„Doc Savage – Die Festung der Einsamkeit“ (25)

Eine phantastische Erzählung von Kenneth Robeson

Siehe dazu: https://blog.montyarnold.com/2021/10/06/19056/

Fortsetzung vom 21.3.2022

Monk war darauf gefasst, Ham und Long Tom gehörig zu schockieren, als er die beiden Mädchen in Docs Empfangsraum schob, und er wurde nicht enttäuscht. Long Tom klappte den Mund auf, und Ham ließ fassungslos seinen Stockdegen fallen.
„Wer ist das?“ fragte er.
„Ich hab‘ die Damen unterwegs kennengelernt“, sagte Monk gelassen. Er betastete seine Rippen, die immer noch etwas schmerzten. Dann hatte er einen Einfall. Er wandte sich an die Mädchen und zeigte auf Ham. „Wenn wir Fifi retten, werden Sie auf ihn aufpassen müssen. Er ist mächtig hinter Frauen her.“
Giantia und Titania interessierten sich aber mehr für Doc, und es war ihnen anzumerken, dass sie jetzt wirklich beeindruckt waren. Doc trug eine beige Hose und ein hellbraunes Hemd mit offenem Kragen, der seinen ungewöhnlich muskulösen Hals freiließ.
Giantia schielte zu Monk hinüber.
„Ich hab‘ Sie für einen Lügner gehalten“, sagte sie leise.
Monk stellte Doc und den beiden anderen die Mädchen vor.
„Ihr Akzent lässt darauf schließen, dass Sie in der letzten Zeit viel Russisch gesprochen haben“, sagte Doc höflich zu Giantia. „Oder irre ich mich?“
Die Mädchen fühlten sich ein wenig unbehaglich, es widerstrebte ihnen, von ihrer Spionagetätigkeit und dem Aufenthalt im Sträflingslager zu berichten, andererseits wussten sie, dass es nicht zu vermeiden war. Monk mischte sich ein.
„Doc“, sagte er, „ich glaube, die beiden Mädchen wissen über diesen rätselhaften Vorfall einigermaßen Bescheid, sie kennen auch Civan und einen Kerl namens John Moonbeam .“
„John Sunlight“, berichtigte ihn Titania.
„Vielleicht erzählen Sie mir Näheres“, schlug Doc vor.
„Wir wurden in eine Spionageaffäre verwickelt und nach Sibirien verbannt“, begann Giantia. „Wir waren in einem Lager und …“
„Dort haben wir John Sunlight kennengelernt“, schaltete sich Titania ein. „Er hat den Ausbruch aus dem Lager organisiert, und wir sind mit . . .“
„Wir sind mit einem Eisbrecher weggefahren“, sagte Giantia, die so leicht nicht zu unterbrechen war. „Und unterwegs .. .“
„Giantia, sei still!“ rief Titania. „Ich erzähle!“
„Sei du lieber still“, protestierte Giantia. „Ich kann genausogut erzählen wie du und …“
„Vielleicht sollten wir das Fenster schließen”, sagte Doc ruhig, „damit wir vom Lärm draußen nicht abgelenkt werden.“
Obwohl der Straßenlärm hier in der sechsundachtzigsten Etage nicht der Rede wert war, herrschte draußen plötzlich ein ungewöhnliches Getöse. Die beiden Frauen verstummten. Doc trat ans Fenster und lauschte. Ein Reklameflugzeug dröhnte in kaum sechshundert Yard Höhe über die Dächer, und aus dem Flugzeug schallte ein Lautsprecher von der Sorte, mit der im Allgemeinen einer ganzen Stadt gleichzeitig Kaugummi oder Zahnputzmittel angepriesen werden.
Aber Reklameflugzeuge waren über New York ein seltener Anblick; es gab ein Gesetz, das derartige Lärmbelästigungen verbot.
„Hier ist Fifi“, sagte eine Frauenstimme aus dem Lautsprecher immer wieder. „Giantia und Titania, ihr dürft Doc Savage nichts verraten. Hier ist Fifi. Giantia und Titania, ihr dürft …“

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Schimpfwortverzeichnis

Aus Anlass der uncreditierten Überarbeitung eines Dialogbuchs, in dem viele Kraftausdrücke gebraucht, aber nur wenige angeboten werden, habe ich diese Liste angelegt.
Alle Begriffe sind geschlechtsneutral bzw. männlich, es sei denn, sie sind kursiv gesetzt.

