Geliebte Stimmen (10): Konrad Wagner

In der Glanzzeit deutscher Synchronkunst klang Konrad Wagner (1902-74) bereits recht betagt – nicht im Sinne der Hinfälligkeit, sondern wegen der bedächtigen Klugheit in seiner Stimme, in die sich gleichwohl immer ein leiser Zweifel zu mischen schien, ein Affekt des unablässigen Nachdenkens. Im Synchronlexikon wird sein Sound treffend als „gutmütig“ und „verletzlich“ beschrieben (ganz im Gegensatz zum hammerharten Arnold Marquis). Das prädestinierte ihn für väterliche Typen (wie den „M“ in den frühen Bond-Filmen, den er sich mit Kollegen teilte), ließ ihn aber auch in sehr militanten Portraits funktionieren (der verblendete Prediger in „Wer den Wind sät“). Selbst offensichtlichen Unfug wie den Prolog zu einem der klassischen „Planet der Affen“-Filme (eine quasi-religiöse Predigt) versah Konrad Wagner mit Würde und Relevanz.
Er gehört zu den Sprechern, die man gerade wegen eines großen Vorzugs gern übersieht (nicht überhört): wegen der Vollständigkeit der Verschmelzung mit seinem optischen Gegenstück. Die lustvolle Irritation, wo man seine Stimme schon mal gehört hat, bleibt in der Regel aus.

Kürzlich gestand mir eine Aufnahmeleiterin, es gäbe heute einen gewissen Mangel an reifen Stimmen. Das hängt damit zusammen, dass alle versuchen, lebenslang wie Mitte 30 zu klingen. Das gelingt sogar den meisten, es geht aber auch zu Lasten der Individualität. Unaufdringliche Charakterstimmen wie die von Walter Konrad werden in den Ateliers nicht mehr sonderlich geschätzt.

Zu seinen schönsten Rollen zählen der freundlich-böse Nachbar in „Rosemaries Baby“, Edward G. Robinson in dem weitsichtigen Öko-Thriller „Soylent Green“ und der von Ray Milland gespielte Vater in „Love Story“.

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Welcher Letzte machts am besten?

betr.: 55. Jahrestag des Starts der Serie „Late Night Horror“ nach Richard Matheson

Im Gegensatz zu den meisten Schriftstellern von vergleichbarem Wert durfte Richard Matheson seinen Ruhm nicht nur miterleben sondern sogar dadurch befeuern, dass er den Verfilmungen seiner Werke zahlreiche Originaldrehbücher hinzufügte.
1954 brachte er die Dystopie „I Am Legend“ heraus, seinen ersten Roman, nachdem er bereits mit Kurzgeschichten Aufsehen erregt hatte.* Der Wissenschaftler Robert Neville lebt darin als letzter Mensch auf Erden in einer Welt von Vampiren. Nachts verbarrikadiert er sich in seinem zu einer Festung ausgebauten Haus, tagsüber durchstreift er das Land auf der Suche nach Nahrung, Waffen und anderen Dingen des täglichen Lebens. Hin und wieder fängt er eines der Nachtgeschöpfe, um Experimente durchzuführen, doch auch die Untoten ruhen nicht …


