Der Song des Tages: „The Incredible Shrinking Man“ by Ray Anthony

betr.: 101. Geburtstag von Ray Anthony

Vor knapp zwei Jahren erschien – von mir zunächst unbemerkt – eine 3-CD-Box des oben genannten Trompeters und Bandleaders, auf der das Titelthema des SF-Klassikers „Die unglaubliche Geschichte des Mr. C“* zu finden ist. Damit erschien sie auch in sauberer Qualität bei Spotify (für alle, die keine physischen Tonträger mögen). Bis dato war diese Aufnahme auf den handelsüblichen Samplern nicht zu finden, und es konnte sogar passieren, dass sie unrichtigerweise auf dem Cover stand. Wer heute zur Feier des Tages Anthonys populärsten Ohrwurm abgespielt hat – die „Stahlnetz“-Melodie in der uns vertrauen Jürgen-Roland-Version -, dem sei diese Aufnahme herzlichst nahegelegt, die in ihrem Single-Edit-Arrangement die angemessene Tragik der Filmversion optimal bewahrt.
Und hier kann man sie auf altmodische Art abspielen:

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* Näheres unter https://blog.montyarnold.com/2020/10/03/theme-from-the-incredible-shrinking-man/

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Es geht schon wieder aufwärts, Freunde!

betr.: Winterdepression

Dieses Jahr häufen sich die Klagen über den Januar. Wenn die Leute recht haben, muss er wohl der widerlichste Monat überhaupt zu sein. Außerdem ist der Januar ja für den Jahreskreis schon immer das gewesen, was der notorisch unbeliebte Montag für die Woche ist.

In einem Zeitungsartikel wird er in seiner Hässlichkeit gar mit dem Nacktmull verglichen und als guter Grund angegeben, zum Trinker zu werden.
Dabei dachte ich immer, der schlimmste Monat wäre der November. Vielleicht sind ja sogar beide die schlimmsten, aber dann müssten sie nach meiner Logik direkt aufeinanderfolgen – schließlich spielen Wetter und Lichtverhältnisse in solchen Zusammenhängen eine große Rolle. Der dazwischen liegende Monat wird seltsamerweise kaum kritisiert, jedenfalls nicht namentlich.

Es könnte immerhin sein, dass der Dezember genauso grauenvoll ist, aber einfach das bessere Marketing hat. Dass die Leute vor lauter Weihnachtsrummel – den sie so eifrig mitmachen wie sie ihn beklagen –  einfach nicht dazu kommen,  ihn angemessen zu verurteilen. Das würde den Januar allerdings entlasten. Er wäre dann kein Horrormonat mehr, sondern das Ende eines – rein rechnerischen – Horrorquartals.
Solange der Februar nicht auch noch in Verruf gerät, leben wir in einem Monat, in dem es fast schon wieder aufwärts geht.

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Der aufmüpfige Pinsel

Die Kunst der politischen Karikatur – dem Hervorheben des äußerlich Skurrilen bei Wahrung der sofortigen Wiedererkennbarkeit – arbeitet üblicherweise mit dem Mittel der Herabsetzung. Obwohl es sich fast immer Politiker handelt – Angehörige eines Berufes also, dessen Anforderungen die Alterung sehr beschleunigen -, werden die Portraitierten gern noch hässlicher gemacht.
Und da können sie von Glück sagen, wie das obige Bild beweist. Es entstand vor wenigen Jahren in Russland und will die Dargestellten erkennbar mit dem gegenteiligen Ansatz hochleben lassen. Diese Portraits sind so gut gemeint, dass sie (gewollt oder eben nicht) zur Karikatur geraten. Die Dame in der Mitte erkennt man überhaupt nur an der Gesellschaft, in die sie einsortiert wird. – Na, sagen wir, man erkennt alle drei nur an der Frisur des Herrn rechts.

Das Retuschieren hat im Ostblock Tradition. Wer darüber auf der Höhe der finsteren Zeiten mal herzlich lachen möchte, dem sei die Dokumentation „Stalin – Eine Mosfilm Produktion“ von Enno Patalas, Frieda Grafe und Oksana Bulgakowa empfohlen. Im Sowjetimperium wurde nicht nur an Gemälden herumgepopelt, wenn einer der Abgebildeten in Ungnade fiel. Sogar Filme wurden verfälscht – und das zu einer Zeit, da man tricktechnisch noch mit sehr groben Werkzeugen hantieren musste.

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Endlich enthüllt: Das Welterfolgrezept!

betr.: „La Cage Aux Folles“ in Berlin und anderswo

Der lange Arm des Mainstreams streckt sich nach mir aus, und ich entrinne seinen klebrigen Klauen nicht. Weit weg von Berlin, wo eine aktuelle Inszenierung von „La Cage Aux Folles“ ihren unerbittlichen Lauf nimmt, suchen mich die dumpfbackigen Schlager des schlechtesten, aber bei weitem populärsten Musicals von Jerry Herman heim, das wie eine benutzte Windel auf dem Oevure des großen Songschreibers und Theatermachers liegt.
Die Sicherheitslücke, durch die dieser Mief bei mir hereinwehen konnte, ist meine Radio-Lieblingssendung. Ihr Moderator Kai Luehrs-Kaiser (als Funk-Feuilletonist ebenso glanz- und verdienstvoll wie es Jerry Herman am Broadway war) lobte das Werk nicht nur in zwei Ausgaben, er servierte auch jeweils zwei Songs daraus. – Ich hatte tatsächlich vergessen, wie handwerklich schlecht der Gesang auf dem Original Broadway Cast Album ist. Die Ur-Interpretation von „I Am What I Am“ lässt jede speech qualitiy vermissen, auf die sie es ganz offensichtlich anlegt – und das ist ein sachlicher, kein geschmacklicher Einwand.
Das Unausstehliche an „La Cage Aux Folles“ (dem Musical, nicht dem zugrundeleigenden Film!), ist auch der Schlüssel zu seinem Erfolg; das ist menschlich nachvollziehbar, aber eben kein künstlerisches Kriterium: das heuchlerische Aroma der Show, das konservativen Kleinbürgern für drei Stunden erlaubt, sich tolerant vorzukommen, und reifen Homosexuellen, die Trauer über den Lauf der Dinge zur frechen Lebensphilosophie umzudeuten.  
Aber eben nur für drei Stunden! Nach dem Verlassen des Theaters kehren die vermeintlich Geläuterten, die so einträchtig im Auditorium beieinandergesessen haben, in ihr jeweiliges Lager zurück und regenierieren ihre Vorbehalte.
Das alles wäre halb so schlimm, wären die Melodien nicht so seicht und vulgär. Oder treffender: so frivol! So schnell sie mir ins Ohr gehen, so rasch vergammeln sie dort.

Jerry Herman dürfte mit keinem seiner Werke – ausgenommen vielleicht „Hello, Dolly!“ – so viel Geld verdient haben wie mit diesem Ausverkauf eines Teils seiner Identität – was ihm angesichts zweier genialer Flops ausdrücklich gegönnt sei.* Dem Publikum beim Selbstbetrug zu assistieren, ist heute mehr denn je eine sichere Einnahmequelle. Billiger Trost und braver Kitsch garantieren den ganz großen Erfolg, solange das Marketing stimmt. (Steven Spielberg holt sich sein nächstes Stück von dieser Torte auch gerade wieder ab!)
Wie das im Falle von „La Cage Aux Folles“ vor sich geht, verriet der US-Wissenschaftsautor Daniel H. Pink als er auf das Vermächtnis-Chanson von Edith Piaf angesprochen wurde. Wir erinnern uns: drei Jahre vor ihrem Tod mit 47 hatte die große Chansonniere sich ihren selbstverachtenden Lebenswandel schöngeträllert und damit das – zumindest hierzulande und in meiner Lebensspanne – populärste Lied ihres reichen Repertoires hervorgebracht: „Non, je ne regrette rien“.
Pink: „Es ist für mich schwer vorstellbar, dass Edith Piaf all die Entscheidungen feiert, die ihr das Leben so schwer gemacht haben. Für mich ist das eine Pose, was okay ist. Sie hat sich als Künstlerin inszeniert, und das hat sie interessant gemacht. Diese Pose passt zum Diktum der modernen Gesellschaft: Schaue niemals zurück, nur nach vorne, bereue nichts! Das ist bequem. Aber das ist Unsinn und sogar gefährlich.“     
Damit ist Pink auch dem Erfolgsgeheimnis von „La Cage Aux Folles“ auf der Spur – obwohl dessen Figuren (im Gegensatz zu der real existierenden Edith Piaf) nicht sterblich sind, obwohl in dieser Show nicht zurückgeschaut, sondern an sich heruntergesehen wird, und obwohl hier nicht begangene Sünden geschönt werden, sondern ihr Unterlassen bzw. ihre Verdängung. „La Cage Aux Folles“ ist ein Freudenfest für Kaninchenzüchter, denen Selbstoptimierung zu anstrengend ist.
 
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* Siehe https://blog.montyarnold.com/2017/06/05/broadways-like-that-60-ein-geliebter-reinfall/ – https://blog.montyarnold.com/2021/10/29/dear-world-eine-welt-mit-wurm-drin/ etc.

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Lesung vom Blatt: Lange Sätze

betr.: Mikrofonarbeit

Um das Anliegen zu unterstützen, den Vortrag langer Sätze zu trainieren, werden in dieser Rubrik Beispiele gereicht, die unverdächtig sind, den Satz nur aus Gründen der Effekthascherei auf diese Länge gebracht zu haben. Es geht um die Musik der Sprache!
Heute: eine Passage aus Ayn Rands zweitem großem Roman „Atlas wirft die Welt ab“ (1957):

Da sah sie die Antwort; sie sah die ganze Prämisse hinter ihren Worten: trotz aller lärmenden Hingabe an das Zeitalter der Wissenschaft, trotz ihres krampfhaft technologischen Jargons, ihrer Zyklotrone, ihrer Schallstrahlen waren diese Männer nicht von der Vision einer Industriegesellschaft getrieben, sondern von der jener Lebensweise, die von den Industriellen hinweggefegt worden war – der Vision eines fetten, ungewaschenen Radschas in Indien, der mit leerem Blick phlegmatisch und stumpf aus trägen Fleischmassen herausstarrt und nichts anderes zu tun hat, als mit kostbaren Juwelen zu spielen und ab und zu ein Messer in den Leib eines ausgehungerten, von seiner mühseligen Arbeit betäubten, bakterienzerfressenen Geschöpfes zu stoßen, um in den Besitz einiger weniger Körner vom Reis dieses Geschöpfes zu kommen, und dasselbe dann mit Millionen solcher Geschöpfe zu machen, bis die Reiskörner sich zu Juwelen summieren.


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Die freiwillig komische Leinwand – Die Filmreihe im Januar

betr.: Reihe im Metropolis Kino Hamburg

Die Filmreihe „Die freiwillig komische Leinwand“ basiert auf der Serie „Der Komiker als Filmheld“, die im ST. GEORGE HERALD in unregelmäßigen Abständen gepflegt wird. Ein Teil dieses Repertoires wird in Hamburg auch auf der großen Leinwand präsentiert. Dies sind die nächsten Termine:

KING OF COMEDY – USA 1982 – 109 Min., Regie: Martin Scorsese – mit Robert De Niro, Jerry Lewis, Sandra Bernhard
Das distanzlose Muttersöhnchen Rupert Pupkin erkennt, dass er es als Komiker nur dann ganz nach oben schaffen kann, wenn er unfeine Methoden anwendet. Er entführt einen berühmten Komiker, der sein Altenteil als Late-Night-Moderator genießt und  erpresst sich einen Live-Auftritt als Komiker in dessen Fernsehshow …
Ebensosehr Drama wie Komödie, hatte es der Film schwer an der Kinokasse, wo  eine klare Genre-Zuordnung allgemein geschätzt wird – zumal er aus dem Werk seines Regisseurs (keineswegs unangenehm) herausfällt. Die Fangemeinde, die  sich inzwischen um ihn geschart hat, liebt ihn auch aus diesen Gründen. Und  wegen seiner Kompromisslosigkeit.

18.1. – 19:30 Uhr (DF) mit Einführung + 29.1. – 21:15 (OF)

FUNNY BONES – TÖDLICHE SCHERZE (Funny Bones) – USA 1995 – 128 Min., Regie: Peter Chelsom – mit Jerry Lewis, Robert Platt, Lee Evans, Leslie Caron
Nachdem der Stand-Up Comedian Tommy Fawkes in Las Vegas abgesoffen ist,  flieht er ins ferne Blackpool, wo sein berühmter Vater einst seine ersten Schritte  tat. Um hinter das Geheimnis der Bühnenkomik zu kommen, gibt er sich als  Konzertveranstalter aus, der die zahllosen Varietékünstler des  nordenglischen Seebades einlädt, ihm ihre Acts vorzuführen. Er findet mehr heraus als ihm lieb ist …
Peter Chelsoms Film ist quasi die überarbeitete Fassung seines überschätzten  Erstlings „Hear My Song“, aus dessen Schatten „Funny Bones“ nie recht  herausgekommen ist. Jerry Lewis spielt eine seiner wenigen ernsten Rollen: wie in „King Of Comedy“ ist er auch hier ein Komiker(-Vater), den wir nur privat erleben.

24.1. – 21:00 Uhr (OF) mit Einführung + 27.1. – 19:00 (OF)

DER LETZTE KOMÖDIANT (Mr. Saturday Night) – USA 1992 – 119 Min., Regie: Billy Crystal – mit Billy Crystal, David Paymer, Julie Warner, Helen Hunt
Fiktives Biopic über einen Großen der amerikanischen Live-Comedy (– oder ist  es nur ein Mittelgroßer? Der Film legt sich nicht hundertprozentig fest).  Der vielfache Oscar-Verleihungs-Moderator, Comedy- und Filmstar Billy  Crystal wählte für seine erste Regiearbeit ein Thema, in dem er sich bestens  auskennt: er spielt den Komiker Buddy Young Jr, einen Charakter, den er  schon in den Anfängen seiner Karriere entwickelte.

28.1. – 21:15 Uhr (OF) mit Einführung + 31.1. – 19:00 (OF)

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Besser sprechen mit Howie

betr.: 77. Geburtstag von Howard Carpendale

Ohne je ein Fan von ihm gewesen zu sein – in dem Sinne, dass ich seine Platten gekauft, ihn angehimmelt, ihm bei der Hitparade meine Stimme gegeben oder ein Konzert von ihm besucht hätte – habe ich Howard Carpendale immer gemocht. Ich glaube, es lag an meiner Unterstellung, dass ihn die Schlagersingerei mit allem, was sie ihrem Personal abverlangt, letztlich unterfordert hat.
In diesem Sinne war auch eine meiner Parodien angelegt. Sie ist etwas amüsanter, wenn man weiß, dass sie sich in der Erstaufführung an das Publikum im Saar-Pfalz-Kreis richtete.

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„Doc Savage – Die Festung der Einsamkeit“ (66)

Eine phantastische Erzählung von Kenneth Robeson

Siehe dazu: https://blog.montyarnold.de/2021/10/06/19056/

Fortsetzung vom 6. Januar 2023

19. Eine Vorführung (Demonstration)

Doc Savage war eben wieder durch den Schlitz ins Zelt zurückgekrochen, als Sunlights Männer kamen, um den Playboy zu Sunlights zu eskortieren.
„Monk“, flüsterte Doc schnell, „Ham und Long Tom sind nicht auf Empfang gegangen. Ich hab versucht, sie über Funk zu rufen, aber sie haben nicht reagiert.“
„Was, zum Teufel, kann ihnen passiert sein?“ fragte Monk.
Doc fand keine Gelegenheit mehr, die Frage zu beantworten; er hätte ohnehin nur Vermutungen anstellen können. Einer von Sunlights Spießgesellen steckte den Kopf ins Zelt und starrte den Playboy an.
„Die Exzellenz soll zu John Sunlight kommen“, sagte er.
Monk vergaß, dass er angeblich nur Spanisch sprach und daher die Aufforderung nicht verstehen konnte. Er zwinkerte dem Mann an der Türöffnung listig zu und trat dem Playboy mit Wucht in jenen Körperteil, in den am häufigsten getreten wird. Der Playboy fuhr erschrocken hoch, im gleichen Augenblick sprang Monk zurück und machte ein unschuldiges Gesicht.
Der Playboy war nicht ganz sicher, ob er nur geträumt hatte oder wirklich getreten worden war; er entschied sich für den Traum. Er konnte sich nicht vorstellen, dass jemand so vermessen war, sich an ihm zu vergreifen. Auf alle Fälle fluchte er lauthals und trieb seine beiden vorgeblichen Leibwächter mit Fausthieben vor sich her aus dem Zelt.

Die Eskorte führte ihn, Doc und Monk zu einem der Iglus. Es war ein besonders großer Iglu, an den drei kleinere angebaut waren. Sunlight saß im Iglu auf einer fellbedeckten Eisbank.
„Nehmen Sie Platz“, sagte er. „Ich will Ihnen eine Geschichte erzählen.“
Der Playboy staunte. „Eine Geschichte?“
„Eine Geschichte über einen ungewöhnlichen Mann“, sagte Sunlight. „Dieser Mann war …“
„Ist es wirklich nötig, dass ich mir Ihre Lobeshymne auf sich selbst anhöre?“ fragte der Playboy unfreundlich.
Sunlight runzelte die Stirn und besah sich den Playboy von oben bis unten, als hätte er sich eben entschlossen, ihm für seinen Mangel an Lebensart eine Million Dollar zusätzlich abzuknöpfen.
„Ich spreche nicht über, mich“, sagte er kalt. „Ich spreche grundsätzlich nicht über mich. Über mich wird nie jemand was erfahren. Die Geschichte, die ich Ihnen erzählen will, ist eine Zusammenfassung der Karriere eines Mannes, die beweist, was menschliche Intelligenz und menschliche Energie vermögen, wenn sie systematisch entwickelt werden.“
„Das interessiert mich nicht“, sagte der Playboy. Sunlight ignorierte die Bemerkung.

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Was taugt das Remake von „Village Of The Damned“?

betr.: 72. Geburtstag von Kirstie Alley

Wer das Remake eines Filmes vorlegt, den das Publikum vergessen oder übersehen hat (z.B. weil dieser besonders alt ist oder aus einem anderen Kulturkreis stammt), kann sich ungehemmt mit seinen Federn schmücken. Ist die ältere Verfilmung allerdings so wirkungsvoll und geschätzt wie „Das Dorf der Verdammten“ von Wolf Rilla, ist daran nicht zu denken.* Als John Carpenter sich der Geschichte 1995 abermals annahm, verwies er fairerweise nicht nur auf die literarische Vorlage, er nannte im Vorspann auch das britische Original von 1960. Vor allem im ersten Akt (der eleganteste) bleibt er tatsächlich sehr dicht an Rillas Interpretation.
Auch die wenigen guten eigenen Ideen geschehen zu Beginn. Als das Dorf (es heißt auch hier Midwich, liegt allerdings in der amerikanischen Provinz) in Tiefschlaf fällt, gelingen Carpenter ein paar drastische, aber präzise Effekte, etwa wenn ein Mann vornüber auf den von ihm betreuten Grill fällt und später elend verschmort aufgefunden wird. Auch die Szene, in der die Mutter eines der Kinder unter Hypnose ihre Hand in den Kochtopf steckt, um ihre Strafe zu erleiden, ist so einfach wie entsetzlich. Doch bald sind die konstruktiven Einfälle am Ende, und es drängt sich die Frage auf, was das Ganze eigentlich soll. Weiterlesen →

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Was wurde aus den Kindern?

Das Liebespaar aus Franco Zeffirellis legendärer „Romeo und Julia“-Verfilmung von 1968 ist wieder da! Das hat weniger künstlerische als einen lokalpolitischen Anlass. Eine Ausnahmeregelung im kalifornischen Recht führte zur Aufhebung der Verjährungsfrist bei Kindesmissbrauch bis zum 31. Dezember letzten Jahres. Das brachte nicht nur der Katholischen Kirche und einigen Pfadfinderorganisationen nachträglich gerichtlichen Ärger ein, sondern auch Paramount Pictures, die den genannten Film einst herausgebracht hatten. Die Titeldarsteller Leonard Whiting und Olivia Hussey haben das Studio in letzter Sekunde verklagt. Im Statement eines der Anwälte heißt es: „Plötzlich waren sie berühmt in einer Dimension, die sie sich niemals hätten vorstellen können, und dabei hat man sie auf eine Art und Weise verletzt, mit der sie nicht umzugehen wussten.“
Olivia Hussey hat diese Darstellung in der Vergangenheit selbst intensiv hintertrieben, indem sie – durchaus überzeugend – ihren Stolz auf ihre wagemutige Performance zum Ausdruck brachte und sogar ihren Partner mit einbezog: „Auch Leonard war es überhaupt nicht peinlich. Während des Drehs habe ich komplett vergessen, dass ich nichts anhatte.“ Eine TV-Moderatorin gab im aktuellen Zusammenhang zu bedenken, eine solche Klage 55 Jahre nach Ende der Dreharbeiten könne zu einer „Verwässerung“ krimineller Angriffe auf Jugendliche beitragen.

Für die meisten ist diese Klage das erste, was wir von den beiden Schauspielern hören, nachdem man sie zu so unzeitigem Weltruhm gezwungen hatte.
Mir fallen noch zwei TV-Ereignisse meiner Kindheit ein, die meine jeweils erste Begegnung mit ihnen gewesen sind. Olivia Hussey gehörte als Mutter Gottes zum Ensemble des Sechsstünders „Jesus von Nazareth“ (1977), wiederum eine Regiearbeit von Franco Zeffirelli. Die Starbesetzung dieses flotten Bibelschinkens dürfte die allerfetteste sein, die es jemals geben wird.*
Noch tiefer beeindruckt hat mich das frühe Nachleben von „Romeo“. Er spielte den Dr. Frankenstein in einem ebenfalls (alt-)stargeschmückten Zweiteiler, der sein großes Versprechen im Titel trug: „Frankenstein wie er wirklich war“ (1973). Es freute mich, dieses rare Kabinettstück vor Jahren im hintersten Winkel des Privatfernsehens wiederzufinden, inzwischen existiert auch eine DVD. Mir fiel zweierlei auf. Erstens war aus Leonard Whiting bereits im Alter von 23 Jahren jegliche Ausstrahlung gewichen, er hatte nur mehr das Charisma einer Aldi-Tüte. Auch die Bildregie einer besonders grandiosen Ballszene (in der der fiesen Monsterbraut Prima der Kopf abgerissen wird) war nicht so raffiniert wie ich sie in Erinnerung hatte. Doch ich beeile mich hinzuzufügen: diese Frankenstein-Variante ist herrlich campy und wirklich gruselig.
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* Überzeugen Sie sich selbst: https://blog.montyarnold.com/2021/06/01/jesus-von-nazareth/

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