Tierhaargespräche

geführt von Monty Arnold

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Mehr barfuß als Lackschuh

betr.: 18. Todestag von Harald Juhnke

Der Prophet gilt nichts im eigenen Land – oder doch zumindest sehr viel weniger als bei den nächsten Nachbarn. Die Wenigsten wissen, dass dem “deutschen Sinatra” Harald Juhnke im französischen Comic ein biographisches Album gewidmet wurde (woran in Deutschland gar nicht zu denken wäre). Der Belgier Maurice Maréchal (1922-2008) vollendete kurz vor seinem Tod das Album “’aralde Junque – Toujours Liquide”, in dem er den großen Berliner Schauspieler und TV-Unterhalter nur abseits seiner künstlerischen Arbeit zeigt: in der Familie, auf dem Weg zur Probe, vor der Show, nach der Vorstellung. Wir versinken in der Leere, die sich nach dem Verklingen des Schlussapplauses in der Einsamkeit des Hotelzimmers breitmacht, und begleiten ihn in die Provinz, wo er Abstand von der Großstadt und ihren Verlockungen zu finden hofft.

Der Künstler inkognito auf dem Lande (Editios du Lombard)

Marechals nächster Streich wäre übrigens “Son sans lumière” gewesen, eine Schilderung der frühen Versuche von Michel Friedman, eine seriöse Chanson-Karriere zu machen. Dazu ist es leider nicht mehr gekommen.

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Ixen für Anfänger

Ixen – eine Technik, die vorwiegend in der Synchronarbeit zum Einsatz kommt – erfordert rasche und präzise Textauffassung. Diese Serie hält Sprech-Übungen bereit, um die betreffenden Instinkte zu schärfen.

Je nachdem wie lang diese kleine Unterhaltung dauert, ändern sich inhaltliche Nuancen und mit ihnen auch die Betonungen.

1) Akzent auf dem erstes und letzten Wort / 2) Drittes Wort / 3) Letztes Wort
2) Akzent auf dem vorletzten Wort / 3) Letztes Wort
2) Akzent auf dem vorletzten Wort / 3) Vorletztes Wort / 4) Letztes Wort
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Gottes Brot und Teufels Aufstrich (69)f

Eine Graphic Novel von Monty Arnold

Das Kapitel 4 wird zuendegeführt …

… demnächst an dieser Stelle!

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„Doc Savage – Die Festung der Einsamkeit“ (76)

Eine phantastische Erzählung von Kenneth Robeson

Siehe dazu: https://blog.montyarnold.de/2021/10/06/19056/

Fortsetzung vom 21. März 2023

Doc, seine Begleiter, die Eskimos und die Besatzung des Eisbrechers nahmen die Verfolgung auf, sie schossen mit allem, was sie hatten, aber es war zu dunkel, Schnee wirbelte und erschwerte die Sicht, Sunlight und seine Bande erreichten die Kuppel, und als Doc als erster Verfolger eintraf, schloss sich vor ihm die Tür.
Doc wartete, bis die anderen bei ihm waren, dann hantierte er mit der Eisenstange, die er aus den Trümmern seiner Todesmaschine gefischt hatte. Er hielt sie dicht an die Tür, aber der Mechanismus versagte. Jemand hatte von innen die Tür verriegelt. Doc fuhr herum, sein Gesicht war verzerrt.
„Zurück“, sagte er tonlos. „Geht in Deckung.“

Er lief in die Richtung Ufer, seine Begleiter blickten ihm betroffen nach, nur Monk trabte hinter Doc her. Er verlor den Anschluss, weil seine kurzen Beine nicht schritthalten konnten, und fand Doc am Rand einer Felsspalte wieder. Doc kniete und schaufelte mit den Händen den Schnee zur Seite, er schien etwas zu suchen.
Monk sah ihm zu. Es war totenstill, nur der heftige Atem des Bronzemannes war zu hören. Der Atem stand wie kleine weiße Wolken in der Luft.
Doc hatte gefunden, wonach er suchte. Er legte die Eisenstange an den Felsen und drehte sie langsam wie eine Kompassnadel; Monk hatte den Eindruck, dass Doc eine Art Zahlenkombination wie bei einem Safe einstellte. Der Felsen knirschte, ein Teil schnellte hoch wie ein Deckel, und Doc griff in die Öffnung.
Trotz der Dunkelheit erkannte Monk, dass Doc einen Kasten freigelegt hatte, in dem sich zwei Schalter befanden. Doc betätigte einen Schalter. Monk ahnte, dass jetzt mit der blauen Kuppel etwas geschehen musste, und blickte gespannt hinüber. Er wartete, aber es geschah nichts. „Nichts“, sagte er. „Doc, da rührt sich nichts …“
„Doch“, sagte Doc. „Gas. Vielleicht wirkt es, vielleicht nicht. Als die Kuppel gebaut wurde, ist das Gas für einen solchen Fall installiert worden.“
Er sah plötzlich müde und niedergeschlagen aus.
„Ich habe einen Fehler gemacht“, bekannte er leise. „Dieser Platz ist so abgelegen, dass ich nicht gerechnet hatte, er würde je gefunden. Deswegen hab ich die gefährlichen Maschinen hier abgestellt. Ich hätte es nicht tun dürfen. Ich hätte sie gar nicht erst entwickeln sollen.“
„Es gibt noch mehr gefährliche Erfindungen“, sagte Monk. „An den meisten bist du unschuldig.“
„Ja, Monk“, sagte Doc abwesend.
Monk wurde aufmerksam; in dieser Stimmung hatte er den Bronzemann noch nicht erlebt. Ein Verdacht keimte in ihm auf.
„Hast . . . hast du noch andere Maschinen in der Kuppel?“
 „Einige“, sagte Doc.
Sie warteten. Bei der blauen Kuppel regte sich nichts. Ham, Long Tom und die Eskimos langweilten sich in ihrer Deckung und begannen die Iglus und Zelte, die Sunlight und seine Männer bewohnt hatten, zu inspizieren. Sie entdeckten einige Verwundete und verarzteten sie und brachten sie in Aputs Iglu.

Später kam Ham zu Doc.
„Der Playboy ist tot“, sagte er.
„Ja ?“
„Die Bombe, die Sunlight in den großen Iglu geworfen hat“, sagte Ham, „hat den Playboy das Leben gekostet. Ich glaube, die Welt hat an ihm nicht viel verloren.“

Ende des 20. Kapitels

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Der Cole Porter des Theaters

betr.: 50. Todestag von Noël Coward (vorgestern)

Der ORF würdigt Noël Coward heute in der Sendung „Ö1 Anklang“ zum o. g. Jahrestag, und diese Sendung kann man noch eine Woche nachhören. (Zu meiner Schande: auf die Formulierung „Oscar Wilde des Musicals“ bin ich noch gar nicht gekommen!)

Der Oscar Wilde des Musicals – Werke von Noël Coward mit Arleen Auger, Felicity Lott, Joan Sutherland, Jerry Hadley, Ben Heppner, Ian Bostridge, King’s Singers u. a.

Gestaltung: Christoph Wagner-Trenkwitz

Am 26. März 1973 verstarb das britische Multitalent Sir Noël Pierce Coward. Er prägte die englischsprachige Unterhaltungskultur des 20. Jahrhunderts nachhaltig: als Bühnen- und Filmschauspieler, als Autor von Gesellschaftskomödien (die zeitgenössische Kritiken jenen von Oscar Wilde an die Seite stellten) und Drehbüchern, als Regisseur und Produzent – für seinen Kriegsfilm „In Which We Serve“ erhielt Coward 1943 einen Ehren-Oscar.
Den Schöpfer aberhunderter, oft satirischer Songs und zahlreicher Musiktheaterwerke wie der erfolgreichen Operette „Bitter Sweet“, Musicals und Revuen betrachtet unsere Sendung näher. Dabei hat der distinguierte Dandy nicht nur in der Populärkultur Spuren hinterlassen, was zahlreiche Aufnahmen seiner Stücke mit erstklassigen Opernsängern beweisen. Zwei „nicht-klassische“ Ausnahmen auf unserer Spielliste werden die Jazz-Legende Dinah Washington (mit dem durchaus als Cowards Lebensmotto zu verstehendem Song „Mad about the Boy“) sowie Noël Coward selbst sein: Niemand interpretiert „Mrs. Worthington“, die witzige Warnung vor dem Bühnenleben, wie deren Autor.

Der Meister wird gegenwärtig in einer Serie im ST. GEORGE HERALD präsentiert: https://blog.montyarnold.com/2023/03/05/noel-coward-a-question-of-masks-2/

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Endlich wiedergesehen: „Solaris“ (1972)

betr.: 117. Geburtstag von Stanisław Lem 

Vor einiger Zeit habe ich an dieser Stelle in der Mühseligkeit geschwelgt, die beim Anschauen eines Tarkowski-Films über uns irdische, westlich-verweichlichte Wesen kommt. Ich gab zu, von der Sogwirkung des „Solaris“-Plots gebannt zu sein, den ich nach wie vor gern einmal in wirklich bewegten Bildern sehen möchte. Ehe ich dem Remake von 2002 eine weitere Chance geben, habe ich es noch einmal mit Tarkowskis 30 Jahre älterer Version aufgenommen. Und wieder hat sich die Zeit in einer Weise gedehnt, die dem Autor der Vorlage, dem großen Stanisław Lem, zumindest aus raumphysikalischen Gesichtspunkten sicher imponiert hätte.
Folgendes ist mir diesmal immerhin positiv aufgefallen:

Technische Hellseherei ist die vornehmste Nebenbeschäftigung der Science-Fiction. Auf Tarkowskis Solaris existieren Bildschirme im Letterbox-Seitenverhältnis, was unbestreitbar prophetisch ist! Ich bin mir nicht sicher, aber Breitbildschirme tauchten in anderen futuristischen Filmen erst auf, als sie tatsächlich erfunden worden waren.

Die verluderte Junggesellenbuden-Optik der Raumstation (sie ist teilweise so gewollt, weil die Forscher ja Männer und zudem nicht mehr ganz bei sich sind, teilweise nicht anders möglich gewesen, weil Mosfilm es eben nicht komfortabler hinbekam) nimmt Interieur und Atmosphäre des Raumschiff-Inneren von „Alien“ vorweg. Der Film entstand sechs Jahre später und wird seither oft dafür gelobt, sich von der bunten Sauberkeit des „Raumschiff Enterprise“ gelöst und einen zeitgemäß-dystopischen Look etabliert zu haben.

Das Netzhemd des Psychologen Kelvin sollte man in seinem Alter nicht tragen. Andererseits hat außer Tarkowski niemand geahnt, dass diese Dinger in den 80ern in Mode kommen und später von ihren reiferen Besitzern aufgetragen werden werden sollten.

Die maskenbildnerische Leistung bei der Darstellung des jüngeren und gealterten Astronauten Berton hat mir schon immer imponiert. Sie tut es weiterhin. Vor allem, nachdem ich zwischenzeitlich die Ergebnisse von Scorseses Robert De Niro-Lifting-Software gesehen habe!

Soweit es die zögerlich verteilten Dialoge betrifft, ist die Adaption der Vorlage einfach großartig. Zum Beispiel: „Ich habe nicht das Recht, mich bei meiner Arbeit von seelischen Anwandlungen leiten zu lassen! Ich bin kein Poet.“ Oder der kleine Junge, der ausruft: „In der Garage steht etwas und kuckt!“
Den Autor hat das nicht versöhnt. Er hat sich den Film nach eigenem Bekunden niemals vollständig angesehen.

Das famose Cover der DDR-Ausgabe (Verlag Volk und Welt 1983).

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Eine kurze Sittengeschichte des Streamings

Nichts für ungut: Streaming ist auch nichts anderes als Bezahlfernsehen oder – wie es Ende des 20. Jahrhunderts etwas poppiger genannt wurde  – Pay TV. Der Filmrechtehändler Leo Kirch träumte davon, damit noch reicher zu werden und machte dieses Modell zum großen Lieblingsprojekt seiner letzten Lebensjahre. Aber es gab – nicht zuletzt wegen seiner eigenen Lieferdienste – einfach schon zu viele gut bestückte Privatsender, um dieses Angebot attraktiv erscheinen zu lassen. Immerhin fand der Sender „premiere“ ab 1990 einige Jahre lang seine Abonnenten – linear und verschlüsselt mit TV-Premieren neuer Kinofilme und Live-Übertragungen großer Sport-Ereignisse. Nach Kirchs Ableben wurde sein Traum von anderen verwirklicht. Doch auch das Wirken von Netflix war nicht ohne Tücke. Die Zeitschrift „Konkret“ – immer gut für die finsterste Ausdeutung allen menschlichen Strebens – formulierte es so: „Aus dem einstigen Versprechen, eine umfassende Online-Videothek mit Flatrate anzubieten, ist nichts geworden. Andere Rechteinhaber dachten: Was Netflix kann, können wir schon lange. Und so haben wir heute ein unübersichtliches Gewusel von Video-On-Demand-Services, die miteinander um die schmäler werdenden Brieftaschen der Kundschaft konkurrieren. Aber gerade weil viele große Studios ihre Produktionen von Netflix abzogen, um sie auf ihren eigenen Plattformen zu vertreiben, produziert Netflix auf Teufel komm raus eigenes Material und investiert große Summen rund um die Welt, stets in der Hoffnung, irgendwo die nächste große Serie oder den nächsten großen ‚Event-Film‘ aufzuspüren, der die Kundschaft davon abhält, ihr Abonnement zu kündigen. Leider investiert Nextflix auch in Deutschland …“ (Soweit der Stand vom Frühjahr 2023.)

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Ixen für Anfänger (12)

Ixen – eine Technik, die in der Synchronarbeit zum Einsatz kommt – erfordert rasche und präzise Textauffassung. Diese Serie hält Sprech-Übungen bereit, um die betreffenden Instinkte zu schärfen.

Es gibt (mindestens) fünf Möglichkeiten, die Antwort des Herrn rechts sinnhaft zu betonen, je nachdem, wie die Unterhaltung verläuft.

Möglichkeit 1 – Akzente auf dem ersten und dem letzten Wort

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Auch noch faul

betr.: ChatGPT im Selbstversuch

Dieser Beitrag ist ein Versuch, die Grenzen der o. g. Technologie aufzuzeigen, welche der Autor gleichwohl als Bedrohung empfindet.

Gestellte Aufgabe:
Verfasse einen Dialog mit dem Unglaublichen Hulk, aber auf Saarländisch!

Ergebnis:
Bruce Banner: „Ich muss weg hier. Sobald ich mich aufrege, verwandle ich mich in ein Monster.“
Betty Ross: „Verstehsch net, Bruce. Du bisch net es Monster. Du bisch der liebste Mann, den ich kenn.“
Bruce Banner: „Aww, danke scheen, des heisst mir wirklech vill.“
Betty Ross: „Aww, gern gscheh. Aber jetzt musst du weg, bevor deine Feinde dich finde.“
Bruce Banner: „Jo, das denk ich och. Ich werd mich verstecke un uf mein Chance warte.“
Betty Ross: „Pass gut auf dich auf, Bruce.“
Bruce Banner: „Des werd ich tun. Tschüss, Betty.“
Betty Ross: „Tschüss, Bruce.“

Bewertung:
Da ist noch viel Luft nach oben, aber mit der Verschriftlichung des Saarländischen haben ja selbst Einheimische große Probleme. „Monster“ muss in jedem Fall „Monschder“ heißen, Ausdrücke wie „wirklech“ existieren in diesem Idiom nicht, die Formulierungen „bevor deine Feinde dich finde“ und „des heisst“ klingen eher wie der Versuch eines Nicht-Saarländers, den Dialekt aus seinem eigenen zu generieren. Fazit: die Dialektimitation ist ein Fehlschlag. Zum Gesprächsthema: dass sich Betty Ross und Bruce Banner über seine drohende Verwandlung unterhalten ist – zumindest auf dem narrativen Stand des Silver Age – nicht überzeugend. Hier wurde letztlich einfach Namedropping betrieben. Die Kürze des Textes schließlich lässt einen weiteren kritischen Schluss zu: das System ist faul!

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