betr.: 62. Jahrestag der Uraufführung von „Der Schatz im Silbersee“ in München
Auf die „Old Shatterhand-Melodie“ von Martin Böttcher lässt sich der Liedtext von „Singin‘ In The Rain“ singen.

betr.: 62. Jahrestag der Uraufführung von „Der Schatz im Silbersee“ in München
Auf die „Old Shatterhand-Melodie“ von Martin Böttcher lässt sich der Liedtext von „Singin‘ In The Rain“ singen.

geführt von Monty Arnold

Ein alter Freund sagte mir nebenbei, er sei religiös, und das wisse ich ja. Obwohl ich ihn immer als sehr integer wahrgenommen habe, wäre ich niemals auf die Idee gekommen, ihn als religiös zu bezeichnen. Als er meine Verwunderung bemerkte, schob er eilig nach, mit der Kirche habe er natürlich nichts am Hut, aber beten würde er gelegentlich. In letzter Zeit etwas häufiger.
Beten tu ich niemals, obwohl mir das von klein auf beigebracht worden ist. Aber worin besteht nun meine Beziehung zu den höheren Gewalten, denn die gibt es ja? (Ich spreche ungern von „höheren Mächten“ oder einem Gott, da ich nicht glaube, dass da wirklich eine kalkulierende, denkende Entität auf mich hinunterblickt, und beim Drücken auf die ENTER-Taste sagt: „Jetzt lasse ich seine EC-Karte aus dem Geldbeutel heraus verschwinden und an einem sehr seltsamen Ort Tage später wieder auftauchen!“
Mir ist aufgefallen, dass ich heute vieles gar nicht mehr so übel finde, was mir einst als unfreundlicher Akt des Schicksals erschienen ist. Das kann nicht nur bei mir so sein. Oscar Wildes Einsicht, dass die Götter unsere Gebete erhören, wenn sie uns richtig ärgern wollen, ist ja nicht umsonst so populär.
Und noch ist das Alter nicht erreicht, an dem es zwangsläufig ebbe ist mit den Sachen, die nicht schmachvoll sind.
Ich glaube, ich würde von der Laune des Schicksals sprechen. An die glaube ich unbedingt. Auch wenn sie ein bisschen ist wie die EU. Ich weiß nie, wen ich anrufen soll, wenn ich etwas von ihr will.
Mit diesem Ausdruck bezeichnete man in den Nullerjahren, nachdem Formate wie „The Sopranos“ eine „epische“ Erzählweise auf dem Bildschirm eingeläutet und etwas voreilig ein ganz neues Niveau verheißen hatten, die alte Art, im Fernsehen seriell zu erzählen. Der sachlichere Anglizismus lautet „procedurials“: eine abgeschlossene Geschichte pro Folge, ein gleichbleibendes Ensemble in feststehenden Verhältnissen, und am Ende eines Abenteuers ist alles immer wieder so wie zu Beginn. Das war plötzlich out, wenn auch das neue Konzept nichts Neues war: Mehrteiler („Miniserien“) sowie die Ende der 70er Jahre auch bei uns prosperierenden sogenannten Seifenopern aus den USA hatten bereits früher eine durchgehende dramatische Handlung besessen, die sich über Jahre strecken konnte und das Versäumen einzelner Episoden zu einem Problem machte. Als dritte Variante gab es gelegentlich anthologische Formate mit ganz neuen Sets und Figuren je Ausgabe oder später die staffelweise Neuformatierung, etwa bei „True Detective“ oder „American Horror Story“.
Schnell kam das Gerücht auf: „Die Prestigeserien waren nie so schlau wie die Fans es gern gehabt hätten (sie sahen nur besser aus und es wurde mehr geflucht)“ (Nele Pollatschek in der „Zeit“).
