Wie man ein gutes Interview gibt

Corona hat die Evolution unseres Medienverhaltens im Zeitraffer vorangetrieben. Nicht nur Konferenzen / Meetings und Anschisse finden nun fast naturgemäß am heimischen PC statt, auch bei Interviews sitzt man sich nur noch selten persönlich gegenüber.
Mein Kollege Sebastian Krämer erzählte er mir, wie er am liebsten Interviews gibt: nicht etwa per Zoom (da fällt einem immer erst hinterher ein, wie schlagfertig man hätte sein können) oder als Fragebogen (weil sich das Gespräch da nicht entwickeln kann). Die Lösung ist der Schriftwechsel. Jede Frage kommt per Mail, wird ebenso beantwortet, und so geht das hin und her bis es heißt: „Wir danken für dieses Gespräch“. Diese Methode ist wenig zeitaufwändiger, aber sie führt zu wohlüberlegten Ergebnissen, die man hinterher nicht einmal mehr redigieren muss.

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Die Gags böse, die Songs schmissig, die Liebesszenen berührend

betr.: 8. Todestag vom Mickey Rooney

Als Kinderstar groß zu werden und dann im Geschäft zu bleiben, ist eine besondere Herausforderung. Der Fall Mickey Rooney ist aus zwei Gründen bemerkenswert: erstens weil er auch als Erwachsener kaum größer war (knapp einen Meter sechzig) und zweitens weil seine Schauspielerlaufbahn die allerlängste gewesen ist. Rooney startete im Alter von 15 Monaten mit seinen Eltern im Vaudeville, als er in einem maßgeschneiderten Mini-Smoking über die Bühne krabbelte. Sein letzter Film kam mehr als 90 Jahre später heraus, wenige Monate nach seinem Tod. Es waren Spielschulden und die Alimente für seine zahllosen Ex-Frauen, die ihn immer weiterarbeiten ließen. Aber um so vorgehen zu können, muss man eben auch gefragt sein.

Als Teenie-Star und „Triple Thread“ beim Musical-Studio MGM ist er mir besonders ans Herz gewachsen, und – ja, ich gebe es zu! – ich habe mich über seinen Mr. Yonushi in „Frühstück bei Tiffany“ kaputtgelacht. Außerdem hat er z.B. Thomas Alva Edison und „Huckleberry Finn“, „Babyface Nelson“ und den Puck in Max Reinhardts „Sommernachtstraum“ gespielt.
Was sich mir besonders ins Gedächtnis gebrannt hat, sind aber zwei späte Gastauftritte in Dokumentarfilmen, die Mickey Rooney gleichwohl als großen Entertainer ausweisen.
In den 90er Jahren sprach er über seine früh verstorbene Partnerin Judy Garland. Was er sagte – dass er sie sehr gern gehabt hat und dass ihr bei MGM niemand Drogen verabreicht habe – war nicht weiter überraschend, aber wie er es sagte! Jahre später wurde er in einem Portrait zu seiner Kollegin Hedy Lamarr befragt. Er saß mit seiner Frau (diese Ehe dauerte länger als alle vorherigen zusammen) auf dem Sofa. Rooneys Temperament und Mimik waren von der Elastizität einer Cartoonfigur. Seine Frau stachelte ihn dazu auf, irgendjemanden zu parodieren, und in dieser kurzen Sequenz entstand der Eindruck, es müsste herrlich sein, in der Stube der Rooneys sitzenzubleiben und sich zu amüsieren, während das Lamarr-Forscherteam mit seinem Projekt weiterzieht. – Damit wir uns nicht missverstehen: dieser Auftritt hatte nichts von einem Party-Alleinunterhalter, der ungefragt herumblödelt. Ganz im Gegenteil: es war das gleißende Aufblitzen eines großen Comedy-Talents. Und das mit 90!