Aaskäfer
Affenkopp
Anthropophage
Anthropopitheke
Armleuchter
Arschkrampe
Aufnehmer
Badewasserpirat
Bahnhofspenner
Barrikadenmausi
Bettwanze
Beutelschneider
Bezirksbonze
Bierkutscher
Blindfisch
Blutsäugling
Bold der Scherze
Bordellrevisor
Cartoonfigur
C-Dur-Virtuose
Chefparasit
Charakterschwein
Dabeihaber
Dabeiseinwoller
Damen-Imitator
Defektschauspieler
Drittkabarettist
Druckfehlerteufel
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Endlich wiedergesehen: „Endstation Sehnsucht“

Ich halte mich von einem Großteil der aktuellen Popkultur fern, vor allem von Filmen und Popmusik sowie den wuchernden Shiny-Floor-Showsendungen im Fernsehen. Das gebietet schon die Selbstachtung. Wie sehr mich diese Dinge dennoch erreichen – auf Umwegen, im Grundrauschen des großstätischen Miteinanders –, wie sehr sie ein leises Werk der beiläufigen Kapitulation und Abstumpfung vorantreiben, konnte ich gestern abend erleben.
In kleiner Runde sahen wir uns „Endstation Sehnsucht“ zusammen an. Für mich war es das erste vollständige Wiedersehen mit diesem Klassiker des Theaters wie des Kinos seit Jahrzehnten. Überhaupt habe ich Tennessee Williams lange nicht mehr ausführlich genossen. Ich war so unsagbar bewegt von der Raffinesse des Konfliktes und jedem Wort, dass aus dem Munde dieser Schauspieler kam (aus den Mündern, denn – ja! – ich habe die hinreißende zeitgenössische Synchronfassung eingelegt), so betört von der Atmosphäre dieser Studiobauten (die Nouvelle Vague hatte Pause und wurde nicht vermisst), der Schwarzweißfotografie, der unbeschreiblichen Musik von Alex North. Kurzum: mein Eskapismus führte mich ganz tief ins wirkliche Leben hinein.
Es gab auch eine Überraschung. Die zentrale Figur der verpeilten Southern  Belle Blanche DuBois erregte von Anfang an meinen Widerwillen – beim letzten Mal war ich noch bestrebt gewesen, ihr mit Verständnis begegnen zu wollen.

Heute morgen hieß es: Aufwachen!
Doch um es mit Irving Berlin zu sagen: „The song is ended, but the melody lingers on“!

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Kommt ein Schneeball geflogen

Obwohl ich in den sozialen Medien alle Versuche vermeide, hipper auszusehen als ich tatsächlich bin, wurde ich vor einiger Zeit angemailt und in einen klassischen Dialog verwickelt. Da er in den einschlägigen Dialog-Sammelbänden für Theaterleute fehlt, sei er hier wiedergegeben.

User D.: Hi Arnold, wir kennen uns ja noch nicht, bin hier um mich mit sympathischen Menschen zu vernetzen;) interessierst du dich denn auch gerade für Gesundheit, Ernährungsoptimierung, Definieren oder Aufbauen, Fit sein?
lass doch mal ein Hallo da, damit ich weiß, dass es Dir gut geht! 🥰 

Monty: Hallo, D. – das tut es, gemessen an der allgemeinen Lage.

