Übersetzungsvergleich: „Der Spion, der aus der Kälte kam“

betr.: 58. Jahrestag der UK-Premiere des Films „Der Spion, der aus der Kälte kam“

John le Carrés Thriller-Klassiker „The Spy Who Came In From The Cold“ hat die Beständigkeit seines Ruhmes einigen Faktoren zu verdanken, die die Qualität des Textes selbst nicht betreffen: die andauernde Produktivität seines Autors im Lauf der Zeit und der Erfolg der rasch vorgelegten Verfilmung beim Fortbestehen der Relevanz des Romans sind von großer Wichtigkeit. Zu Le Carrés eigenen genialen Einfällen gehört die Wahl des Titels, die den Kalten Krieg als Sujet bereits souffliert.
Wer das Buch nochmals zur Hand nimmt, bemerkt die immensen Unterschiede zwischen der ersten deutschen Übersetzung von Christian Wessels und Manfred von Conta für Bertelsmann und der 2013er Ullstein-Bearbeitung von Sabine Roth („Die Arbeit der Übersetzerin an diesem Buch wurde durch ein Stipendium des Deutschen Übersetzerfonds e.V. gefördert.“), die als umfangreiche Leseprobe im Netz steht (siehe unten). Sogar der Satzbau ist sehr unterschiedlich.
Ohne einen Vergleich mit dem Originaltext lesen sich beide Bearbeitungen sehr gut. Ein sorgfältiges Gegenlesen würde für mich vor allem im Auge haben, ob die alte Fassung ihren Zeitkolorit-Vorsprung für sich nutzen kann.

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Stimmgeschwister

betr.: 91. oder 93. Geburtstag von Earl Grant

Möglicherweise wäre Earl Grant uns heute ein klein wenig besser in Erinnerung, wenn es Nat ‚King‘ Cole nicht gegeben hätte. Die stimmliche Ähnlichkeit der beiden ist auffallend, wobei Cole die insgesamt imposantere Erscheinung war und ein Vorleben als begnadeter Pianist aufzuweisen hatte, das er mit seinem Erfolg als Sänger tragischerweise ruhen ließ.
Beide traten auch vor die Kamera, Earl Grant etwa in der F. Scott Fitzgerald-Verfilmung „Tender Is The Hight“, für „Imitation Of Life“, sang er das Titellied.
1966 – kurz nach Nat ‚King‘ Coles frühem Tod – ging Earl Grant das künstlerische Wagnis ein, ein Album mit den Hits des berühmteren Kollegen aufzunehmen. Hauptsächlich bleibt er als Interpret der etwas sakralen Ballade „The End“ (1958) und durch „Imitation Of Life“ in Erinnerung. 1971 starb Earl Grant bei einem Autounfall.

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Poe und wie er die Welt sah

betr.: 215. Geburtstag von Edgar Allan Poe

Wer den exotischen Wunsch verspürt, sich ein Bild von den Unbequemlichkeiten zu machen, die den ganz gewöhnlichen Alltag unserer Urahnen bestimmten (sogar den der wenigen Wohlhabenden unter ihnen), dem hilft ein Blick auf ihren Eskapismus, auf das Entertainment, dem sich diese Leute hingaben, wenn es ihre Zeit erlaubte. In der Kunst, die von diesem Alltag ablenken sollte, werden Geschütze aufgefahren, die das ganz gewöhnliche Grauen erahnen lassen, mit dem sie konkurrierte. Die Theaterstücke William Shakespeares sind ja vor allem deshalb so blutrünstig, weil die Zuschauer auf dem Weg zum Theater an Freakshows, Bärenhatzen, Hinrichtungen vorbeispazierten, von all dem Dreck und Elend einmal abgesehen, das das Straßenbild sonst bestimmte.
Edgar Allen Poe lebte in vergleichsweise zivilisierten Zeiten, gut 200 Jahre später an der amerikanischen Ostküste. Doch selbst in dieser Umgebung würden die Geschöpfe unserer Handy-Wellness-Work-Life-Balance-Instagram-Fuzzi-Gesellschaft keine 30 Minuten durchhalten, ohne gleich anschließend ein Burn-Out für sich geltend zu machen und sich nach Möglichkeit in ein Sabbatical zu verabschieden. Selbst die drastische archaische Verhältnisse heraufbeschwörenden Erzeugnisse unserer modernen Serienkultur – etwa „Game Of Thrones“ – kommen vergleichsweise säuberlich daher. Wer einen flüchtigen Eindruck von den tatsächlichen hygienischen Aspekten der Prä-Deodorant-Ära erhaschen will, ist bei Monty Pythons „Ritter der Kokosnuss“ besser aufgehoben. Oder er lese Patrick Süskind, der sich in „Das Parfum“ viele Seiten Zeit nimmt, die haarsträubenden Verhältnisse klarzustellen, unter denen der folgende Roman ablaufen wird.

