Für alle, die es im Grunde gar nicht wissen wollen

betr.: „Mein Name ist Otto“ – Unbesehen rezensiert

Auf Prime Video gibt es eine frische Doku über Leben und Werk von Otto Waalkes. Obwohl die frühen Verdienste dieses Unterhalters ihm auf Lebenszeit einen Platz in meinem Herzen garantieren, bin ich nicht traurig oder nervös, den Anbieter nicht empfangen zu können. Was Ottos Arbeit – auch die nach seiner glanzvollen Phase bis 1983 – angeht, habe ich viel angeschaut, gelesen, gesammelt, aus- und mitgeschnitten. Was den heutigen Blick auf das Thema betrifft: Ich will mir gar nicht vorstellen, wie dieses in einer Zeit und für ein Auditorium zubereitet werden muss, angesichts derer Otto sich schon vorauseilend für frühere Gags wie „This is Alice Schwarzer“ oder „die japanische Version von ‚Im Frühtau zu Berge‘“ meint, entschuldigen zu müssen (wofür er mein vollstes Verständnis hat angesichts des sinnlosen Ärgers, den er damit vermeidet).

In einem halben Jahrhundert beständiger Präsenz (!) hat Otto vor allem Witz bzw. „Nonsens“ verbreitet und war nie ein politischer Kabarettist. Wer ihn heute aber meint, zensieren oder nach den geänderten Empfindlichkeiten nachträglich problematisieren zu müssen, macht ihn dann doch wert- und belangloser als er tatsächlich ist.
Mein Vorurteil lautet: die Doku wird genau das tun, gerade weil sie bestrebt sein wird, den Meister in möglichst hellem Licht erscheinen zu lassen.
Ich empfehle: Lieber ’ne alte Otto-Platte auflegen (egal welche)!

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Popelfreier Kunstgenuss

betr.: meine Experimente mit Audio Cleaning Software

Als unbeirrbarer Vinylsammler, der den Niedergang der Nachfolgetonträgerin CD dennoch bedauert, habe ich zuletzt einigen technischen Fortschritt erlebt: eine Schallplatten-Waschmaschine und ein digitales Säuberungs-Programm, mit dem ich die verbleibenden Knackser wegbekomme, um dann eine CD der Aufnahme anzufertigen.

Warum habe ich so ein Programm nicht schon seit Jahren am Laufen? Weil solche Anwendungen tückisch sind. Wenn ich Knackser am PC von Hand entferne, lasse ich den Rest der Aufnahme unangetastet. Eine gute Refreshing-Software würde es ebenso machen, doch gelegentliche Experimente über die Jahre führten immer wieder zu unbrauchbaren Ergebnissen: die Aufnahme klang hinterher insgesamt viel schlechter als zuvor, und die Knackser waren auch nicht alle weg (dafür fehlten die Höhen). Es ist das Prinzip eines Loriot-Cartoons, in dem Reinhold das Nashorn (ein magentafarbenes Fabelwesen) in die Reinigung geht, um ein paar Flecken an seinem (nackten) Körper loszuwerden. Die sind auf der letzten Zeichnung unverändert, aber jetzt ist Reinhold weiß. (O Schreck – Heute müsste sich Loriot deswegen ein paar unangenehme Fragen gefallen lassen …)

Das neueste Reinigungsprogramm auf meinem PC funktioniert erstmals so gut, dass ich es hin und wieder zur Anwendung bringe. Die Entknisterung ist verblüffend gründlich, und in langen Nachhör-Sitzungen voller Misstrauen im Herzen und häufigen A-B-Vergleichen bin ich endlich auch mit dem Rest einverstanden.
Aber richtig zuverlässig ist die Software nicht. Selten aber immer wieder lässt sie einzelne Töne oder Akkorde wegbröseln. Und das geschieht nicht bei heiklen Sinuskurven – etwa bei Holzbläsern, die beim manuellen Musikschnitt per Tonband das größte Problem darstellen – sondern hauptsächlich bei Gesangsaufnahmen, hier wiederum fast nur bei Männerstimmen, vor allem in der Baritonlage.
Die Sache bleibt mysteriös. Die Restauration des arg zerkratzten Second-Hand-Schätzchens „Words And Music Of Noël Coward“ (auf dem Stars des Londoner West End einen erfrischend unklassischen Zugang zu den Songs ihres großen Kollegen finden) machte nur Probleme, wenn Kenneth Williams und Dickie Henderson sangen. Und auch dort nicht nach einem nachvollziehbaren Schlüssel.  
Da ich besonders häufig instrumentale Aufnahmen zu putzen habe, ist das aber auf jeden Fall eine große Erleichterung.

