Muckis gegen die Eitelkeit

Das Gejammer über die immer schlimmer unser aller Leben beherrschenden Schönheitsideale geht im aktuellen „Spiegel“ in eine neue Runde. Abgesehen von den wechselnden Namen der aktuellen Apps und sozialen Netzwerke, die solchen Terror katalysieren, steht seit 40 Jahren mehr oder weniger das selbe in all diesen Artikeln drin – deshalb soll es hier nicht abermals wiederholt werden.
Wie gehabt werden auch positive Gegenbeispiele vorgestellt: Menschen, die sich dem eitlen Trend entgegenstemmen – also Personen, die ein paar Pfunde mehr haben. Unter ihnen befindet sich diesmal (und das ist wirklich mal was Neues!) ein Bodybuilder. Als solcher  ist er geradezu ein Dino der Selbstoptimierung, Vertreter einer Gattung, die älter ist als der Begriff selbst. Doch der Mann will zum rebellischen Lager gezählt werden, und der Artikel macht ihm die Freude. Da steht, sein Körper sei „ein Statement gegen den Optimierungskult“, denn im Bodybuilding sei die Losung „not normal“. Und außerdem lägen „derart aufgepumpte Männermuskelberge nicht mehr in Trend“.
Zur Selbstoptimierung gehört heute, eben kein Selbstoptimierer zu sein. Denn das ist ja schließlich jeder.

Veröffentlicht unter Gesellschaft | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

„Doc Savage – Die Festung der Einsamkeit“ (54)

Eine phantastische Erzählung von Kenneth Robeson

Siehe dazu: https://blog.montyarnold.de/2021/10/06/19056/

Fortsetzung vom 14.10.2022

Das Flugzeug senkte sich auf die Insel und landete. Es war ein sehr modernes, elegant gebautes Flugzeug, und es war mit einer Tarnfarbe angestrichen, die sich kaum vom Himmel abhob. In einiger Höhe war die Maschine von der Erde aus beinahe unsichtbar, wenn auch nicht unhörbar.
Porto Novyi kletterte aus der Maschine. Er war aufgeregt. Er setzte sich in Trab und rannte, eine stämmige, geduckte Gestalt, in flatternden Pelzkleidern, zu dem Zelt, das Sunlight bewohnte. Der blauen Kuppel schenkte er kaum einen Blick. Sunlight blickte überrascht auf.
„Ist dem Coronel etwas geschehen?“ fragte er alarmiert.
„Ich hab ihn unbeschädigt in Montreal abgesetzt“, sagte der Pilot.
Sunlight war immer noch beunruhigt. Der Coronel hatte die Verabredung bereits eingehalten, Sunlight hatte ihm ein Experiment vorgeführt, das planmäßig abgelaufen war, und der Coronel hatte ihm seine Begeisterung nicht verhehlt. Er war mit dem Geschäft einverstanden, seine Regierung würde Sunlight gewiss die verlangten zehn Millionen Dollar bezahlen, aber noch wusste diese Regierung davon nichts. Es war also wichtig, dass Don Carlos unbehindert und vor allem wohlbehalten wieder nach Hause gelangte.
„Don Carlos ist in Montreal ausgestiegen“, sagte der Pilot noch einmal. „Er hat immer wieder über das Geschäft mit Ihnen gesprochen, er war richtig vergnügt.“
„Dann begreife ich Ihre Aufregung nicht“, sagte Sunlight.
„Ein Flugzeug”, sagte der Pilot.
„Werden Sie gefälligst etwas deutlicher“, schnarrte Sunlight. „Wollen Sie noch ein Flugzeug haben, oder was soll das?“
„Nein“, sagte der Pilot. „Aber ungefähr hundert Meilen südlich von hier ist ein Flugzeug auf dem Schnee gelandet.“
Sunlight sah ihn an. „Davon weiß ich nichts!“ „Das hatte ich befürchtet“, sagte der Pilot. Sunlight sprang auf und marschierte im Zelt auf und ab. Der gefrorene Schnee knirschte unter seinen Füßen. Es war bitter kalt geworden, und Sunlight spürte, wie die Kälte durch seine dünnen Schuhe drang. Er ärgerte sich, dass er dem Playboy eine Vorstellung hatte geben wollen, dass er ihn mit seiner Konstitution beeindrucken wollte und deshalb die leichte Hose und das Seidenhemd angezogen hatte.