Inzwischen gibt es erste Vermittlungsversuche zwischen den Konzepten, denn sie alle haben etwas für sich. Bricht man die Lanze in umgekehrter Knickrichtung heißt das: „Manchmal behaupten Serienkenner, dass das Fernsehen jetzt dank der Streaminganbieter mit ihren Algorithmen wieder so dumm werden würde, wie es einmal war. Auch das ist falsch. Zu sagen, modernes Fernsehen sei schlecht, ist, als würde jemand im Jahr 2012 behaupten, dass niemand mehr gute Telegramme schreibt.“
Die Oneshot-Struktur der klassischen TV-Serien bot und bietet andere Möglichkeiten und verfolgt andere Absichten. Pollatschek: „Wer Woche für Woche die selbe Geschichte erzählt ([etwa] „Anwälte verhandeln einen Fall“), muss sich ständig überlegen, welche Komplexität man noch ausleuchten kann, muss die Story ständig anreichern mit Gedanken, denn die sind nicht nur frei, sondern kosten vor allem auch nichts. (…) Und da das Geld fehlt, um alles mit grandiosen Bildern aufzuhübschen, (…) müssen die Dialoge und Monologe so komisch, so überraschend, so rührend und so klug sein, dass sie allein die Zuschauer an den Fernseher fesseln.“
Ein kleines Budget diszipliniert also. Was hat der Konsument sonst noch davon? Er muss sich nicht monatelang an eine Serie binden (was viele vor der „modernen Serie“ zurückschrecken lässt). Er kann sich einzelne Lieblingsfolgen wieder und wieder ansehen, unabhängig vom Gesamtwerk. Er kann sich über Specials freuen (die „Steinzeit-Folge“, die „Musical-Folge“, die vielen Halloween- und Weihnachtsspecials …). Er kann sich vereinzelt auf eine ganz andere Grundstimmung einlassen – etwa auf besonders finstere, wagemutige, inhaltlich anspruchsvolle oder ungewohnt komödiantische Folgen. Für Letzteres ist das „Raumschiff Enterprise“-Abenteuer „Kennen Sie Tribbles?“ ein besonders gutes Beispiel. Aus diesem Blickwinkel ist es der „lange Atem“ der Erzählung, der die Autoren und ihre Geschöpfe einengt. Ein Problem hatten die Serienmacher des „Golden Age Of Television“ nicht: die Ungnade des Publikums bei einem plötzlichen Ende. Wird eine Fortsetzungsgeschichte unerwartet abgesetzt und die Storyline nicht befriedigend zuende gebracht, werden in der Regel auch die vielversprechenden Anfänge von den liebenden Fans verworfen.
Man stelle sich – wiederum – vor, das wäre nach dem Aus für „Raumschiff Enterprise“ nach der dritten Staffel passiert. Für den Sender war die Sache damit erledigt. Für die Fans ging mit diesem Ärger der Spaß erst richtig los.
betr.: Zweiter Band der „Silver Surfer Classic Collection“ bei Panini / 97. Geburtstag von John Buscema (morgen)
Misery, my sweetest friend – oh, weep no more!
Percy Shelley – „Death“
… twice would be vicious or just repetitious. (…) I never do anything twice!
Stephen Sondheim – „The Seven-Per-Cent Solution“
Ein großes Faszinosum der Marvel Comics aus dem Silver Age* hat sich erst nach dessen Ende erweisen können: die Befristung, die Endlichkeit.
Ironischerweise ist das in jenem Zeitraum geschaffene Repertoire ziemlich genau das, was der Williams Verlag von 1974 bis ’78 auf Deutsch veröffentlichen konnte, ehe er das Programm wieder einstellen musste. (Es bildet außerdem die literarische Vorlage für das „Marvel Cinematic Universe“.) Aus heutiger Sicht könnte man sagen: so abrupt und schmerzhaft dieses Ende für die Leser dieser Generation einst war, es kam erzählerisch zu einem guten Zeitpunkt. Es hatte ohnehin eine Zäsur stattgefunden.

Im frühen Bronze Age zog sich Stan Lee aus dem Autorensessel zurück, was von der Leserschaft auch deshalb kaum bemerkt wurde, weil er mit Roy Thomas einen überaus fähigen Nachfolger aufgebaut hatte. Thomas verhinderte, dass es zu einem qualitativen Bruch gekommen wäre.
Doch da die Marvel-Helden im Gegensatz zu herkömmlichen Comic-Heroen auch alterten, Kinder bekamen, starben …, konnte es nicht ewig so weitergehen. Das Überleben der Zeitachse war die Schattenseite des bahnbrechenden Konzeptes. Der Hulk musste irgendwann (recht früh, wenn man es genau betrachtet) die Wüste verlassen, die ihn hervorgebracht hatte, und in die Stadt gehen; Peter Parker musste irgendwann sein Teenagerdasein hinter sich lassen und „erwachsen werden“; und Captain Marvel ging erst im All verloren und dann in einer unbequemen Kette von Relaunches – nicht einmal sein Krebstod konnte ihn davor bewahren.
Der „Silver Surfer“ verkörpert dieses Paradox mustergültig. Er ist eine ganz besonders charismatische und spitzfindige Heldenfigur aus dem „Haus der Ideen“ – und folglich hatte er zunächst wenig kommerziellen Erfolg. Seine eigene Heftreihe, nachdem er bei den „Fantastic Four“ auf einem Höhepunkt der Dramaturgie eingeführt worden war, brachte es gerade mal auf 18 Ausgaben. Diese passten genau in den Prachtband „Silver Surfer Omnibus“, den Panini im letzten Jahr vorgelegt hat.
Dass es nun mit der „Classic Collection“ trotzdem eine natürliche Fortsetzung gibt, ist eine gute Nachricht – denn schließlich möchte man nach dieser Lektüre nicht wahrhaben, dass die Saga tatsächlich zuende sein könnte. Aber wer, wenn nicht wir Marvel-Leser, könnte besser begreifen, dass darin wiederum eine Ironie liegt? Und was sich daraus machen lässt. Um weiterleben zu können, musste der Surfer seinen Markenkern opfern: den Status des „gefallenen Engels“, des Verbannten.
Bill Slaviscek erklärt es im Nachwort zum besprochenen Band: „Gleich in der ersten Ausgabe befreien Steve [Englehart] und Marshall [Rogers] den Silberstürmer aus seiner Gefangenschaft. ‚Wir werden einen Silver Surfer zeigen, der sein volles Potenzial entfalten kann‘, sagte Steve. ‚Ich habe beim Schreiben festgestellt, dass die Figur ohne die Fesseln ganz anders wird als das, was wir bisher gesehen haben. Es ist wie bei einem riesigen Gorilla im Zoo, der kaum etwas mit seinem Gegenstück in der Wildnis zu tun hat.‘“
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* Siehe https://blog.montyarnold.com/2021/01/11/the-silver-age-of-comics/
Vorrede zum Beitrag vom 15.6.2015
Auf der Improvisation beruhen mindestens zwei anerkannte Kunstgattungen: der Jazz und das Improtheater. Während der Jazz die Improvisation als ein Werkzeug nutzt, das neben anderen (etwa dem Beherrschen eines Musikinstrumentes) auf einer soliden, unverzichtbaren Grundlage steht (einer existierenden Komposition), macht sie das Improvisationstheater buchstäblich zur titelgebenden Tugend und damit zur Hauptsache. Das kann verblüffend und bezaubernd geraten, bedeutet aber auch eine gewaltige Versuchung, sich durchzumogeln. Und das auf eine Weise, die der Jazzmusiker Christoph Mudrich mir gegenüber einmal als „zutiefst unjazzig“* bezeichnet hat.
Improvisation ist – wie so vieles im Leben – eine Sache des richtigen Augenblicks.
Im Leben wie in der Kunst kann sie die Rettung aus größter Not bedeuten oder das entscheidende Detail beisteuern, das aus einer guten Sache einen Geniestreich macht. Sie ist geeignet, Dankbarkeit und Bewunderung auszulösen.