Dass wir einen Autor wie Edgar Allan Poe heute mit Vergnügen lesen können, ist nur möglich, weil wir uns unter einer Stadt, einem Raum, einem menschlichen Körper etwas vorstellen, was unseren Erfahrungen und Gewohnheiten entspricht. Und das ist gut so, denn jede Erzählung braucht eine vertraute emotionale Grundierung des lesenden Gemüts.  

Na also: einer (neuerlichen) Lektüre von Edgar Allan Poe steht nichts im Wege! Dabei wollen wir nicht vergessen, dass die Einordnung des Autors als Meister der Gruselgeschichte eine Verengung darstellt. Sieht man von seiner journalistischen Tätigkeit, seiner Arbeit als Sachbuch- und Theaterautor ab, der außerdem Gedichte, Essays und eine Vielzahl von Briefen geschrieben hat, bietet Poes erzählerisches Werk ein Spektrum, in dem sein Übersetzer Arno Schmidt sich über eine Vielzahl von „Eigenwilligkeiten und Kühnheiten“ freuen konnte.
Nach Poes eigenen Kategorien sind die Stories seiner hauptsächlichen Schaffensphase Grotesken und Arabesken – grotesk nannte er ein Werk, wenn ein burleskes oder satirisches Moment vorherrschte, arabesk dagegen, wenn es ganz von der Imagination bestimmt war. Und natürlich: Detektivgeschichten.
Seine deutschen Verleger im 20. Jahrhundert nahmen – wenn sie sich nicht ohnehin auf die „Hits“ beschränkten – zusätzlich eine thematische Gliederung vor, als „Ordnungshilfe“. So kamen neue Rubriken zustande: „Phantastische Fahrten“, „Faszination des Bösen“, „Mesmerismus und Hypnose“ oder „Der Kosmos und die Letzten Dinge“, weiterhin die erwähnten Kriminalgeschichten, die Poe nicht als erster betrieben, jedoch in ihrer heutigen Form ausdefiniert und der er den ersten richtigen Ermittler erfunden hat.
In der einen oder anderen mehrbändigen Ausgabe wird noch ein Aspekt gewürdigt, der es Deutschland naturgemäß schwer hat. Texte wie „Froschhüpfer“ („Hop Frog“) oder „Der Engel des Wunderlichen“ („The Angel Of The Odd“) werden unter „humoristische Erzählungen“ zusammengefasst.

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Tierhaargespräche

geführt von Monty Arnold

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Heul doch!

In einem Artikel über das beginnende Kafka-Jubiläumsjahr lese ich, dass Franz Kafkas schriftstellerisch übermitteltes Selbstbild etwas Viehisches hat, dass er in den Tieren einen Teil seiner selbst erkannt habe. „Tieren traut man keine Moral zu, keine Schamgefühle, gar nichts von höherem Wert. Die Laute, die Tiere herausbringen, werden von Menschen nicht verstanden. Tiere gelten als arg beschränkt, sie scheinen keine sprachlichen Ausdrucksformen zu kennen. Domestizierte Tiere dürfen sich zwar in der Umgebung von Menschen aufhalten, sind aber keineswegs gleichberechtigt. Sie leben bei Menschen, aber nicht unter ihnen.“ Kafka habe seine Jugend so empfunden: „Er existierte in einem Kosmos fern der Eltern, unbeeindruckt von ihren Sorgen und Hoffnungen. Er lebte nicht mit ihnen, er lebte unter ihnen.“ Dieser Vergleich – wie wir unsere Haustiere betrachten, so ähnlich tun wir das auch mit unseren Kindern – ist so kühn wie allgemeingültig. Er betrifft nicht nur die Familie Kafka, sondern beschreibt einen undramatischen (und gerade deshalb so irritierenden) Normalzustand.
Die Erfahrung von Misshandlung wäre etwas Dramatisches, ein Aufwachsen in Verwahrlosung oder der Verlust von Heim und Familie durch einen Krieg oder einen Hausbrand. Doch selbst als jemand, der – wie die meisten von uns – solche Traumata nicht erleiden musste, der einfach eine normale Kindheit hatte, finde ich den Kafka-Vergleich treffend und allgemeingültig. Daran ändert alles Getue der Erwachsenen ums eigene Kind, ums Kinderkriegen an sich, um das hochemotionale Thema der Abtreibung nichts, ebensowenig die Vermenschlichung, die wir andererseits unseren Haustieren überziehen – früher hauptsächlich den Hunden („Der versteht jedes Wort!“), inzwischen haben die Katzen ordentlich aufgeholt („Ich bin bei meiner Katze angestellt.“).
Kafka hat‘s mal wieder erfasst, Kafka ist mal wieder überall!