Er nahm sich zusammen. Er hörte auf zu zittern, eine Sekunde lang hörte er sogar auf zu frieren. Seine Willenskraft war wirklich bewundernswert.
„Es wird bald dunkler sein“, sagte er ruhig. „Wir werden ein paar Männer mit Fallschirmen absetzen“, sagte Sunlight. „Sie sollen sich die fremde Maschine ansehen. Sie haben sich doch wohl die Position gemerkt?“
„Das Flugzeug finde ich mit verbundenen Augen“, sagte der Pilot. „Es steht direkt neben einem Riss im Eis, und dieser Riss ist das einzige offene Wasser, das ich auf tausend Meilen Entfernung finden konnte.“

Veröffentlicht unter Buchauszug, Krimi, Literatur, Science Fiction | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Der Deutsche Schlager – Phänomen mit falschen Freunden

betr.: „Die Giovanni Zarrella Show“

Der Deutsche Schlager ist das größte guilty pleasure dieses Planeten. Auch sein treuester Fan wird ihn jederzeit verraten und verspotten, sobald er in einer größeren Menschenmenge sitzt und dazu aufgefordert wird – z.B. von einem Comedian, der einen schlagerverachtenden Witz macht. – Otto Waalkes etwa brachte in den 70er Jahren (eine Blütezeit des Humoristen wie auch der Musikrichtung) den Gag: „Ich hab ein Buch geschrieben: ‚Der Deutsche Schlager und andere Geisteskrankheiten‘“. Der Saal tobte.
Es kommt sicher nicht selten vor, dass sämtliche Anwesenden, die lauthals über einen solchen Witz in Gelächter ausbrechen, in Wahrheit Schlagertanten sind – inklusive des Comedians. Eine größere Verlogenheit ist nicht vorstellbar, nicht einmal unter Katholiken.
Doch diese Unehrlichkeit trifft den genau Richtigen. Schließlich ist der Deutsche Schlager seinerseits unaufrichtig mit seiner Behauptung einer seichten sorglosen Welt mit all ihrem Schubidu, Hoppsassa und Trallala.
Entsprechend seicht und formatiert sind auch die Bekenntnisse zu ihm. Es gibt sie durchaus von Zeit zu Zeit. Zum Beispiel dieser Tage aus dem Munde von Giovanni Zarrella, der in Kürze eine einschlägige Show auf dem linearen Bildschirm präsentieren wird. Er liebe Deutsche Schlager weil „sie direkt ins Herz gehen, eine große Wärme vermitteln und auch unsere Sehnsucht stillen“, weil „sie die Sehnsucht nach Liebe, Frieden, Harmonie und Zusammenhalt unglaublich gut transportieren. Und weil sie es ehrlich meinen“.

Wir wollen einmal versuchen, uns dem Thema sachlich zu nähern. Die Wikipedia tut das übrigens nicht, wenn sie „einfachste musikalische Strukturen und triviale Texte“ beklagt.
Dabei ist es ganz einfach: die meisten Schlager sind Märsche (nicht etwa Walzer, wie man spontan vermuten könnte). Und der Deutsche marschiert nun mal gern.
Und marschieren kann man wahrhaftig aus unschöneren Anlässen als wegen der Show von Herrn Zarrella.
Der Deutsche Schlager lebe hoch!