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Sprechen am Mikrofon – die Wahrheit

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Die schönsten Hörspiele, die ich kenne (29): „Jenseits von Eden“

16 tlg. Hörspiel nach dem Roman von John Steinbeck, NDR 2021 – Credits unter: https://www.ndr.de/kultur/radiokunst/Hoerspielserie-Jenseits-von-Eden,jenseitsvoneden110.html

„Ebenso wie es körperliche Abormalitäten gibt, können auch geistige und seelische Monster geboren werden. Wie ein Kind ohne Arme geboren werden kann, so mag auch eines ohne Güte oder Anlage zu Gewissen geboren werden. (…) Es lässt sich nicht leugnen, dass von Menscheneltern richtige Monster in die Welt gesetzt werden. Es sind Launen der Natur, kein Mensch trägt die Schuld daran. (…) Da sich jeder selbst für normal hält, muss einem Monstrum die Norm als monströs erscheinen. Einem ohne Gewissen geborenen Menschen muss ein von Seelenqualen gepeinigter Mensch lächerlich erscheinen.“

In den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts beginnt die Geschichte zweier amerikanischer Familien, die sich bis zur Zeit des Ersten Weltkriegs erstrecken wird. Während sich das Schicksal der Hamiltons an dem der Familie des Autors orientiert, der als Erzähler auftritt, durchleben die Trasks eine allegorische Fiktion, ausgehend von der biblischen Geschichte der Brüder Kain und Abel. Der Brudermord wird sich nicht in der darin beschriebenen Weise ereignen, durchweht die Handlung jedoch als böses Omen.

Wer Weltliteratur in ein Hörspiel überträgt, hat Glück, wenn er nicht unter Zeitdruck steht und tut gut daran, auch sonst am Wortlaut möglichst wenig zu verändern. „Jenseits von Eden“ nimmt sich 551 Minuten und beginnt als Lesung (wir hören Ulrich Noethen, der zuletzt auch als Figur auf der Szene erscheint), die sich mit dem Auftreten des Personals zu einem Ereignis weitet, das unseren kinematografischen Hörgewohnheiten angemessen ist. So kommt die Sprache des literarischen Autodidakten John Steinbeck (1902-68) und seines letzten großen Romans voll zur Entfaltung.

Wer sich dunkel an die berühmte Verfilmung von Elia Kazan erinnert (sie lief früher ab und an zur besten Sendezeit), muss bis zum Cliffhanger der 13. Folge dranbleiben, bis er bei den Erlebnissen des erwachsenen JamesDean-Charakters Caleb Trask ankommt. Irgendwann vorher fällt eher beiläufig der Satz: „Eine große, bleibende Erzählung muss von uns allen handeln.“ Das Hörspiel „Jenseits von Eden“ leistet genau das.

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Meckern im Mäusekino – Auflösung

betr.: Rätsel vom 25.12,2024

1. Marion verlässt Phoenix nicht, um sich mit ihrem Freund zu treffen. Die Unterschlagung des Geldes erfolgte spontan, und Marion kann sich keineswegs sicher sein, dass ihr Freund diese Tat billigen wird.

2. In Normans Sammlung ausgestopfter Tiere befindet sich kein einziger Geier.

3. Marion wird nicht am nächsten Morgen ermordet, sondern in der nämlichen Nacht.

4. Marions Liebhaber überwältigt Norman im Alleingang.

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Zwielichtige Würdigung

betr.: 100. Todestag von Rod Serling (gestern)

Medial geräuschlos verstrich der 100. Geburtstag des 50jährig verstorbenen Televisionärs (pardon!) Rod Serling.

Vor 5 Jahren wurde er in passender Unschärfe auf dem Buchmarkt gesichtet, als Held der Graphic Novel „The Twilight Man“. Sie ist ein für dieses Marktsegment typisches Produkt: ein Zeichner – in diesem Falle Koren Shadmi, kein sonderlich guter – sucht sich eine Persönlichkeit heraus, von der noch keine Comic-Biographie vorliegt, entscheidet sich für eine (in diesem Falle Rod Serling) und interessiert sich erst ab diesem Zeitpunkt überhaupt für sie. Zeichnerisches Erzählen liegt auch diesem Künstler nicht, und so wird einfach ein ausführliches Bilderbuch auf der Basis Internet-bekannter Informationen gemalt – ohne jeden Rhythmus, ohne irgendeinen persönlichen Blick auf das Thema, ohne narrative Finesse. Die meisten Zeichnungen lassen sich Fotos zuordnen, die man schon irgendwo gesehen hat (umso mehr als es hier um einen Mann geht, der für Film und Fernsehen gearbeitet hat).