Von diesem Buch sah Matheson drei** Verfilmungen unterschiedlicher Qualität und Atmosphäre Gestalt annehmen.
1963 tritt Vincent Price als „The Last Man On Earth“ auf. Der triste, schäbige Film von Ubaldo Ragona verpasst gleich zwei historische Gelegenheiten. Seine Untoten hinterlassen keinen Eindruck – George A. Romero hat den Zombie fünf Jahre darauf in den Kosmos der Popkultur eingebracht, wo er bis heute nicht gestorben ist. Die definitive Konzeption des Endzeit-Films wiederum überlässt der Film Alfred Hitchcock, der sie beinahe gleichzeitig im dritten Akt von „The Birds“ vornimmt. 
1971 inszeniert Boris Sagal „The Omega Man“. Hauptdarsteller ist der gefeierte Bibelfilmstar Charlton Heston. Orson Welles hatte ihm am Set des Thrillers „Touch Of Evil“ von Mathesons Buch vorgeschwärmt, und nachdem Heston unlängst ins SF-Genre gewechselt war, wollte er diese Empfehlung nun umsetzen und den messianischen Funken noch ein wenig weiterschlagen. Der Film wirkt heute recht campy, doch er macht eigentlich alles richtig. Die käsigen Seuchenkrüppel in ihren Kutten sind so abscheulich und provozierend, weil sie als selbstgerechte religiöse Gemeinde gezeichnet werden: die „Brüder“ (beiderlei Geschlechts) betrachten sich als Erleuchtete und  verbrämen ihr Mord- und Zerstörungswerk als Erlösung.
Will Smith hingegen hat es 2007 in „I Am Legend“ mit viehischen Bestien zu tun, was ihre Wirkung nicht über einen handwerklich sauberen, aber seelenlosen Grusel-Effekt hinauskommen lässt. Gefährlicher als alle Zombie-Attacken ist für den Helden ohnehin die eigene Rührseligkeit – als ein knuffiger Daddy, den das Ende der Menschheit vor allem daran hindert, mit seinen Süßen auf dem Sofa zu sitzen. Er ist in guter Gesellschaft, denn mittlerweile ist ja sogar James Bond ins Lager der schluchzenden Pantoffeltierchen abgewandert.
Eine derart verstörende Mutation hat sich nicht mal Richard Matheson einfallen lassen.
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* Siehe https://blog.montyarnold.com/2014/11/20/bart-simpsons-siamesischer-zwilling/
** Nicht mitgezählt, aber erwähnt sei noch die Billigkopie „I Am Omega“, die dem Film „I Am Legend“ ein knappes Jahr später nachfolgte und nur auf DVD erschien.

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Ein Augenblick der Wahrheit

betr.: Hörspiel „Der Mentor“ von Daniel Kehlmann

Die allgemeine Wertschätzung des Bestsellerautors Daniel Kehlmann teile ich nicht. Ich muss bei ihm immer an einen Vorbehalt denken, der einmal in einer Ausgabe des Reich-Ranicki’schen „Literarischen Quartetts“ formuliert wurde. Da wurde einem Buch der Vorwurf gemacht, es sei voll von „angelesenem Brasilien-Wissen“. Kehlmanns Arbeit wirkt auf mich immer so: fleißig recherchiert aber selbst unerlebt.
Als der ORF nun Kehlmann-Hörspielkomödie ausstrahlte, die im Literaturbetrieb angesiedelt ist, keimte in mir die Hoffnung, hier könnte der Autor mal aus der Fülle eigener Erfahrung geschöpft haben. Insgesamt hat „Der Mentor“ (noch einige Tage lang auf der Homepage des Senders nachzuhören) mich nicht überzeugt, aber es gibt eine Szene, die mich reinewegs begeisterte: Ein junger Autor will von seiner Frau getröstet werden, nachdem ein älterer Kollege seine Arbeit geschmäht hat. Es stellt sich heraus, dass die Gattin zu seiner Arbeit gar keine persönliche Meinung hat. Sie hat ihn immer nur routiniert und beiläufig gelobt. Das hat immer genügt und hätte dem Autor freilich schon früher auffallen können, aber erst jetzt ist die eigene Empfindlichkeit in der notwendigen Weise aufgeschreckt, das Ego ausreichend verwundet.
Ein zum Nägelkauen spannender Dialog!
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Inhalt: Im Rahmen des sogenannten „Mentor“-Projekts – von einer Stiftung bestens bezahlt – sollen der einst gefeierte Dramatiker Benjamin Rubin und der Nachwuchsautor Martin Wegner eine Woche lang an Wegners neuem Stück arbeiten. Rubin, seine Allüren pflegend und wenig umgänglich, missbehagt die „Literaturförderung“, er kann jedoch das Honorar mehr als gebrauchen. Auch Wegner verspricht sich vom Zutun des „Altmeisters“ nicht allzu viel, bestenfalls Protektion. Dafür ist seine Frau Gina umso eher bereit, dem „großen alten Mann“ die Bewunderung zu zollen, der er offensichtlich dringend bedarf. Dass er am Stück ihres Mannes kein gutes Haar lässt, bringt sie in eine Zwickmühle. Martin verlangt den Offenbarungseid: ob sie an ihn als Schriftsteller glaubt oder nicht. Und dann reist er auch noch ab, gekränkt, wie er ist. Rubin könnte triumphieren, hätten die Peinlichkeiten in dieser Komödie nicht einen sehr ernsten Grund: die existentielle Abhängigkeit davon, anerkannt, nein: geliebt zu werden. (ORF-Infotext)

