant in seiner Rolle als Roger Thornhill wurde gejagt, aber warum eigentlich?“ Na ganz einfach: weil er durch einen dummen Zufall beim Versuch, von einem Hotelfoyer aus zu telefonieren, von den Bösewichtern für einen Mann gehalten wird, der gar nicht existiert, sondern nur von der Abwehr erfunden wurde. Deshalb ist es Thornhill / Grant auch unmöglich, die Herren von seiner Unschuld zu überzeugen.
In einer für Hitchcocks Verhältnisse überdeutlichen Weise wird uns das sogar ausführlich von den Agenten erklärt – in einer Szene, bei der ich in diesem sonst makellos vergnüglichen Thriller immer etwas unbehaglich im Sessel versinke.
Die Rezensentin ist hier möglicherweise von der oft kolportierten Anekdote genarrt worden, nach der Cary Grant während des Drehs zu Hitch gesagt haben soll: „Das ist ein ganz schreckliches Drehbuch. Jetzt arbeiten wir schon seit Wochen an diesem Film, und ich weiß immer noch nicht, worum es geht.“
Spätestens nach der Premiere hatte sich dieser Einwand mit Sicherheit erledigt.

Etwas herzlos finde ich die Passage: „Wydra beginnt mit den Filmanfängen in England Anfang des 20. Jahrhunderts (…). Diese Gründlichkeit mag für Cineasten attraktiv sein, für den filminteressierten Laien hätte es dieser Gründlichkeit vielleicht nicht bedurft, denn die englischen Filme, darunter viele Melodramen, sind heute größtenteils vergessen.“ Es waren nicht „größtenteils Melodramen“ (und selbst wenn?), sondern ein erstaunlich reichhaltiges Repertoire der unterschiedlichsten Genres und Gemütslagen, das Hitchcock in seiner englischen Phase hervorbrachte (das überdies einige so brillante Filme enthielt, dass man ihn nach Hollywood rief). Wer genauer hinschaut, staunt über dessen Ausgewogenheit und beginnt zu begreifen, wie gut sie den späteren Alleskönner auf seine Karriere vorbereitet hat.
Mit dem Vergessenwerden trifft die Rezensentin wiederum tiefer ins Schwarze als sie vermutlich ahnt: die Stummfilmzeit wird ja inzwischen nicht einmal mehr an Filmhochschulen als unterrichtswürdiger historischer Abschnitt betrachtet, wie mir Insider berichten. Für mich ist das in einem einschlägigen Fachbuch wie diesem ein Grund mehr, darauf einzugehen.

Der Schluss des Artikels ist ein wenig missverständlich – zumindest für die befürchteten „filminteressierten Laien“. Almas Entdeckung, dass Janet Leigh nach ihrer Ermordung unter der Dusche noch geschluckt habe, musste nicht stur verteidigt und durchgesetzt werden. Einen solchen Fehler hätte Hitchcock gewiss nicht durchgelassen, nachdem man ihn darauf aufmerksam gemacht hat. Die besagte Anekdote hat er außerdem selbst immer gern erzählt (wenn er sie nicht ohnehin erfunden hat).
Da wir gerade dabei sind (und unabhängig von Wydras Buch): in Sacha Gervasis gründlich versemmeltem Biopic „Hitchcock“ wird der Eindruck erweckt, Alma sei sogar zum Set gefahren, um ihren Mann im Regiestuhl zu vertreten. Das ist genausolcher Mist wie die Gummimaske, die Anthony Hopkins trägt und die dazu führt, dass er weder sich selbst noch Alfred Hitchcock ähnlich sieht. Die Überschrift des Artikels „Wer hat ‚Psycho‘ erschaffen?“ lässt mich befürchten, dass der Rezensentin Gervasis Film gefallen haben könnte.  

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Geisterstunde zur Unzeit

In einem aktuellen Interview erzählt der Schauspieler Hugh Grant, er sei für Horrorfilme zu zartbesaitet. Dass er den zeitgenössischen Beitrag „Midsommar“ dennoch gesehen hat, begründet er damit, von einer schwedischen Freundin aufs Glatteis geführt worden zu sein. Er habe schlicht nicht gewusst, wohin dieses sonnige Jugendabenteuer noch führen würde.