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Helikopter-Mutti der Nation

betr.: 11. Todestag von Witta Pohl (gestern)

Weder die ZDF-Serie „Diese Drombuschs“ (1982-94) noch ihr fulminanter Erfolg beim deutschen Publikum lassen sich mit unseren heutigen Begriffen von „Serie“ oder „Serienkonsum“ noch fassen. Schon zu seiner Zeit verstieß das Format gegen alle Sehgewohnheiten. Zum Jahreswechsel gab es jeweils einige spielfilmlange Folgen, die die Erlebnisse einer Darmstädter Familie erzählten. Es ging betont alltäglich zu, es wurde geheiratet, gebaut, sich mit Ämtern herumgeärgert und – zum Ende hin zunehmend – verunglückt, gestorben, sogar abgefackelt. Der Showrunner Robert Stromberger beschrieb es so: „Hier geht es nicht um Seifenblasenprobleme, sondern darum, wie das Leben wirklich ist!“
Außerdem wurde sehr viel geredet. Die Diskussionen waren nicht als Schlagabtausch angelegt, sie gliederten sich in regelrechte Traktate, deren wichtigste Interpretin Mutter Drombusch war, die alle Umbesetzungen und Serientode bis zuletzt überstand (ihr von Hans-Peter Korff gespielter Ehemann floh nach wenigen 13 Folgen aus seiner Rolle). Die große Predigerin Vera Drombusch wurde von Witta Pohl gespielt, einer Eppendorfer Fernsehtragödin, die zeitweise als Nachfolgerin von Inge Meysel (auch sie eine Stromberger-Heroine) als „Mutter der Nation“ betrachtet wurde.

Witta Pohl liegt mir sehr am Herzen. Sie war früher eine Heldin meiner Parodien und wird heute im Unterricht regelmäßig beschworen – wenn auch nicht als Vorbild im eigentlichen Sinne.*
Das Image der Helikopter-Mutti durchwehte (lange vor der Prägung dieses Begriffs) all ihre späteren Engagements. Sie spielte eine Hebamme, eine Gerichtsreporterin, hatte immer wieder mit der Polizei zu tun („Der Alte“). Gleich nach dem Ende der „Drombuschs“ warb Witta Pohl für ein Waschmittel, und wie nahtlos und folgerichtig sich das anfühlte, war das eigentlich Irritierende daran.
„Egal, was ich spiele“, bekannte sie einmal, „ich bleibe immer Witta Pohl!“
Als Dieter Wedel sie in einer großen Boulevardzeitung ermahnte, den guten Menschen der Nation nicht auch immerfort im Privatleben zu spielen, weil das ihr Rollenprofil einenge, sagte sie dem gleichen Blatt: „Ich weiß, dass ich nichts Böses will, verstehe aber auch, dass man den Leuten mit ewiger Güte auch auf die Nerven gehen kann.“ Herr Wedel war der Schauspielerin auf den Leim gegangen (Chapeau!). Er ahnte nicht, dass die Gute durchaus Haare auf den Zähnen hatte. Als Schauspieldozentin ließ sie mehrere junge Kollegen durchfallen, weil sie die Frage nicht beantworten konnten, wem das Denkmal auf dem Hamburger Gänsemarkt gewidmet ist (nämlich Gotthold Ephraim Lessing). „So geht es nicht!“ pflegte sie sich zu entrüsten.

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„Doc Savage – Die Festung der Einsamkeit“ (26)

Eine phantastische Erzählung von Kenneth Robeson

Siehe dazu: https://blog.montyarnold.com/2021/10/06/19056/

Fortsetzung vom 28.3.2022

8. Kapitel
Fifi geht aufs Ganze
(Quest For Fifi)

Der Einfall, ein Reklameflugzeug über New York zu schicken, um jemanden davor zu warnen, Doc Savage etwas zu verraten, war beinahe so phantastisch wie das Verschwinden des Diplomaten Manow, aber er hatte Erfolg, mehr Erfolg als ein Aufruf in einer Zeitung oder über den Rundfunk hätte haben können.
Doc schloss hastig das Doppelfenster, aber es war zu spät.
„Was war das?“ rief Titania.
Sie lief zum Fenster und riss es wieder auf. Giantia folgte ihr. Beide horchten. „Hier ist Fifi“, sagte die Stimme am Himmel. „Giantia und Titania, ihr dürft Doc Savage nichts verraten.“
„Fifi!” Titania schluckte. „Das ist ihre Stimme …“
„Sunlight ist bei ihr im Flugzeug!“ jammerte Giantia.
Sie standen da wie hypnotisiert.
„Erzählen Sie weiter“, sagte Doc ruhig. „Wer ist John Sunlight?“
Titania und Giantia sahen ihn an und pressten die Lippen zusammen.
„Wir dürfen Ihnen nichts verraten“, sagte Titania leise.
„Sunlight würde Fifi ermorden“, fügte Giantia hinzu. Sie waren krank vor Angst um ihre kleine Schwester. Doc wandte sich an Monk.
„Wieviel haben sie dir unterwegs erzählt?“
Monk kratzte sich verlegen am rechten Ohr.
„Nicht viel, Doc“, räumte er ein. „Sie haben etwas über eine blaue Kuppel gesagt, aber ich hab’s nicht richtig verstanden . . .“
„Über eine — was? !“ Docs Gesicht war wie Metall.
„Eine blaue Kuppel“, wiederholte Monk. „Diesen Ausdruck haben sie benutzt.“
Doc machte auf dem Absatz kehrt und eilte in die Bibliothek. Monk wollte ihm folgen, aber Doc schlug ihm die Tür vor der Nase zu. Er trat an das Fenster und blickte hinaus. Er ballte die Fäuste und öffnete sie wieder, es war ihm anzusehen, dass er sich nur mühsam beherrschte. Hätten seine Männer ihn beobachten können, wäre ihnen vielleicht aufgegangen, dass Doc mehr über diese blaue Kuppel wusste, als sie sich träumen ließen. Weder Monk noch Ham oder Long Tom hatten je von einem solchen Gebäude gehört, aber Doc wusste, wovon die Mädchen gesprochen hatten, und es war für ihn ein Schock, diese Worte im Zusammenhang mit dem Geheimnis um Serge Manow zu hören.
Er grübelte und konnte nicht umhin, sich selbst die Schuld für den Vorfall zu geben. Schließlich kehrte Doc ins Empfangszimmer zurück.

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Tierhaargespräche

geführt von Monty Arnold

betr.: offizielles Ende der Maskenpflicht

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Nachhaltig nachhören

betr.: Neue Transponderfrequenzen der ARD / Nachtrag zum Beitrag vom 30.12.2021

Manche Sendungen stehen zum Download bereit, manche nur zum Nachhören. Auch diese lassen sich teilweise archivieren. Am Beispiel einer schönen Sendereihe auf rbbkultur sei das hier erklärt:

Per Suchmaschine wird der video & audio downloader aufgespürt. Das add on kommt sofort, dann noch auf „hinzufügen“ klicken. Fertig. In ganz seltenen Fällen muss man den Browser kurz schließen und wieder öffnen.
Diese Funktion/Erweiterung findet sich dann links oben im Browser, meist unter einem Symbol, das aussieht wie ein kleines Puzzleteilchen. 
Wenn diese Erweiterung installiert ist:
Rufen Sie die rbbkultur-Seite auf. Gehen Sie zu „meine Musik“ https://www.rbb-online.de/rbbkultur/radio/programm/schema/sendungen/meine_musik.html

Dann spielen Sie das gewünschte Audio, so wie Sie das auch beim Streamen machen würden. (Das ist wichtig). Klickt man nun, während das Audio läuft, auf die Erweiterung (also erst aufs Puzzleteilchen und dann auf den Downloader) , erscheint ein langer blauer Link (meist eine Zahlenkolonne). Das ist die Datei zum downloaden: rechte Maustaste und dann  in den Zielordner.

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Platznachteil für Späteinsteiger (2)

betr.: Sprechen am Mikrofon

Fortsetzung vom 20. März

Der späte Einstieg stellt uns aber auch handwerklich vor besondere Herausforderungen.
Viele, die den Entschluss fassen, Unterricht zu nehmen und das Sprechen am Mikrofon als berufliche Tätigkeit anzustreben, gehen davon aus, Sprechen könne letztlich nicht so schwer sein. Schließlich tun wir es ja jeden Tag, und meistens fühlen wir uns ganz prima dabei. Der Hinweis, hier ginge es in erster Linie gar nicht ums „Sprechen können“ oder um eine schöne Stimme, sondern um die Fähigkeit richtig zu lesen, macht wenig Eindruck. Lesen kann ja schließlich auch jeder.
Meistens lesen wir aber nicht so gründlich, wie es am Mikrofon nötig ist. Im Alltag würden wir die Anforderung, jeden Satz nicht nur zu durchdringen, sondern ihn auch richtig in den größeren Zusammenhang einzufügen, ehe wir ihn aussprechen, als stressig empfinden. Was wir im Alltag wiederum sagen (was wir also sprechen ohne es abzulesen), geschieht deshalb so souverän und anstrengungslos, weil wir den Zusammenhang bereits kennen und weil wir in der Regel vorher wissen, was wir gleich sagen werden.
Mit zunehmendem Alter lässt die Fähigkeit nach, an dieser Struktur etwas zu ändern. Das beginnt schon bei Kommandos wie „bitte etwas langsamer“, es gilt ganz besonders für die Befolgung der wichtigsten Regel am Mikrofon: Sag nur, was du genau verstanden hast.
Zu der abnehmenden Bereitschaft, sich beim Reden reinreden zu lassen, kommt die Macht der Gewohnheit hinzu. Je älter man ist, desto länger hat man alles schon immer so gemacht – auch wenn es unter professionellen Gesichtspunkten falsch ist.
Zu der abnehmenden Bereitschaft, sich beim Reden reinreden zu lassen, kommt die Macht der Gewohnheit hinzu. Je älter man ist, desto länger hat man alles schon immer so gemacht – auch wenn es unter professionellen Gesichtspunkten falsch ist.

Zu keiner Zeit unseres Lebens schätzen wir es, korrigiert und belehrt zu werden, schon gar nicht wenn es um unsere verbale Kommunikation geht, eine Verrichtung, die (wie das Atmen) die meiste Zeit automatisch und unbewusst passiert. Ist man erst einmal 40 Jahre und älter, wird es zur völligen Zumutung, in diesem Zusammenhang etwas zu ändern.
Diese Warnung steht bei mir immer am Anfang der Probestunde. Sie wird stets sehr sportlich genommen („Ach, kein Ding, deswegen bin ich ja hier!“). Diese Entschlossenheit hält noch bis zum Ende der ersten Stunde. Doch der zweite Termin wird in der Regel nicht mehr wahrgenommen.

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Alte weiße Schneemänner

betr.: Es hat geschneit

Formfokus und Verhedderung

Als ich heute morgen beim Verlassen meiner Wohnung zwei überglückliche Kleinkinder mit leuchtenden Glotz-Äuglein im Schnee herumwühlen sah, war ich tief bewegt. Auf dem Weg zur U-Bahn ging mir durch den Kopf, dass das Winter Wonderland (es hielt nur wenige Stunden) auch eine Schattenseite hat.
Die Seltenheit solcher Temperaturen hat uns mindestens ein weiteres Scheingefecht erspart. Da es in den letzten Jahren schlicht am Rohmaterial fehlt, Schneemänner zu bauen, kann sich niemand organisiert darüber aufregen, dass man doch auch Schneemänninnen bauen müsste, um sich nicht mal wieder als elender Sexist aufzuführen. Und damit ist das glücklich abgewendete Shitstorm-Gespenst noch nicht am Ende. Hätten wir nämlich in unserer woken Epoche noch immer die Möglichkeit, Schneemänninnen zu errichten, stünden wir vor der heiklen Aufgabe, sie sexuell kenntlich zu machen, damit es eben nicht doch wieder nur frauenverachtende Schneemänner sind. Das Geschrei, das sich angesichts der dazu notwendigen Schneetitten erhöbe (der einen wären sie groß, dem anderen zu mickrig), will ich mir gar nicht ausmalen.