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Ein Kokon für Zwei

betr.: die Blu-ray „Laurel & Hardy: Year One – The Newly Restored 1927 Silents“

Das Ende der Stummfilmzeit war – schon aus Gründen der technischen Umrüstung – ein mehrjähriger Prozess, den die Historiker „Transition Time“ nennen. Salopp könnte man sagen, der Stummfilm endete 1927 mit „The Jazz Singer“*, der Tonfilm begann im folgenden Jahr mit Walt Disneys „Steamboat Willie“, der seit dem Neujahrstag offiziell komplett gemeinfrei ist und dadurch wieder ins mediale Bewusstsein rückte. 1930 war der Tonfilm dann endgültig die Norm.
Zu den wenigen Stars in Hollywood, die diese Zeitenwende vollkommen bruchlos bewältigten, zählen Stan Laurel und Oliver Hardy. Im Schicksalsjahr 1927 reiften sie von zwei verlässlichen Chargen in den Ateliers von Hal Roach zum später bedeutendsten aller Komikerpaare.
Diese Entwicklung vollzog sich im Laufe von 15 Filmen – ein Output, der innerhalb eines Jahres auch unter dem Gesichtspunkt unglaublich anmutet, dass es sich um Zweiakter handelt, also um 20minütige Kurzfilme. Gemeinsam mit der ersten, zufälligen Begegnung der beiden Schauspieler vor der Kamera – „Lucky Dog“ (1921), der Laurel als Hauptdarsteller führt – und den noch immer verschollenen „Hats Off“ auslassend, ist dieses Repertoire auf der Doppel-bluray „Laurel & Hardy: Year One – The Newly Restored 1927 Silents“ versammelt worden.

Selbst für einen Liebhaber wie mich existierte immer eine ominöse Grauzone zwischen Laurels Solofilmen (sie zeigten einen urkomischen Draufgänger, der mit dem späteren Stan-Charakter fast nichts gemein hat) und den klassischen Stan-und-Ollie-Vehikeln. Diese Filme nun chronologisch und bestmöglich rekonstruiert zu erleben, ist eine Offenbarung! Der immens wandlungsfähige Klein- und Nebendarsteller Oliver Hardy arbeitet sich langsam zum Status Stan Laurels hinauf, ohne dass jemals ein Hauch von Konkurrenzkampf aufkäme (ganz anders als beim kompetitiven Harold Lloyd, dessen Filme vergleichsweise brav gealtert sind). Ringsum agiert das vertraute Ensemble aus Respektspersonen, Ganoven, Liebchen, Ehefrauen und begnadeten Backpfeifengesichtern, aus dem James Finlayson** herausragt, der schon zuvor gelegentlich mit Laurel im Duo agiert hatte. In der mit Grusel-Elementen versetzten Krimiklamotte „Do Detectives Think?“ sehen wir Stan und Ollie erstmals als richtiges Duo mit Bowlerhüten, wenn auch noch mit erfundenen Rollennamen. Ihrer Partnerschaft haftet noch bis zu „The Battle Of The Century“ etwas Sporadisches an. William K. Everson schreibt zu diesem Thema anlässlich von „Duck Soup“: „Der Film ist eine von Hal Roachs All-Star-Comedies, und Laurel & Hardy werden nicht als Duo geführt. Tatsächlich treten sie aber als Paar auf, was so vorzüglich funktioniert, dass man sich nur wundern kann, warum in vielen folgenden Filmen Laurel der Solo-Star blieb und Hardy ein gelegentlicher Stichwortgeber“.
Die Zweiakter dieser Phase haben eine komplexe Handlung, während sich Laurel & Hardy im kurzen Format später hauptsächlich auf Variationen eines Themas konzentriert haben. Als sie für ihre Langfilme wieder zum Erzählen ganzer Geschichten zurückkehren mussten, taten sie sich viel schwerer damit. Auch in dieser Hinsicht ist „Year One“ knapp 100 Jahre später ein überaus frisches Vergnügen.
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* Siehe dazu https://blog.montyarnold.com/2014/10/06/ruhestoerung-in-hollywood-die-verschreckte-leinwand/
** Siehe dazu https://blog.montyarnold.com/2016/10/09/6384/

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Premiere Nr. 3

betr.: 71. Jahrestag der ersten Präsentation des Films „Vom Winde verweht“ in deutschen Kinos (und 31 Jahre später im Fernsehen)