Hey:) freut mich von dir zu hören ☺️ dein Profil hat echt was, stark 💪🏻💪🏻 mach weiter so bitte 🙏 was machste gerade alles so im Leben? Hug‘s

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Die schönsten Filme, die ich kenne (111): „Live Flesh“

Ein Kritiker schrieb aus Anlass dieses Films: „Wie kaum jemand kann Almodóvar die körperliche Liebe filmisch inszenieren, ohne peinlich oder voyeuristisch zu sein.“ Für diese allweil richtige Feststellung ist „Live Flesh“ ein besonders anschauliches Beispiel.

1970 ächzt Spanien unter den letzten Jahren der Franco-Diktatur. In einem Linienbus kommt Viktor zur Welt. 20 Jahre später hat er sich zu einem stattlichen Burschen entwickelt. Sein erstes sexuelles Erlebnis mit der drogenanhängigen Elena geht gründlich in die Hose. Als er die Unwillige zu Hause bedrängt, alarmieren Nachbarn die Polizei. Viktor landet im Knast und der jüngere der beiden Beamten im Rollstuhl.
Als Viktor Jahre später aus dem Knast kommt, hat er Körper und Geist trainiert, ist aber sexuell noch immer ein Analphabet. Er will sich an dem querschnittsgelähmten Polizisten David rächen, der Elena nach dem tragischen Vorfall erobert und geheiratet hat. Zu diesem Zweck plant Viktor, sich von einer reifen Frau zum „besten Liebhaber der Welt“ ausbilden zu lassen. Der Zufall will, dass diese Frau ausgerechnet Clara ist, die Gattin von Davids älterem Kollegen Sancho. Der cholerische Trinker Sancho hat einst verschuldet, dass der Polizeieinsatz in Elenas Wohnung eskaliert ist (und das sogar mit Absicht).
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis allen Beteiligten die Zusammenhänge klar werden und es zu einem heißblütigen Showdown kommt … 

Pedro Almodóvar ist der wichtigste spanische Filmregisseur der Jahrtausendwende und der aus internationaler Sicht amüsanteste spanische Filmregisseur aller Zeiten.
Seine gelungenen Arbeiten verteilen sich gleichmäßig über die Jahre. Doch sein Temperament ist nach und nach vom grellen Vordergrund in den Subtext gesickert. Die Leidenschaft, die er schon im Namen seiner Produktionsfirma verewigt hat, wird nicht länger mit den Mitteln der Farce ausgelebt, inzwischen ist der Meister im Melodram angekommen. So sehr mich sein neuester Film „Parallele Mütter“ gefesselt hat (so wie lange kein aktueller Film mehr), so sehr fehlt mir der Slapstick seiner Anfänge, die Anarchie, das Tuntige, das Burleske. Die dafür zuständigen Rollen wurden immer kleiner, bis es dann vor einigen Jahren zu einer eruptiven Stewardessen-Klamotte kam, die sich anfühlte, als wolle der Regisseur seine letzten Fans aus der Subkultur mit einem Arschtritt zum Teufel jagen. Was immer gleichgeblieben ist, sind die grandiosen Frauenfiguren und – und das ist wirklich einmalig! – die regelmäßigen dankbaren Altersrollen für diese Schauspielerinnen. Die Männer sehen übrigens heute ganz anders aus: waren es zu Beginn „appetitliche Burschen“, sind es heute durchweg „Frauentypen“.

Den Wendepunkt in diesem Zusammenhang markierte im Jahre 1997 „Carne Trémula“ („Live Flesh“), in dem der frühe und der späte Almodóvar optimal ausbalanciert sind. Wir erleben den Kitsch als ein feinstes Präzisionsinstrument. Als sich der junge Polizist – Minuten bevor er zum Krüppel geschossen wird – verliebt, rauscht die klug ausgeleuchtete Frau seiner Träume in einer Zeitlupen-Einstellung hinter ihm vorbei; in Wahrheit beeilt sie sich, denn er hat sie aufgefordert, sich aus der Schusslinie zu begeben. Seit dem Vorbeischweben von Kim Novak an James Stewart in Hitchcocks „Vertigo“ knapp 40 Jahre zuvor ist Solches nicht mehr so unironisch, aufrichtig und konsequent im Mainstream-Kino vollbracht worden. Ohne Stilbruch führt uns die gleiche Erzählung ins wirkliche, pralle Leben hinein – der unerfahrene, bockige junge Ex-Knacki ist bei seiner sexuellen Lehrmeisterin in den besten Händen, die ihm erklärt, die Muschi werde ihm schon sagen, wann sie bereit sei (doch, doch, das werde sie!); die rührige Puffmutter in der Eröffnungssequenz versaut dem Busfahrer mit jovialem Pragmatismus den Feierabend und macht seinen Bus zum Kreissaal … – und wieder zurück in die große Oper – wenn die desillusionierte Frau zu ihrem Partner sagt, ehe sich beide gegenseitig erschießen werden: „Wie sollen wir es denn sonst zu Ende bringen?“ und wir im Kinosessel wissen, dass dies keine rhetorische Frage ist. Wer Pedro Almodóvar – was noch immer häufig geschieht – mit Fassbinder vergleicht, hat mindestens einen der beiden gar nicht angeschaut.

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O holde Kunst, du meine Trösterin

betr.: 80. Geburtstag von Michael Haneke

Ich habe das Glück, dass die meisten Künstler, deren Arbeit mich bereichert, mir auch persönlich zusagen, wenn ich später in den Genuss ihrer Statements und persönlichen Standpunkte komme (ausgenommen vielleicht die Schauspieler, bei denen die Verhältnisse sehr unterschiedlich sind). Nachdem ich von seinen Filmen fasziniert war, wollte ich sehr bald auch alles lesen oder hören, was Michael Haneke in Interviews gesagt hat, denn immer wieder bringt er etwas auf den Punkt, was ich noch im Begriff war zu sortieren. 
Dass ich – ungeachtet meiner Kindheit als Sohn einer katholischen Kirchenmusikerin – auf Religion, Ideologien und andere Arten geistig-moralischer Clubmitgliedschaft nie so recht angesprungen bin, liegt zu einem großen Teil daran, dass ich meine Religion in der Kunst gefunden habe, vor allem in der Musik.
Michael Haneke (er wurde protestantisch erzogen) findet die hübscheren Bilder dafür und die tieferen Zusammenhänge: „Mich hat die Strenge dieser Religion fasziniert, die Selbstbeobachtung: Nicht Gott vergibt dir, sondern du musst es selbst tun. Auch das Elitäre am Protestantismus hat mich nicht kaltgelassen. (…) Religion funktioniert auf verschiedenen Ebenen. Ihr globaler Erfolg beruht auf der Suggestion, sie könne Menschen, die an sie glauben, beschützen. Religion stellt eine Garantie für ihre Anhänger dar, wie bei der Pacal’schen Wette: Setze auf Gott, dann hast du etwas davon. So läuft es aber in der Kunst nicht. Sie verspricht nichts, keine Erlösung, nichts. Sie kann nur ein Angebot zur eigenen Öffnung machen. Schau her, du kannst dich darauf einlassen oder nicht. Am eindrucksvollsten ist es in der Musik. Sie ist Jubel über die Schöpfung und Klage zugleich. Die Trauer, die in der Musik liegt, hat einen Adel. Lassen Sie es mich so sagen: Mir ist die Kunst sympathischer, weil sie den Menschen in seiner Selbständigkeit höher schätzt. Die Religion tut so, als wüsste sie, wo es langgeht. Das gefällt mir nicht und hat mich lebensgeschichtlich von ihr entfernt.

Aus dem Buch „Nahaufnahme Michael Haneke“, Alexander Verlag Berlin 2008

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Die wiedergefundene Textstelle: Wer war Mr. Hyde?