Ich fand den Film zwar auch gruselig, aber letztlich enttäuschend und bei Weitem nicht so wirkungsvoll wie die vorangegangene Arbeit seines Regisseurs. Lieber Hugh Grant, falls Sie das lesen: vor „Hereditary“ sollten Sie sich wirklich in Acht nehmen (nicht zu verwechseln mit Ihrem eigenen aktuellen Film „Herectic“). Der ist wirklich zum Fürchten.*
„Midsommar“ auf die beschriebene Weise zu sehen – also ohne zu wissen, was auf die wirklich gut erzählten, harmlosen Anfänge der Geschichte folgen wird -, ist wiederum ein Experiment, dass ich zu gern selbst gemacht hätte.

An anderer Stelle kommen Sie darauf zu sprechen, was heute bei der Kindererziehung falscher gemacht wird als in der vordigitalen Zeit. Sie weisen darauf hin, dass Kinder sich im Allgemeinen gerne gruseln.
Das glaube ich auch.

Früher war ich oft bei einem befreundeten Ehepaar zu Gast, und gemeinsam mit dessen Töchterchen sahen wir uns Filme aus meiner Sammlung an, die ich zu unseren Abenden mitbrachte. Ich war der Meinung, Amy sollte unbedingt „Die Zeitmaschine“ sehen (die von 1959). Dass dieser Klassiker zu einem Lieblingsfilm meiner Halbstarken-Generation geworden ist, hat viele Gründe. Einer davon ist das Design der abscheulichen, unterirdisch lebenden Morlocks, die wir im dritten Akt endlich zu sehen bekommen, nachdem eine ganze Weile von ihnen geraunt wurde. Ich vertrat die Meinung, wir müssten Amy das Glück bescheren, diesen Film zu sehen, ehe sie zu reif und abgeklärt ist, um ihn zu schätzen.
Mama war einverstanden, aber Papa verschob die Vorführung immer wieder mit dem Hinweis, das sei doch zu schlimm für das arme Kind.
Als wir „Die Zeitmaschine“ endlich zusammen anschauen durften, war es natürlich zu spät. Amy meinte nur: „Kuckt mal, wenn der Morlock brennt, sieht man die Falten von seinem Ganzkörperanzug.“
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* Siehe https://blog.montyarnold.com/2023/08/27/hereditary-das-vermaechtnis/

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Nutzloses Wissen über Old Shatterhand

betr.: 62. Jahrestag der Uraufführung von „Der Schatz im Silbersee“ in München

Auf die „Old Shatterhand-Melodie“ von Martin Böttcher lässt sich der Liedtext von „Singin‘ In The Rain“ singen.

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Tierhaargespräche

geführt von Monty Arnold

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Sursum Corda

Ein alter Freund sagte mir nebenbei, er sei religiös, und das wisse ich ja. Obwohl ich ihn immer als sehr integer wahrgenommen habe, wäre ich niemals auf die Idee gekommen, ihn als religiös zu bezeichnen. Als er meine Verwunderung bemerkte, schob er eilig nach, mit der Kirche habe er natürlich nichts am Hut, aber beten würde er gelegentlich. In letzter Zeit etwas häufiger.

Beten tu ich niemals, obwohl mir das von klein auf beigebracht worden ist. Aber worin besteht nun meine Beziehung zu den höheren Gewalten, denn die gibt es ja? (Ich spreche ungern von „höheren Mächten“ oder einem Gott, da ich nicht glaube, dass da wirklich eine kalkulierende, denkende Entität auf mich hinunterblickt, und beim Drücken auf die ENTER-Taste sagt: „Jetzt lasse ich seine EC-Karte aus dem Geldbeutel heraus verschwinden und an einem sehr seltsamen Ort Tage später wieder auftauchen!“
Mir ist aufgefallen, dass ich heute vieles gar nicht mehr so übel finde, was mir einst als unfreundlicher Akt des Schicksals erschienen ist. Das kann nicht nur bei mir so sein. Oscar Wildes Einsicht, dass die Götter unsere Gebete erhören, wenn sie uns richtig ärgern wollen, ist ja nicht umsonst so populär.
Und noch ist das Alter nicht erreicht, an dem es zwangsläufig ebbe ist mit den Sachen, die nicht schmachvoll sind.
Ich glaube, ich würde von der Laune des Schicksals sprechen. An die glaube ich unbedingt. Auch wenn sie ein bisschen ist wie die EU. Ich weiß nie, wen ich anrufen soll, wenn ich etwas von ihr will.

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