Leider – und das ist die beträchtliche Schattenseite – ist sie auch die wohlfeilste aller Ausreden für jene, die Dankbarkeit und Bewunderung umsonst haben wollen, die als Retter oder Genie dastehen möchten, für das ehrliche Erringen eines solchen Status allerdings entweder zu faul oder zu dumm sind. Sie sind sogar zu faul und zu dumm, sich eine originelle Ausrede für ihre Versäumnisse einfallen zu lassen. Stattdessen sagen sie: ich improvisiere!
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* Sprich: „unjatzich“.
Unter dem Begriff „Cold War Cinema“ ließe sich im Grunde das gesamte Paranoia-Kino* zusammenfassen, das der Kalte Krieg inspiriert hat, also sowohl die amerikanische Variante der 50er Jahre – preiswerte Monster- und Science-Fiction-Filme, in denen die befürchtete Unterwanderung der westlichen Gesellschaft durch die Kommunisten bzw. Russen in Alien-Invasionskonzepte umgesetzt wurden – als auch die im folgenden Jahrzehnt entstandenen britischen Agentenkrimis der James–Bond-Serie sowie ihre zahlreichen Ableger und Parodien (auch in den USA). Doch wer vom „Kino des Kalten Krieges“ spricht, meint in der Regel nur die zweite Variante.
Das Genre der Spionage-Geschichten hat seine Vorläufer in der Literatur des 19. Jahrhunderts und erhielt in Buch- wie auch in Filmform durch jeden der großen Kriege einen Popularitätsschub, auf dem der jeweils nächste aufbauen konnte.
Patrick Heidmann dachte in der „taz“ über das Faszinosum dieses seither immergrünen Genres nach, dass in politischen Krisenzeiten besonders aufblüht: „… sucht das Publikum in diesen Geschichten eher die beruhigende Gewissheit, dass jenseits der Nachrichtenbilder im Verborgenen Menschen agieren, die mit Fachwissen, Hightech und Schusswaffen im Zweifelsfall irgendwie das Schlimmste zu verhindern wissen? Oder die Bestätigung der größten Ängste, dass hinter den Kulissen die Zustände viel bedrohlicher sind, als nach außen behauptet wird, und die Gefahren viel größer.“ Es sei zu vermuten, „dass es in beide Richtungen geht“.
Das legt zuweilen auch die Filmkritik nahe. In einem Buch über Spionagefilme las ich einmal das flaue Fazit: „James Bond verhindert den zu dieser Zeit nicht sonderlichen wahrscheinlichen Dritten Weltkrieg“.
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* Siehe https://blog.montyarnold.com/2015/10/14/miss-froy-und-das-paranoia-kino/
In „Stadt aus Glas“ sagt Paul Auster über seinen Helden, einen pragmatischen Billig-Kriminalschriftsteller, und dessen Metier: „Während sein Geschmack bei anderen Büchern streng, anspruchsvoll bis zur Engstirnigkeit war, kannte er bei diesen [Krimis] beinahe überhaupt kein Urteilsvermögen. Wenn er in der richtigen Stimmung war, konnte er ohne große Mühe zehn oder zwölf davon hintereinander lesen. Eine Art Hunger überkam ihn dann, ein deftiges Verlangen nach einer besonderen Speise, und er hörte nicht auf, bis er sich satt gegessen hatte. Was ihm an diesen Büchern gefiel, war ihr Sinn für Perfektion und Sparsamkeit. Im guten Detektivroman wird nichts verschwendet, kein Satz, kein Wort ist ohne Bedeutung. Und selbst, wenn es zunächst keine hat, steckt in ihm die Möglichkeit, eine zu haben – was auf dasselbe hinausläuft. (…) Da alles, was gesehen und gesagt wird, selbst das Geringfügigste, Trivialste, etwas mit dem Ausgang der Geschichte zu tun haben kann, darf nichts übersehen werden. Alles wird wesentlich, der Mittelpunkt des Buches verlagert sich mit jedem Ereignis, das die Handlung vorwärtstreibt. Daher ist der Mittelpunkt überall, und kein Kreis kann gezogen werden, bevor das Buch endet.“
Um diese Mechanik am Laufen zu halten, darf der Täter nicht erraten werden, bevor es zu seiner Enthüllung kommt.