Die viktorianische Novelle „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ ist ein Phänomen des Medienzeitalters. Bereits in der Stummfilmzeit wurde sie unzählige Male verfilmt und sicher ebensooft parodiert, in der Folge eroberte sie den Tonfilm, die Bühne, den Bildschirm, das Radio, den Comic. Gut 100 Jahre nach ihrer Entstehung setzte sie zu einem neuerlichen Karrieresprung an: sie wurde endgültig zu einem Topos der Popkultur, der Dracula und Frankenstein in nichts mehr nachsteht. Auch mehrere Musicals sind inzwischen vorgelegt worden.
Die immense Beliebtheit des Stoffes hat eine betrübliche Nebenwirkung: das Rätsel dieses Thrillers (Mr. Hyde = der Verborgene) ist schon lange keines mehr. Jeder kennt die Pointe, nämlich dass Dr. Jekyll und Mr. Hyde dieselbe Person sind. Das hat dazu geführt, dass in den Adaptionen von vorneherein der Prozess der Verwandlung und das Doppelleben im Vordergrund stehen und die ursprüngliche – recht attraktive – Mystery-Ebene verloren geht.
Rein äußerlich hat sich der entsetzliche Mr. Hyde in unserer allgemeinen Wahrnehmung als vierschrötiger, haariger Unhold manifestiert, der über gewaltige Körperkräfte verfügt; meistens trägt er ein Cape wie es die Bösewichter in den Londoner Gruselgeschichten des späten 19. Jahrhunderts eben so tragen. (In einer Verfilmung der Hammer Studios ist er ein gutaussehender Verführer, dessen Verkommenheit nur die inneren Werte betrifft, was eine hübsche Variante darstellt.)
Aber wie sah Mr. Hyde tatsächlich aus? Werfen wir einen Blick in den Urtext von Robert Louis Stevenson, der auch in voller Länge eine (Wieder-)Entdeckung wert ist.

Der Kerl war kein menschliches Wesen, er gemahnte an irgendeinen verdammten Klabautermann. Es liegt etwas Schlimmes in seiner Erscheinung, etwas Unangenehmes, etwas geradezu Widerwärtiges. Noch nie sah ich einen Menschen, der mir so missfiel, und dennoch weiß ich kaum, weshalb. Er ist ein ganz ungewöhnlich aussehender Mann, und doch vermag ich tatsächlich nichts in dieser Hinsicht namhaft zu machen.
Ich kann ihn nicht beschreiben, aber es ist nicht etwa eine Lücke in meinem Gedächtnis, denn ich sehe ihn in diesem Moment ganz deutlich vor Augen. Er war klein und äußerst einfach gekleidet, blieb vollkommen ruhig, warf mir aber einen Blick zu, so grässlich, dass mir der helle Schweiß hinunterlief. Mr. Hyde war bleich und gnomenhaft. Er machte den Eindruck eines Verwachsenen, ohne dass man einen Defekt anzugeben vermochte. Mehr noch fiel mir seine anscheinend große Muskelstärke auf, die mit einer sichtlich schwachen Gesundheit verbunden war. Er hatte ein unangenehmes Lächeln. Sein Benehmen war gewissermaßen eine mörderische Mischung von Zaghaftigkeit und Unverschämtheit, und er sprach mit einer rauen, flüsternden und wie gebrochen wirkenden Stimme. Das waren wohl alles Punkte, die gegen ihn einnahmen, aber alle zusammen vermochten nicht diesen bis dahin nie gekannten Widerwillen zu erklären, nicht den Ekel und die Furcht, mit welcher ich seiner gedenke. Irgendetwas ist noch da, für das ich keinen Namen zu finden vermag. Gott schütze mich, der Mann hat kaum etwas Menschliches an sich! Etwas von einem Troglodyten, könnte man fast sagen. Oder ist es nur der Widerschein seiner verfluchten Seele, die hindurchschimmert und den ganzen Körper verunziert? Das wird es sein! Oh mein armer Henry Jekyll, wenn ich je Satans Zeichen auf einem Antlitz erkannte, dann auf dem deines neuen Freundes!

Nach seinem ersten verhängnisvollen Schluck aus der Pulle im 19. Jahrhundert mutiert Mr. Hyde fröhlich durch die Popkultur – hier bei MARVEL im Jahre 1967.
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„Doc Savage – Die Festung der Einsamkeit“ (24)

Eine phantastische Erzählung von Kenneth Robeson

Siehe dazu: https://blog.montyarnold.com/2021/10/06/19056/

Fortsetzung vom 14.3.2022

Giantia schien es plötzlich eilig zu haben. Sie trat das Gaspedal durch. Monk beobachtete fasziniert die Verkehrspolizisten, die aufgeregt fuchtelten und resigniert die Arme sinken ließen, wenn der Wagen an ihnen vorbeijagte. Sie kannten den Wagen und wussten, dass Doc Savage einen Sonderstatus genoss.
Offenbar hatte Giantia kein bestimmtes Ziel, sie suchte lediglich einen ruhigen Platz inmitten hoher Bäume, der nicht leicht einzusehen war.
„Ihnen ist da ein kleiner Irrtum unterlaufen“, sagte Monk zaghaft.
„Der Irrtum liegt bei Ihnen“, sagte Titania, „sonst wären Sie gar nicht erst geboren worden.“
Monk zuckte zusammen und suchte angestrengt nach einem Ausweg. Er konnte die beiden Frauen nicht überwältigen, daran war nicht zu denken. Doc und die beiden anderen würden ihn kaum suchen, und falls sie ihn suchten, wussten sie mit Sicherheit nicht, wo sie anfangen sollten. Es kam auch nicht in Betracht, aus dem Wagen zu springen; bei einem Tempo von fünfundsiebzig Meilen in der Stunde verbot sich diese Fluchtmöglichkeit von selbst.
„Ich gehöre zu Doc Savages Gruppe“.
„Doc Savage ..“,sagte Titania. „Noch nie gehört.“ Jetzt war Monk überrascht. Leute, die Doc Savage nicht wenigstens vorn Hörensagen kannten, waren in den Vereinigten Staaten selten geworden.
„Was ist das für ein Doc?“ wollte Giantia wissen. Monk hielt einen Vortrag, bis Giantia und Titania endlich doch etwas beeindruckt waren. Giantia stoppte den Wagen.
„Erzählen Sie das noch einmal“, sagte sie.
„Doc Savage ist ein Mensch“, sagte Monk, „der es sich zur Aufgabe gemacht hat, anderen Leuten aus der Klemme zu helfen. Ich weiß, es klingt befremdlich, aber es stimmt.“
Er begann seinen Vortrag von vorn. Ham, der brillante Redner, hätte von ihm lernen können.
„Also ein intelligenter Muskelmann . . .“, meinte Titania.
„So könnte man es ausdrücken”, sagte Monk. „Groß?“ fragte Titania.
„Sehr groß.“
„Ich wollte schon immer mal einen Mann kennenlernen, der größer und stärker ist als ich“, sagte Titania träumerisch. Monk atmete tief ein. Er witterte eine Chance, doch noch ungeschoren davonzukommen.
„Doc“, sagte er, „hat auch noch nie ein Mädchen gefunden, das ihm einigermaßen gewachsen war.“
Er überlegte, dass Doc ihn vermutlich für diese lockeren Reden mit Verachtung strafen würde, aber jetzt kam es vor allem darauf an, diese erzürnten und verblendeten Catcherinnen zu beschwichtigen.
„Vielleicht sollten wir mit ihm sprechen“, schlug Titania vor. „Vielleicht kann dieser Doc unsere Fifi vor Sunlight retten.“
„Das kann er bestimmt!“ versicherte Monk schnell.
„Wir wissen alles über Sunlight und über die Blaue Kuppel, und überhaupt alles“, sagte Giantia.
„Doc wird sich über diese Informationen freuen“, behauptete Monk ernsthaft.
Giantia wendete den Wagen und fuhr nach New York zurück.
„Sagen Sie mir, wie ich fahren soll“, meinte sie. „Vor allem nicht so schnell“, sagte Monk.

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Platznachteil für Späteinsteiger

Aus der Serie „Ixen für Anfänger“ über die Arbeit am Mikrofon

Wer in die Sprecherszene einsteigen möchte, ohne als Sprecherkind quasi im Studio aufgewachsen zu sein, hat es schwer. Selbst wenn er oder sie eine Schauspielausbildung hat, ist das kein Freibrief – diese wird im öffentlich-rechtlichen Hörspiel geschätzt, an allen anderen Stellen der Branche aber eher beargwöhnt.
Wer 30 oder älter ist hat es noch schwerer. Nicht nur weil er dann nicht mehr schlichtweg wegen seiner Jugend attraktiv ist (in dem Sinne, dass viele Kollegen einfach gern von Zeit zu Zeit junge Menschen um sich haben), sondern auch weil er die Frage provoziert: „Wo haben Sie die ganze Zeit gesteckt? Wir kennen Sie ja noch gar nicht. Können Sie das denn überhaupt?“
Diese Frage wird nicht offen gestellt, aber sie steht im Raum, und sie ist nicht unberechtigt.
Natürlich gibt es viele mittelmäßige Kräfte, die sehr gut zu tun haben. Sie  werden wegen ihrer Abkunft eingesetzt, wegen ihrer Routine (was nicht zwangsläufig zu Qualität führt, aber gut durch die Dispo hilft), wegen ihrer Fähigkeit, Aufnahmeleiter um den Finger zu wickeln oder schlichtweg weil sie gestern auch schon gebucht waren. Diese Kriterien lassen sich auf Anfänger nicht übertragen und wären ohnehin keine Arbeitsgrundlage.

Ich muss in diesem Zusammenhang immer an das Berufsethos amerikanischer Sängerinnen und Sänger denken, die eine Karriere im klassischen Fach anstreben.
Der Konzert- und Opernkritiker Kai Luehrs-Kaiser bekannte einmal, dass das Timbre amerikanischer Stimmen – vor allem bei Sopran und Mezzosopran – auf ihn immer etwas künstlich wirkt, so als wäre ein Bühnenscheinwerfer darauf gerichtet (was nicht als Kritik gemeint war). Als er eine Betroffene darauf ansprach, nämlich Joyce DiDonato, erklärte sie ihm: „Wir Gesangsstudentinnen in den USA kriegen als erstes beigebracht: Folge den Regeln, die wir dir aufzeigen, denn du wirst durch Perfektion einen Platznachteil gutmachen müssen, den du als Amerikanerin hast, weil Oper und Klassische Musik eine genuin europäische Angelegenheit sind.“
Also: Technik und Bruststimme in den Vordergrund stellen. Üben, üben, üben – denn Nachlässigkeit ist eine beliebte aber schlechte Ratgeberin.

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Die wiedergefundene Textstelle: Alles über die FDP

betr.: Billigung des neuen Corona-Infektionsschutzgesetz durch Bundestag und Bundesrat

Dass wir jetzt nicht einmal mehr eine Maskenpflicht haben, obwohl die Infektionswerte steigen und steigen, verdanken wir jener zuverlässig gesinnungslosen Partei, die die wenigsten Wählerstimmen der Koalition bekommen hat und von der sich die anderen beiden dennoch unentwegt auf der Nase rumtanzen lassen.
Und das geschieht auch in anderen Zusammenhängen, die ähnlich ärgerlich sind. – Die Quittung kommt!
Der Journalist Willi Winkler hat in einem Funk-Interview zu seinem Buch „Deutschland eine Winterreise“ (2014) alles zu diesem Thema gesagt:

Als guter Demokrat kann man die FDP nur hassen.
Sie fing an als Auffangbecken unverbesserlicher Nazis, hat sich sehr schnell weiterentwickelt zur Mehrheitsbeschafferin, sammelte dann alle Lobbyisten dieser Erde ein, es ist eine Großmacht der Korruption und hat halt jedem durchreisenden Herren gedient, sei es eben die CDU oder die SPD, sie ist prinzipienlos, sie will nichts außer ihrer Vorteile für ihre Klientel, sie ist überflüssig. Es wäre doch schön und die Welt ein schönerer Ort ohne die FDP.

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