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Der Drache im Morgenland

betr.: Stadtteilkunde St. Georg / Landeskunde China

Der Drache ist der König unter all den sagenhaften Schreckenstieren. Fast jedes Volk hat im Verlauf seiner Geschichte den Drachen wegen seiner Riesenkräfte und seines majestätischen Aussehens verehrt.
Seine Merkmale wandeln sich, wenn man von Osten nach Westen reist. Im Orient versinnbildlicht er die Mächte der Natur und insbesondere die des Wassers. Manchmal gilt er als tückisch, aber im Allgemeinen hielt man ihn dort für ein friedliches Geschöpf, während er im Westen als gefährliches Untier angesehen wurde.
Im großen chinesischen Lexikon „Pan Tsao Kang Mu“, das um 1600 geschrieben wurde, steht eine Menge über dieses Wesen.
Er ist, so wird darin gesagt, das größte Schuppentier, besitzt einen Kamelkopf, Stierohren, einen Schlangenhals, einen Froschbauch, Schuppen wie ein Karpfen, Krallen wie ein Adler und Pranken wie ein Tiger. Die Schuppen sind in neun Reihen zu jeweils neun Stück angeordnet (die 9 galt als Glückszahl), und seine Stimme klingt wie der Ton eines Gongs. Ums Maul wachsen dem Drachen Barthaare, unter dem Kinn trägt er eine Perle, und auf dem Kopf befindet sich der „Poh Shan“, ein langer Stachel.

Keanu Reeves in raffinierter Verkleidung beim Drachenfest.

In China gab es so unzählige Drachen. Sie hausten überall dort, wo es Wasser gab – in tiefen Seen, in breiten Flüssen und selbst in winzigen Regentropfen. Sie allein bestimmten das Wetter. Wenn es blitzte, so blinzelte ein Drache mit den Augen. Der Wind war Drachenatem. Und Meeresstürme entstanden, wenn ein Drache seine Krallen wetzte. Die Perle unter dem Kinn war das Sonnensymbol und zugleich die Quelle der Macht eines Drachen. Ohne sie war er völlig hilflos.
Bei chinesischen Festumzügen werden Papierdrachen durch die Straßen gezogen. Ein Mann mit einer großen roten oder weißen Kugel, die die Zauberperle darstellt, läuft dem Zug voraus. Der Drache versucht vergeblich, die Perle zu fassen.
Chinesische Drachen können sich nach Belieben unsichtbar machen. Im Frühling steigen sie zum Himmel empor, im Herbst gleiten sie hinunter in die Tiefe des Meeres.

In China gab es Drachen, die den Lauf der Welt lenkten. Der Himmelsdrache trug auf seinem Rücken die Paläste der Götter, die sonst auf die Städte der Menschen gestürzt wären und sie vernichtet hätten. Der Götterdrache hatte Macht über Regen und Wind, der Erddrache bestimmte den Lauf der Ströme und Flüsse. Und der der Unterweltdrache bewachte die Schätze, die den Menschen nicht zustanden.
Viel chinesisches Brauchtum geht auf den Glauben an diese Geschöpfe zurück. Bei Überschwemmungen werfen Chinesen Edelsteine ins Wasser und Papierstreifen, auf die Gebete geschrieben wurden. In Zeiten der Dürre fertigen sie Papierdrachen an, die sie durch die Straßen tragen. Der Umzug hält vor jedem Haus und wartet, bis jemand zur Tür herauskommt, um den Papierdrachen mit Wasser zu besprengen. Neben ihm läuft noch ein Wasserträger einher, der in gewissen Abständen Wasser verspritzt und ruft: „Nun kommt der Regen!“
Drachen verzehren mit besonderer Vorliebe Schwalben, die sie niemand anderem gönnen. Sie greifen daher jeden Menschen an, der Schwalben gegessen hat. Überquert ein solcher einen Wasserlauf, wird sich der darin hausende Drache auf ihn stürzen und ihn verschlingen.
Die Meeresdrachenkönige leben in prächtigen Palästen unter dem Meer. Jedes dieser Ungeheuer ist mindestens drei Meilen lang. Wenn sie sich im Schaf von einer Seite auf die andere wälzen, wanken die Berge und stürzen ins Meer. Aus ihrem weitgeöffneten Rachen ragen messerscharfe Zähne. Mit ihrem Feueratem vernichten sie die vorbeischwimmenden Fische. An der Meeresoberfläche verursachen sie Springfluten und Taifune. Erheben sie sich in die Lüfte, entstehen fürchterliche Stürme.

Wie sich zeigt, sind auch die verehrten Drachen des Morgenlandes recht bedrohliche Wesen, die die Lage der Menschen nicht immer verbessern!
Mythologen und Historiker haben lange gerätselt, warum sie in den Sagen der gesamten Welt vorkommen.* Das Rätsel blieb bestehen, bis die ersten Saurierskelette gefunden und als solche identifiziert wurden.

Die meisten dieser Informationen stammen aus dem Buch „A Dictionary Of Monsters And Mysterious Beasts“ von Carey Miller.
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* Es gibt eine ganze Reihe solcher Welträtsel: https://blog.montyarnold.com/2016/04/07/atlantis-nochmals-besucht/

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Was den Krimi vom Thriller trennt (1)

Über die gern übersehenen Unterschiede zwischen „Krimi“ und Thriller habe ich schon Streitgespräche geführt. Selbst meinem Kompromissvorschlag, ein Thriller könnte zumindest im Einzelfall auch ein Kriminalfilm sein, wurde von fachlicher Seite mit apodiktischer Strenge widersprochen. Ich erkannte: der Krimi hat im Rahmen seiner gewaltigen Massenproduktion als ernstzunehmende Kunstform einfach zu sehr abgewirtschaftet.
Auch jenseits dieses Vorbehalts sind die beiden Begriffe natürlich nicht austauschbar.
Kurz gesagt: ein Thriller erzeugt Spannung, indem er persönliche Dilemmata verhandelt, psychische Zustände und zwischenmenschliche Konflikte – dazu muss er übrigens nicht zwingend physisch gewalttätig oder mit krimineller Energie geladen sein. Ein Krimi hat immer einen Fall, und in dem muss ermittelt werden – auch wenn es sonst keinerlei Konflikt gibt.

Was macht Krimis so erfolgreich?

Das Publikum liebt Krimis nicht etwa, weil unter uns so viele Moralisten lebten – wie immer wieder gemutmaßt wird -, sondern weil wir Deutschen das Genre „Drama“ innerhalb der Leichten Muse aktiv wie passiv nicht beherrschen. Alles, was nicht Krimi ist, droht ins Seichte (in die Doku-Soap, die Soap, die Filmkomödie) oder ins Extreme abzurutschen (in den Arthausfilm, in den Problemfilm oder ins Historiendrama). Krimis können zwar auch albern sein („Schmunzelkrimi“), umgekehrt jedoch ist in der deutschen Film- und Serienformatierung eine ernsthafte Erzählung ohne Mord (als Vorwand, um im Krimi einsortiert zu werden), nicht vorgesehen. Zum US-Genre der „Dramaserie“ gibt es keine deutsche Entsprechung. Wer Krimis liebt, bringt sich meistens unterbewusst vor der deutschen Filmkomödie in Sicherheit.

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Gesinnungslos. Extrem.

betr.: Leserbrief

Der Titel tut der Portraitierten unrecht. Sahra Wagenknecht ist ganz leicht zu fassen. Der Begriff Schampus-Sozialistin enthält sämtliche Informationen: offiziell Sozialistin (bzw. Kommunistin), in Wahrheit dem üppigen Geldverdienen höchst aufgeschlossen (und zwar mittels der angeblichen politischen Gesinnung). Das wäre nicht der Rede wert, wenn sich die Öffentlichkeit nicht so gerne auf billige Art verschaukeln ließe.

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Vorspiele auf dem Theater (1)

betr.: Klassische bis kuriose Dramenanfänge mit Musik- oder Theaterbezug

In ihrer 31. Ausgabe (Thema: Anfangen) präsentiert uns die Zeitschrift der Hochschule für Musik und Theater Hamburg eine Auswahl von Textanfängen zum o.g. Thema. Diese Idee von Nora Krohn ist viel zu hübsch, um sie nach 7 Beispielen zu beenden und um sie nicht auch noch auf die weitere Popkultur auszudehnen (allen voran den Film).
Das soll an dieser Stelle künftig in loser Folge geschehen.