Zum Jahreswechsel hat arte den Film „Vom Winde verweht“ mehrmals ausgestrahlt, am 9. Februar ist es wieder soweit – mit etwas entsättigten Farben, denn den Technicolor-Look möchte man dem Publikum wohl nicht mehr zumuten. Obligatorisch ist auch der vorgeschaltete Warnhinweis („… diese rassistischen Darstellungen waren damals falsch und sind heute falsch …“).
Seit der Erstausstrahlung dieses Filmklassikers von 1939 im Deutschen Fernsehen sind genau 40 Jahre vergangen. Das Privatfernsehen war Monate zuvor eingeführt worden, spielte aber für die Sehgewohnheiten noch keine Rolle.  
Diese TV-Premiere war ein Ereignis, auf das sich wochenlang zuvor öffentlich gefreut wurde. Prominente wurden befragt wie sie diesen Abend verbringen werden. Der Schauspieler und Sprecher Hans Clarin etwa gab zu Protokoll, bei ihm werde wie gewohnt um 19 Uhr zu abend gegessen. Der Film werde aber auf Video aufgezeichnet und später mit der Familie gemeinsam angeschaut. Die damals handelsüblichen Videocassetten erlaubten es noch nicht, den ganzen Film auf einem Band unterzubringen: eine VHS-Cassette fasste 180 Minuten. Um den Bandwechsel zu erleichtern, gab es nach 100 Minuten – wie schon im Kino – eine Pause, die Herr Clarin genutzt haben könnte, um den Spaß um 21 Uhr 15 zu beginnen – vorausgesetzt, es hätte in seinem Haushalt zwei Fernseher und zwei Videogeräte gegeben.

In diesem Artikel einer Fernsehzeitung (noch so ein vom Winde verwehtes Requisit deutscher Haushalte der Bonner Republik) geht es um die historischen Hintergründe eines noch sehr geheimnisvollen Films:

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Der Song des Tages: „Ich hab das Fräul’n Helen baden ’sehn“

betr.: 83. Jahrestag der Ermordung von Fritz Grünbaum in Dachau

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Wo ist der Scholzomat geblieben?

Den in seiner Sinnfälligkeit recht amüsanten Titel „Scholzomat“ für unseren roboterhaft auftretenden Bundeskanzler habe ich lange nicht mehr gelesen. Der „Spiegel“ hat ihn vermutlich geprägt, mit Sicherheit jedoch besonders gern genutzt. Im Portrait zu Olaf Scholz‚ Wahlsieg fand sich tatsächlich noch der Satz „Scholz wird zum Scholzomat“ – gerade so, als habe im Laufe von dessen Leben irgendwann ein Mentalitätswandel stattgefunden.
Meine Theorie ist folgende: es könnte auf diese Textstelle hin passiert sein, dass der „Spiegel“ gebeten wurde, diese respektlose Bezeichnung künftig ruhen zu lassen. Jedenfalls ist sie etwa um diese Zeit aus dem Sprachgebrauch der Printmedien insgesamt verschwunden. Erinnern wir uns: weder auf „Genschman“ noch auf „Birne“ wurde eine derartige Rücksicht genommen, nachdem sie ihre hohen Ämter erklommen hatten.
Was soll’s – vielleicht ist es ja auch Zufall.

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Kannste knicken! – Musste knicken …

betr.: Das Prinzip des Gegenpols

Wir haben uns angewöhnt, literarische Werke unter den beiden großen Kategorien der Romantischen und der Realistischen abzulegen. Eine solche Polarität findet sich in allen Spielarten der Kultur (abstrakte Malerei – naive Malerei, Komödie – Tragödie …) oder wird dort eigens eingerichtet und wieder in Frage gestellt (E-Musik – U-Musik, katholisch – evangelisch …). Im Comic ist das heitere Element schon im Oberbegriff angelegt, denn er hat sich aus der Karikatur (einer humoristischen Kunstform) heraus entwickelt, die an ein rein erwachsenes Publikum gerichtet war. Erst als er die jugendlichen Zielgruppen in den Blick nahm, mit denen man ihn heute vor allem assoziiert, bildete sich ein realistischer zeichnerischer Ansatz heraus, und prompt wurden die komischen Zeichenstile, die der ursprünglichen Linie folgten, eigens etikettiert: sie hießen nun „Funnies“.
Wir lieben das Gefühl der Ordnung, das eine frühzeitige Aufteilung in zwei Gegenpole uns verschafft – eine kurze Verschnaufpause, bevor wir diese Hälften weiter ausdefinieren. Entsprechend bemerkenswert (oder irritierend) ist es, wenn ein solcher Knick unterbleibt.
Im Französischen ist jeder Schauspieler ein „comédien“. Das gefällt mir persönlich sehr gut, denn wenn mich eine tragische Performance wirklich bewegt hat, fühle ich mich so erfrischt, als hätte ich zwei Stunden lang herzlich gelacht.

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