Veröffentlicht unter Fernsehen, Gesellschaft, Medienphilosophie, Musik, Popkultur | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

Einladung in den intimen Raum

aus der Reihe „Ixen für Anfänger“

betr.: Sprechen am Mikrofon

Manche Menschen lesen lieber, andere hören lieber zu. (Ich persönlich liebe beides und bin in meinem Konsumverhalten mit abnehmender Sehkraft – nicht nur wegen der Qualitätsverschiebung – vom TV-Bildschirm an den Radiolautsprecher gewechselt.)
Für den Interpreten von Hörbüchern gibt es also zwei potenzielle Publikumsgruppen: die, die lieber zuhören und die, die auch gern zuhören.
Welche Zurückhaltung hier zu zerstreuen ist, hat die Autorin Julia Franck formuliert, als sie gefragt wurde, ob sie bei Lesungen aus ihrem eigenen Werk auch eine Passage vortrüge, die einen persönlichen Trauerfall beschreibt. „Nein“, antwortete sie dem SZ-Magazin, „bestimmte Beschreibungen in Büchern haben das Anrecht auf den intimen Raum zwischen Leser und Text. Würde ich sie vorlesen, käme es durch meine Stimmlage und darstellerische Momente zu einer bestimmten Interpretation. Ich möchte es aber dem Leser überlassen, wie er das Buch liest.“ An anderer Stelle sagte sie über ihr Lesen wie auch über ihr Schreiben: „Es gibt nichts Süßeres als die Intimität zwischen mir und einem Buch.“
Bei einer Hörbuch-Produktion geht es naturgemäß nicht um persönliche Erlebnisse dessen, der da spricht; außerdem wären bei einer ungekürzten Lesung solche Aussparungen ja auch gar nicht möglich.
Trotzdem hat Julia Franck ein erstrebenswertes Ideal skizziert: die Stimme dient dem Text so gut es geht, indem sie einerseits nicht zu wenig tut, um die Inhalte nicht auszubremsen; und indem sie andererseits nicht zu viel tut, so dass dem Zuhörer Raum und Motivation für die eigene Interpretation bleiben.
Der offizielle Champion der Kunst dieser Abwägung ist Gert Westphal, der wichtigste Vorleser und Rezitator der jungen Bundesrepublik.* Er gilt allgemein als unantastbar.
Für mich ist der Goldstandard der literarischen Lesung Günter Sauers H. P. Lovecraft-Interpretation „Das Grauen von Dunwich“ aus dem Jahr 1975. Sauers Name ist selbst der ergebenen Hörgemeinde kein Begriff. Die Gründe dafür haben nichts mit seiner Leistung zu tun. Zum einen kam er zu früh für den Hörbuch-Boom der 90er Jahre – zu seiner Zeit wurden literarische Lesungen vom Rundfunk produziert, einmal gesendet und dann auf Nimmerwiederhören im Archiv versenkt. (Einige wenige wurden auf Sprechschallplatte gepresst, aber das war eine noch engere Nische.) Zum zweiten konnte Sauer nicht auf eine Fangemeinde hoffen, da er nicht im Synchron oder in einer populären Hörspielserie für Jugendliche wirkte und niemals einen TV-Kommissar spielte. Das größte Publikum erreichte er, wenn er ungenannt bei den damals beliebten TV-Mehrteilern das minutenlange „Was bisher geschah“ einsprach.
Seine überragende Qualität besteht im völligen Fehlen der kleinen Gefälligkeits-Manierismen, die selbst verdiente Stars der Szene auszeichnen – einst Gert Westphal, heute Bodo Primus oder Frank Arnold. Die Marotten werden besonders deutlich, weil diese Stimmen so überaus oft zu hören sind. Ekkehard Knöter beschrieb dieses Phänomen einmal so: „Oft liegt das Behagen am eigenen Können als leichte Schleimspur den Wörtern des Textes.“** Diese Spur mag bei den genannten Kollegen sehr dünn sein, aber sie ist da. Bei Sauers Vortrag fehlt sie völlig.
________________
* Westphal wird hier am 10.11. aus Anlass seines 20. Todestages ausführlich gewürdigt: https://blog.montyarnold.com/2022/11/10/gert-westphal/
** taz vom 26.4.2021