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Der Song des Tages: „You’ve Got to Be Carefully Taught“

betr.: 300. Jahrestag der Uraufführung von „Nathan der Weise“

Der Streit mit einem tunnelsichtigen Geistlichen inspirierte Gotthold Ephraim Lessing zu seinem Schauspiel „Nathan der Weise“. Der Vordenker der deutschen Aufklärung erwartete keinen Theater-Erfolg. Doch das Plädoyer für religiöse Toleranz hat sich bis heute auf den Spielplänen und im Bewusstsein auch der Nicht-Theaterfreunde gehalten.
In diesem Sinne funktioniert auch ein kleinerer Song (klein = kurz, in der Show eher ein unauffälliges Zwischenspiel, seltener gespielt als die diversen Hits der Show …) aus Rodgers & Hammersteins Erfolgsmusical „South Pacific“ von 1949. „You’ve Got to Be Carefully Taught“ macht uns klar, dass ethnische Vorbehalte bis hin zum Rassismus nichts Angeborenes sind, sondern dass wir dazu sorgfältig erzogen werden müssen.
Die hübscheste mir bekannte Interpretation des Liedes stammt aus dem Studio-Cast-Recording des Musicals von Frank Sinatra und seinen Kollegen. Es singt Sammy Davis jr.

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„Doc Savage – Die Festung der Einsamkeit“ (78 und Schluss)

Eine phantastische Erzählung von Kenneth Robeson

Siehe dazu: https://blog.montyarnold.de/2021/10/06/19056/

Fortsetzung vom 5. März 2023

Sunlights Fährte führte mitten in die Eiswüste. Doc und seine Männer folgten ihr, zwei Tage, dann entdeckten sie gefrorenes Blut am Rand einer Eisspalte. Am Wasser fanden sich Spuren, die erkennen ließen, dass Sunlight von einem Polarbär angefallen worden war. Sie fanden Sunlights Gewehr und einige Kleiderfetzen; das war alles, was von Sunlight übrig war. Monk besah sich die Fetzen und bedauerte, dass es keinen wirklichen Beweis dafür gab, dass Sunlight nicht mehr am Leben war.
„Mir tut der Bär leid, der diesen Kerl gefressen hat“, meinte er nachdenklich. „Er hat sich bestimmt den Magen verdorben.“
„Wenn Sunlight nicht tot ist“, sagte Doc ernst, „steht uns noch einiges bevor . ..“
Sie starrten ihn an.
„Was heißt das, Doc?“ fragte Monk bestürzt.
„In der Kuppel waren noch mehr Maschinen“, sagte Doc. „Sie sind verschwunden.“
Monk kapierte nicht. „Du meinst . . .?“
„Ich meine“, sagte Doc grimmig, „dass Sunlight diese Maschinen früher aus der Kuppel geräumt und versteckt hat. Wenn er lebt und sie sich holt . . .“
Er wandte sich ab, ohne den Satz zu beenden.
Niedergeschlagen kehrten sie ins Lager der Eskimos zurück. Der Rückweg war weniger mühselig als die Verfolgung, denn vom Lager kam ein Flugzeug und holte sie ab. In einem Teil der Kuppel befand sich ein Hangar, in dem Sunlight auch das Flugzeug gefunden hatte, das ihn und seine Mannschaft nach New York brachte. Doc hatte immer zwei Maschinen in seiner Festung, von denen er eine zur Erprobung neuer Erfindungen brauchte.

Während der nächsten Wochen flogen Ham, Monk und Long Tom immer wieder kreuz und quer die gesamte Umgebung ab, um vielleicht die Stelle zu entdecken, wo Sunlight die Todesmaschinen versteckt hatte.
Aber sie fanden das Versteck nicht.
„Was ist mit der anderen Maschine, mit der Sunlight die Dunkelheit produziert hat und die angeblich an diesen Don Carlos gegangen ist?“ fragte Ham eines Tages.
„Wir werden sie uns zurückholen“, sagte Doc grimmig. „So bald wie möglich!“

Es gab noch ein Problem, das aus der Welt geräumt werden musste. Der besondere Wert der Festung der Einsamkeit lag darin, dass niemand außer den Eskimos ihre Lage kannte. Die Eskimos zählten nicht; sie plauderten nichts aus, sie hatten sich sogar um die Kuppel gekümmert, wenn Doc nicht da war. Doc hatte sich ihnen gegenüber erkenntlich gezeigt, sie waren zufrieden. Doc stand ihnen nahe. Aber die anderen, die jetzt von der Existenz der Festung der Einsamkeit wussten .. .
„Sie werden den Mund nicht halten“, sagte Monk.
Doc war sehr nachdenklich. Als alle beim Mittagessen beisammen saßen, hielt er eine Rede. Es war die überzeugendste Rede, die Ham, Monk und Long Tom je von dem Bronzemann gehört hatten, und sie kannten ihn immerhin schon recht lange.
Doc führte aus, dass die Erfahrungen, die sie alle gemacht hatten, seit sie aus dem sibirischen Sträflingslager entkommen oder von Sunlight in seinen Dienst gepresst worden waren, so entsetzlich seien, dass es am besten wäre, alle Erinnerungen daran zu tilgen. Er ließ sich umständlich über seine Gehirnoperationen aus, übernahm die Garantie, dass niemand dabei sterben werde, und sicherte allen zu, dass sie nach der Operation nicht mehr an diese schlimme Vergangenheit erinnert würden. Zufällig würden sie sich allerdings auch nicht mehr an die Festung der Einsamkeit erinnern.
Er verkaufte seine Gehirnoperationen im großen Stil und mit soviel Leidenschaft, dass Ham, Monk und Long Tom sich ernsthaft überlegten, ob sie sich nicht auch operieren lassen sollten.
„Eine großartige Idee“, sagte Ham ironisch. „Monk sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.“ „Warum ich?“ fragte Monk.
„Auf diese Art wirst du vielleicht die Illusion los, ein Frauenheld zu sein“, sagte Ham.
Er überließ Monk seinem Zorn und begab sich zu Fifi. Es gab keinen Grund mehr, zurückhaltend zu sein, er konnte sich voll ins Zeug legen, und Fifi war bestimmt den vollen Einsatz wert. In wenigen Wochen würden sie sich an nichts mehr erinnern können, sie konnte ihm, Ham, nicht lästig fallen —es war eine ideale Konstellation. Allerdings gab es da zwei Hindernisse, die behutsam aus dem Weg geräumt werden wollten; die Hindernisse hießen Giantia und Titania. Mit ihnen musste er sich arrangieren, sonst konnte eine Liaison mit Fifi gefährlich werden.
Ham entschuldigte sich bei Fifi und begab sich auf die Suche nach den beiden gewalttätigen Schwestern, um mit ihnen über seine Absichten auf Fifi zu diskutieren.
Als Monk ihn wiedersah, fehlte Ham ein Schneidezahn.
„Was ist passiert?“ fragte Monk.
„Giantia hat etwas dagegen, wenn man sie anlächelt“, sagte Ham trübe.
„Wer hat gelächelt?“
„Ich.“

ENDE

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„It’s All A Question Of Masks – Selbstinszenierung und Modernität bei Noël Coward“ (3)

Fortsetzung vom 5. März 2023 (siehe auch https://blog.montyarnold.com/2023/01/24/noel-coward/)

Tamara Hahn hat vor einigen Jahren in aller Stille ein Buch vorgelegt, das uns in Fragen der Selbsterfindung und Selbstdarstellung ein Leitfaden sein kann – gerade in den Zeiten der Sozialen Medien. Nebenbei ist dies das einzige Buch überhaupt, das in deutscher Sprache über Noël Coward vorgelegt worden ist: „It’s All A Question Of Masks – Selbstinszenierung und Modernität bei Noël Coward“. Am Beispiel dieses Universal-Künstlers, der vor etwa 100 Jahren den modernen Prominenten im Selbstversuch quasi erfunden hat, erfahren wir allerlei Erstaunliches zum Thema Medienkompetenz. Es handelt sich um eine Dissertation von 2002, die der Lit Verlag Münster 2004 veröffentlicht hat und die noch immer erhältlich ist. Die Autorin hat mir gestattet, diesen bereichernden Text hier als Serie wiederzugeben, wofür ich mich ganz herzlich bedanke.

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