Es war der Erfolgsautor Edgar Wallace, der über die Kunst, den Leser so lange wie nötig von der zutreffenden Verdächtigung abzulenken, schrieb: „Es ist das Allerschwerste für den Kriminalschriftsteller (…), den gesuchten unbekannten Mörder geometrisch richtig zu placieren. Er soll nicht zu sehr im Vordergrund, darf aber auch nicht zu weit im Hintergrund stehen. Es gibt auch in der imaginären Bühne des Kriminalromans eine ganz bestimmte Stelle im Mittelgrund, die so farblos ist, dass der, der auf ihr steht, fast völlig unsichtbar bleibt – er mag noch so Verdächtiges anstellen.“
betr.: https://blog.montyarnold.com/2024/07/13/altern-von-elke-heidenreich/
Im Sommer pries ich an dieser Stelle die Neuerscheinung „Altern“ von Elke Heidenreich. Das soll auch so stehenbleiben. Der Lauf der Zeit, der zu einer Neubewertung führen könnte, ist noch nicht durchmarschiert.
Trotzdem entgeht mir nicht, wie unglücklich Heidenreichs Buch fast alle anderen hinterließ, mit denen ich darüber gesprochen habe, darunter eine noch betagtere Freundin. Da werde letztlich nur in die Zitatekiste gegriffen und sonst wenig anderes, lautet der Hauptvorwurf.
Mir macht das nichts aus, da die Autorin die Zitate sehr sorgsam zusammensucht – anders als ihr verstorbener Kollege R. W., der ganze Festreden auch schonmal seitenweise aus dem Sammelband „Lustige Weisheiten für den Tag“ zusammenhanglos herunterbeten konnte, ohne rot zu werden.
Ich glaube aber, dass der positive Effekt auch durch die Hörbuch-Ebene zustandekam, in der ich das Buch angetroffen habe. Elke Heidenreich kann sehr gut vortragen. Die leichte Muffigkeit in ihrer Stimme (ihre regionale Mentalitätssprache spielt da sicher auch eine Rolle) lässt es so klingen, als ob sie einem das wirklich alles gerade spontan erzählen würde – mit kurzen Seitenblicken in ihre Lieblingsbücher. Sowas muss man können.
Mir ist das schon einmal so ähnlich passiert. Die berühmte Autobiographie „Der geschenkte Gaul“, ein internationaler Bestseller von Hildegard Knef, wurde auch für seinen immensen Stilwillen gelobt. Knefs Buch beginnt ganz konventionell und fädelt sich dann rasch in einen wirklich abenteuerlich-assoziativen Satzbau ein. Lesend kam ich damit überhaupt nicht zurecht. Ich mag die Doppel-LP von 1970, aber die ist schnell vorbei.
Doch dann gab es 1998 eine CD-Box mit wesentlich mehr Material, immer noch freilich nur Auszüge.
Von der Autorin selbst vorgetragen, ging mir der besondere Stil des Buchs gut ins Ohr, und ich hatte eine herrliche Zeit mit Hildegard Knefs Abenteuern am Broadway und anderswo. Nebenbei: es ist ein Abenteuer besonderer Art, die gleichlautenden Passagen der beiden Aufnahmen – zwischen ihnen liegen fast 30 Jahre – stimmlich zu vergleichen.
Damit wir uns nicht missverstehen: Autorenlesungen sind von abenteuerlich unterschiedlicher Qualität, die meisten sind einfach fürchterlich. Die beiden genannten Beispiele sind ohnehin nicht exemplarisch, da ja beide Interpretinnen auch sonst am Mikrofon gearbeitet haben.
Charles Dickens (der eigentlich Schauspieler werden wollte) soll übrigens ein ganz fabelhafter Vorleser der eigenen Texte gewesen sein. Das müssen wir unseren Vorfahren jetzt einfach mal glauben.