Veröffentlicht unter Buchauszug, Fernsehen, Hörbuch, Hörfunk, Mikrofonarbeit | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Missverständnis

Neulich kam mir im Unterricht der berühmte Ausspruch von Oscar Wilde in den Sinn: „Wenn die Götter dich strafen wollen, erhören sie deine Gebete.“ Meine Schülerin schien ihm zuzustimmen, sagte mir aber dann wie sie den Satz aufgefasst hatte. Ich fühlte mich und ihn missverstanden. Der Aphorismus lautet nämlich nicht: „Man kann nicht alles haben. Also sei geduldig und füge dich, Schätzchen!“

Veröffentlicht unter Gesellschaft, Literatur, Mikrofonarbeit | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Tierhaargespräche

geführt von Monty Arnold

Veröffentlicht unter Cartoon (eigene Arbeiten) | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

Ixen für Anfänger – Ab in den Bau

betr.: Sprechen am Mikrofon

In kleinteiligen Produktionen wie Synchron oder Software-Aufnahmen muss man sich auf jeden Take immer wieder aufs Neue einlassen. Je besser das gelingt, desto überzeugender wird die Darbietung. Ein erfahrener Sprecher schafft es auch unter solchen Bedingungen, durchgehend in der Geschichte zu bleiben und mit der Realität von dort aus eine Verbindung zu halten.
Wer diese Schilderung kitschig findet und sich sagt: „Hä? Was soll das Getue? Ist doch nur ‘ne Sprachaufnahme!“, liegt voll im Trend des gegenwärtigen Berufsethos und wird immer gut zurechtkommen.
Allen übrigen möchte ich eins versichern: es führt zu besseren Ergebnissen, sich auf das Spiel einzulassen. Es führt sogar zu einem eskapistischen Effekt – beim Interpreten wie auch beim Zuhörer. Es macht mehr Spaß und kostet nicht mehr Zeit oder Vorbereitung.

Bei der Lesung eines Hörbuchs – einer durchgehenden Performance – ist es vollkommen unerlässlich, in die Geschichte einzusteigen. Wer es nicht tut, hindert auch den Zuhörer daran, der Illusion des Textes zu erliegen. Auch ein prominenter Name oder ein guter Draht zur Aufnahmeleitung wird daran nichts ändern.
Es ist das Prinzip, das Morpheus im Film „Matrix“ seinem Gast Neo erklärt: „Du fühlst dich im Moment sicher wie Alice im  Wunderland während sie in den Kaninchenbau stürzt. Du rechnest damit, dass du wieder aufwachen wirst. Ironischerweise ist das nah an der Wahrheit. Schluckst du die blaue Kapsel, wachst du in deinem Bett auf und glaubst das, was du glauben willst. Schluckst du die rote Kapsel, bleibst du im Wunderland, und ich führe dich in die tiefsten Tiefen des Kaninchenbaus.“
Am Mikrofon müssen auch wir uns entscheiden.

Veröffentlicht unter Buchauszug, Mikrofonarbeit | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

Die Komik der Sahnetorte

Die Franzosen mögen die Erfinder des Kinos im Allgemeinen und (in Gestalt Max Linders) des stummen Slapstickfilms im Besonderen gewesen sein, doch die Etablierung der Sahnetorte als Schlüsselrequisit der Komik geht auf die Amerikaner zurück. Die zweckentfremdete Süßspeise war eine allzeit griffbereite Waffe und weniger Gegenstand regelrechter Tortenschlachten. Darauf hat uns der Augenzeuge auch vieler später verschollener Slapstick-Comedies William K. Everson 1967 hingewiesen:

Henry Miller, dessen sonstige Werke seine Mängel als Filmhistoriker mehr als wettmachen, hat einmal geschrieben, „The Battle Of The Century“ sei „nach tausenden von Mack-Sennett-Sahnetorten-Burlesken“ gekommen. In Wirklichkeit gibt es in der ganzen Filmgeschichte kaum mehr als fünf große Sahnetorten-Schlachten. Die erste ist in Chaplins „Behind The Screen“ enthalten; die zweite in besagtem Laurel & Hardy-Film; die dritte in „Keystone Hotel“, einem mittelmäßigen Ton-Zweiakter, der die Stummfilm-Verrücktheiten wiederzubeleben versuchte; die vierte in dem Three Stooges-Film „In The Sweet Pie And Pie“; und die fünfte in „The Great Race“ von 1965.

Hinzufügen möchte ich noch den acht Jahre nach dieser Statistik entstandenen Gangsterkrieg in Alan Parkers „Bugsy Malone“. Everson weiter:

Die Vorstellung, in den stummen Slapstick-Comedies habe man dauernd mit Sahnetorten um sich geworfen, ist mythisch, aber nichtsdestoweniger völlig falsch. Zwar kamen in der ganzen Sennett-Ära immer wieder Sahnetorten vor, aber das waren stets einzelne Torten, in interpunktierender Weise geworfen als Startsignal oder Schlusspunkt einer Aktion oder Verfolgungsjagd. „Custard Pie Comedy“ (Eiercremetorten-Comedy) war um 1927 ein Sammelbegriff für eine Art von Slapstick, der bereits als passé galt; die gigantische, völlig hemmungslose Tortenschlacht, die Laurel und Hardy in ihrem Film vom Zaun brechen, ist eher der Höhepunkt eines bis dahin unterentwickelten Genres als dessen Rekonstruktion. Wie alle ähnlich gelungenen Laurel & Hardy-Sequenzen ist sie perfekt aufgebaut. Für die erste Torte gibt es einen triftigen Grund, auch für die zweite und in Maßen auch für die dritte; dann aber kehrt der gesunde Menschenverstand der Szene den Rücken. Der Mensch fällt auf seine primitiven Instinkte zurück (…) – wobei er sich umso weniger Hemmungen auferlegen muss, als die hier betriebene Art von Brutalität niemandem wirklich weh tut.

Ein Fan der Sahnetorten-Komik war der Showmaster Rudi Carrell, ein ergebener Jünger der klassischen amerikanischen Entertainment-Disziplinen. Er hat in den 70er Jahren gern mit einer Variation gearbeitet: meistens bekam er keine Torte ins Gesicht, sondern ließ sich seinen Anzug und seine Würde dadurch ruinieren, dass man ihn ins Wasser oder etwa in ein Becken mit Kurschlamm warf. Meistens ließ er sich zum Ende der Show einfach mit Wasser begießen. Das Publikum lachte und applaudierte hauptsächlich, weil es die Chiffre des Gags verstand und seinen Einsatz würdigte. Um im Sinne des Originals zu funktionieren und wirklich komisch zu sein, war Carrells Besudelung zu einvernehmlich und nach einer gewissen Zeit auch zu erwartbar. Ob diese unschuldige Art der Demütigung heute noch funktionieren würde, käme auf einen Versuch an. Man müsste sie einmal vor einem unvorbereiteten Publikum ausprobieren – vor einem möglichst jungen Publikum, das die alten Filme gar nicht kennt und deshalb völlig unbefangen darauf reagiert.