In seinem Nachwort bestätigt Shadmi, wie präzise meine eben beschriebenen üblen Erfahrungswerte auch auf ihn und seine „grafische Erzählung“  zutreffen. Er gesteht, in seiner israelischen Heimat nur das Remake von Serlings wichtigster Arbeit, der Serie „The Twilight Zone“, gesehen und sich mit einem Kennenlernen des Originals auch nach seiner Ankunft in den USA nicht beeilt zu haben. Irgendwann wurde es eben ratsam, und dann geschah es mehr oder weniger gründlich. Für das vorliegende Buch wäre das gar nicht mal nötig gewesen, so wenig hat es inhaltlich zu sagen. Shadmis selbsterfundene anekdotische Zuspitzungen im Dialog sind so naheliegend und obligatorisch, dass man flennen möchte.

Wenn Rod Serling nach seinem Tode tatsächlich an einem solchen Ort „between science and superstition“ gelandet sein sollte, wird man ihm dieses schmachvolle Produkt inzwischen vorgelegt haben, um ihn zu ärgern. Vielleicht hat er aber dort inzwischen jenen Hader mit sich und der Welt überwunden, der ihn so früh ins Grab brachte, und lacht darüber. Es wäre ihm zu wünschen.  

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Meckern im Mäusekino: „Psycho“ (Variante 2)

betr.: 49. Todestag von Bernard Herrmann

Dass noch in einem Buch von 2008* über den Film „Psycho“ geredet wird, als könnte man ihn nicht jederzeit überall anschauen und als wäre er nicht schon vorher Teil von popkulturellem Kanon und Allgemeinbildung gewesen, lässt nur einen Schluss zu: der Verfasser verließ sich so blind auf sein Gedächtnis, dass er weder eine Überprüfung seiner Erinnerung noch ein Lektorat für nötig hielt. (Aus häufig gegebenem Anlass möchte ich dieses selbstbewusste Vorgehen die „Methode Karasek“ nennen.)
Diese Inhaltsangabe taugt immerhin zu einem Filmrätsel: welche vier Fehler leistet sich der folgende Text auf bescheidenster Fläche?

Auflösung folgt
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* „Die 101 einflussreichsten Personen, die es nie gab“ von Dan Karlan, Allan Lazar und Jeremy Slater („The Most Influential People Who Never Lived“, HarperCollins Publishers, LLC., 2006), deutsch: Bastei Lübbe 2008

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Der Film des Tages: „Robin And The 7 Hoods“

betr.: das Festtagsprogramm im Fernsehen – und seine Lücken

Das Repertoire der zuverlässig alle Jahre im Fernsehprogramm wiederkehrenden Filme und Kabinettstückchen hat sich hauptsächlich  in den 90er Jahren herausgebildet. Bis dahin waren die Programmplaner tatsächlich noch von der Idee geritten, zu diesem Anlass ein paar Überraschungen aus dem großen Sack der „Wiederholungen“ herauszuholen (das Wort galt als despektierlich – aber warum eigentlich?). Auch Loriots Familie-Hoppenstedt-Folge war nicht gleich nach ihrer Entstehung darin enthalten. Das Abschmelzen des rotierenden Spielfilm-Repertoires in den 2000ern folgte, und heute sehen (bzw. verpassen) wir Jahr für Jahr, was übrig geblieben ist.
Zu den Filmen, die ich hier vermisse, gehört z.B. das Filmmusical „Robin And The 7 Hoods“, der vierte, letzte und beste Kinostreich des Rat Pack um Frank Sinatra. Diese Prohibitionsklamotte kreist nicht um das Thema Weihnachten, doch sie endet so wie „Ocean’s Eleven“ begonnen hat: mit einer Weihnachtsszene. Seine Hauptdarsteller haben alle berühmte Weihnachtsalben aufgenommen, und in diesem Film ist sogar Bing Crosby mit von der Partie, der „Mr. White Christmas“ schlechthin. Außerdem sind amerikanische Technicolor-Komödien aus den 60er Jahren grundsätzlich durchweht von einer gewissen Festtagsstimmung – spätestens aus heutiger Sicht.

Auch die tröstliche Botschaft fehlt nicht. Im Finale singen die drei prominenten Weihnachtsmänner: „Don’t Be A Do-Badder“.

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„Mazurka der Generäle“ – ein Chanson

betr.: 29. Todestag von Effi Effinghausen

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Kein Scheißfilm, aber immerhin ein Kotz-Film

betr.: Rezension zur Unzeit

In den Film „Triangle Of Sadness“ habe ich seinerzeit keine Kinokarte (und vor allem: keinen freien Abend) investieren wollen – der zweiten Goldenen Palme für Regisseur Ruben Östlund zum Trotz. Das hatte drei Gründe. Zunächst konnte ich ja die TV-Ausstrahlung abwarten, die inzwischen stattgefunden hat. Zweitens hatte mir der letzte Palmen-Gewinner des gleichen Regisseurs gründlich missfallen („The Square“) und mir wieder einmal gezeigt, wie wenig ein sensationeller Erfolg wert ist, wenn seine Konkurrenz in den Augen des Feuilletons nur aus Franchises, Prequels, Sequels und einer Handvoll depressiver Arthaus-Filme besteht. Der dritte Grund meiner Zurückhaltung ist der wichtigste: mein persönliches Vorurteil, das ich aus der Lektüre der zahlreichen Lobeshymnen für „Triangle Of Sadness“ ableitete (ich kann mich nicht an eine einzige kritische Zeile erinnern). Dieses Vorurteil lautet: all die hier gefeierte Satire schmeckt billig, geradezu bigott. Die Reichen sind doof und böse. Und zwar alle, selbst die, die diesen Reichtum nur vorgeben. Das stimmt wahrscheinlich, aber gibt es irgendjemanden, der das noch nicht selbst gemerkt hat – inklusive jener, die ihren Reichtum nur vorgeben? Welcher der begeisterten Kritiker – bleiben wir der Einfachheit halber mal bei ihnen – wäre denn nicht oberflächlich und grausam, wenn es um hübsche Menschen geht, die bereit sind, mit ihm zu schlafen? Wer von ihnen würde denn um der Moral willen verzichten, wenn ihm Luxus und Gewese um die eigene Person gratis geboten würden? Wer greift denn nicht viel zu oft zu seinem Smartphone – außer in den Augenblicken, wo er sich darüber aufregt, das „wir“ das ja alle ständig tun? … Die Sozialkritik, die dieser Film für sich in Anspruch nimmt, besteht ausschließlich aus solchem geistig-moralischen Kleckerkram. Im Aufblasen von Alltagspathologien zur wagemutigen Entlarvung. Im erkenntnislosen Erregen von Neid und Schadenfreude.

Als ich den Film nun sah, hatten sich sämtliche Vorurteile blitzschnell bestätigt, aber ich kam gar nicht dazu, mich dazu zu verhalten. Allzu flott kamen die Gespenster zurück, die mich schon in „The Square“ heimgesucht hatten: eine fehlende Dramaturgie, ein faules Arbeiten bei der Figurenzeichnung (das ist das, was in Krimis „Profiling“ heißt und dort immer wahnsinnig wichtig genommen wird) und das Elend, dass alles zu lang dauert. Vor der nicht endenden Kotz-Orgie war ich schon gewarnt worden, aber anderes zieht noch weitaus länger hin. Traurig, das zu erwähnen, aber wegen dieser unhygienischen Passage beim Käpt’ns Dinner wird der Film ggf. in Erinnerung bleiben.

Zugegeben: „Triangle Of Sadness“ wollte ich im Gegensatz zu „The Square“ bis zum Ende anschauen. Das lag daran, dass einige Szenen wirklich Potenzial haben. Der Streit des jungen Paares im ersten Kapitel des Films ist wirklich gut geschrieben und hätte Freude gemacht, wären die Figuren nicht so durch und durch erbärmlich (was – man ahnt es – auf alle zutreffen wird, die uns noch begegnen werden). Der moralische Sieg der tüchtigen Putzfrau Abigail hätte mich getröstet zu Bett gehen lassen, wäre sie nicht Sekunden vor Ende des Films noch flott zur (möglichen) Killerin aufgebaut worden. Am traurigsten bin ich über das Scheitern der Pool-Szene mit der russischen Millionärsgattin und der Stewardess. Diese Szene ist makellos, wird aber durch das ihr Nachfolgende völlig sabotiert.
Die reiche alte Dame will sich als großzügiger Mensch fühlen und nötigt eine junge Frau aus dem Service dazu, sich zu sofort und ohne Widerrede zu ihr in den Pool zu setzen. Das Mädchen ist völlig überrumpelt und gänzlich hilflos. Das beim Betrachter angestrebte Unbehagen ist unerträglich und nimmt Haneke’sche Ausmaße an (oder – je nach Blickwinkel – die eines italienischen Horrorfilms). Das ist bis hierhin eine großartige Studie in selbstgefälliger Empathielosigkeit.
Leider geht zuletzt die komplette Mannschaft ins Wasser. Das ist nicht nur blödsinnig, es ist typisch Östlund. Auf diese Weise hat der faule Kerl wieder mindestens 25 Minuten Film rumgekriegt, die er sonst mit wohlüberlegtem Drehbuch-Material hätte füllen müssen.

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