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Metamorphing

Die Schauspielerin Katharine Hepburn (1907–2003) hat auf die Frage, ob sie sich ihre alten Filme denn heute noch anschaue, geantwortet, sie habe keine Lust, sich in den Stadien ihres schleichenden Verfalls zu betrachten.
Als Facebook-Nutzerin hätte sie heute die Möglichkeit, das sogar ohne ihre Filme nicht zu wollen. Auf dem sozialen Netzwerk häufen sich Collagen, die Filmstars und sonstige öffentliche Personen im Zeitraffer abbilden, meistens mit liebevollen Grüßen an die Fans. Es gibt sogar eine sehr hübsch gemachte Serie mit Morphing-Effekten und Musik. Etwas weniger freundlich ist der immer wieder bei mir aufploppende Link zu einem Zeitungsartikel, der zu einem Artikel führt, in dem der Verfall des ehemals „schönen“ Filmstars Brendan Fraser in den Blick genommen wird.

Cartoonfigur müsste man sein: Homer Simpson (ganz links) Mitte der 70er Jahre als Jugendlicher und im Kreise seiner Familie. Das Bild rechts zeigt ihn 1989 im Alter von 34 Jahren. Seither ist er nicht mehr gealtert.

Gegen solche Diashows ist natürlich nichts zu sagen – zumal bei öffentlichen Persönlichkeiten -, aber wozu sie (einmal angesehen von den genannten Gratulationsbegründungen) gut sind, wird nicht dazugesagt.
Der einzige Grund, der mir sofort einleuchtet: es wird getan weil es heute jeder tun kann – heute, da ein unerschöpfliches Bildarchiv im Netz bereitsteht. Man braucht gar nicht zu wissen, um wen es eigentlich geht, die Suchmaschine macht’s trotzdem möglich.
Vielleicht will sich eine immer länger lebende Gesellschaft einfach vergewissern, dass wir auch mit den Reichen und Schönen in einem Boot sitzen.

Marlene Dietrich hat sowas schon 1983 kommen sehen, als sie sich für einen Dokumentarfilm über ihr Leben und Werk nicht vor die Kamera begeben wollte. „Ich bin zu Tode fotografiert worden!“ lautete ihre rasch zum geflügelten Wort aufgestiegene Begründung. Ihre greise Stimme genügte, um den Film auch ohne aktuelle Bilder zum Welterfolg zu machen. Kaum war die Diva verschieden, beschickte ihre Tochter Maria Riva die Boulevardpresse stapelweise mit unvorteilhaften Altersbildnissen ihrer Mutter. Es war Teil eines offenen Rachefeldzugs.*
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* Dieser wird unter https://blog.montyarnold.com/2015/04/01/ganz-schoen-alt-die-arme-kleine/ näher erläutert.

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Die wiedergefundene Textstelle: Lieber gar keine Nachrichten

betr.: Fran Lebowitz

Seit Martin Scorsese seine alte Freundin, die lesbische New Yorker Schriftstellerin und Humoristin Fran Lebowitz in der Reihe «Pretend It’s a City» auf Netflix in Gespräche verwickelt, steigt das allgemeine Interesse am galligen Humor der betagten Intellektuellen. Nun wollen viele Menschen ihre mit heiterer Gelassenheit vorgetragenen Griesgrämigkeiten auch lesen. Das daraufhin herausgebrachte Buch „New York und der Rest der Welt“ ist mit älteren Texten gefüllt, aber was Fran Lebowitz zu erzählen hat, ist weder an diesen Ort noch an seine Zeit gebunden. Ein Freund, der sich gerade eine strikte Nachrichten-Sperre verordnet hat, um nicht ständig an das Treiben Wladimir Putins erinnert zu werden, fühlte sich von diesem Text besonders gut verstanden:

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