Auszug aus dem Essay „Humor Omnia Vincit“

Veröffentlicht unter Fernsehen, Film, Kabarett und Comedy | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

„Doc Savage – Die Festung der Einsamkeit“ (53)

Eine phantastische Erzählung von Kenneth Robeson

Siehe dazu: https://blog.montyarnold.de/2021/10/06/19056/

Fortsetzung vom 7.10.2022

Giantia und Titania starrten einander an. Sie wirkten schockiert.
„Fifi lebt?“ Giantia schüttelte den Kopf, sie flüsterte vor Aufregung. „Das begreife ich nicht. Sie war doch in dem Reklameflugzeug, das dieser Savage und sein Kumpan abgeschossen haben!“
„Ich . ..“,sagte Titania und brach ab, denn jetzt war wieder Sunlights Stimme zu hören.
„Solange die beiden stupiden Weiber sich einbilden, dass Savage ihre Schwester auf dem Gewissen hat“, sagte die Stimme, „solange werden sie für mich arbeiten. Ich habe Verwendung für sie!“
Die zweite Stimme lachte meckernd. „Ich habe sie in dem Glauben gelassen, dass Savage das Flugzeug abgeschossen hat“, sagte Sunlights Stimme. „Sie haben keine Ahnung, dass in dem Flugzeug eine Bombe war, die über Funk gezündet worden ist, sie wissen auch nicht, dass Fifi gar nicht in der Maschine war . . .“
Dann schwoll der Wind wieder an, und Sunlight war nicht mehr zu hören. Giantia und Titania standen immer noch wie versteinert. Allmählich erschien ein Lächeln auf ihren Gesichtern. Titania klappte den Mund auf, offensichtlich um einen Freudenschrei auszustoßen; Giantia unterband den Schrei, indem sie ihrer Schwester den Mund zuhielt.
„Sei still!” zischte sie. „Soll Sunlight etwa erfahren, dass wir die Wahrheit wissen?“
Titania beruhigte sich. Sie reckte entschlossen das Kinn vor.
„Ich breche Sunlight das Genick!“ versicherte sie. Giantia schüttelte den Kopf. „Das wäre zu gefährlich. Seine Leute würden uns umbringen.“
Die beiden Frauen verließen das Zelt. Monk wartete, bis ihre Schritte verklungen waren, dann rückte er näher zu Doc.
„Das war das schönste Stück Bauchrederei, das ich je erlebt habe“, flüsterte er. „Doc, mit der Nummer könntest du im Zirkus auftreten.“
„Man muss alles versuchen“, sagte Doc. „Wenn es nichts nützt, kann es jedenfalls nichts schaden.“
Monk dachte wieder an die große blaue Halbkugel.
Abermals kam er nicht dazu, sich nach Einzelheiten zu erkundigen, denn plötzlich fuhr er zusammen und horchte nach draußen; instinktiv schielte er zu Doc hinüber, als hätte er ihn im Verdacht, sich schon wieder als Bauchredner zu betätigen. Aber das Geräusch war echt.
„Ein Flugzeug!“ flüsterte er.
„Es hört sich so an . . .“, sagte Doc leise.
„Ham und Long Tom!“ entschied Monk. Er sprang auf. „Die beiden haben deine Instruktionen nicht verstanden, oder es ist etwas passiert …“

Aber in dem Flugzeug waren weder Ham noch Long Tom noch Fifi.
In dem Flugzeug saß ein Mann namens Porto Novyi. Er gehörte nicht zu Sunlights Bande und war weder Sträfling in Sibirien noch auf dem Eisbrecher gewesen. Er war klein und breitschultrig und verdiente sich seinen Lebensunterhalt damit, dass er alles, aber buchstäblich alles, was man ihm und seiner Maschine anvertraute, an jeden beliebigen Punkt innerhalb der Vereinigten Staaten und außerhalb transportierte. Dabei zählte für ihn lediglich die Bezahlung; Gesetze, Moral und Ethik waren ihm herzlich gleichgültig. Er war furchtlos, und es gab nur einen Menschen, vor dem er Angst hatte — John Sunlight. Novyis Furcht vor Sunlight und seine notorische Ehrlichkeit ihm gegenüber standen miteinander im direkten Zusammenhang.

Veröffentlicht unter Buchauszug, Krimi, Literatur, Science Fiction | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Tierhaargespräche

geführt von Monty Arnold

Veröffentlicht unter Cartoon (eigene Arbeiten) | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen