geführt von Monty Arnold

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betr.: 10. Todestag von Konrad Halver

Das war eine Geburtstagskarte für den großen Hörspielmacher Konrad Halver. Wie sich das gehört, war Konrad zwar bis ins hohe Alter mit göttlichen Eingebungen gesegnet, aber zu schlecht organisiert, sie zu aufzuschreiben – und er wäre selbst im Falle der Notierung zu faul gewesen, sie auszuarbeiten. Immerhin über die erste Stufe dieses alten Fluchs hätte ihm das gemeinsame Geschenk von Marko Bachmann und mir hinweggeholfen (Marko hatte es ausgesucht, und ich habe die Karte gezeichnet), wenn er noch mehr Zeit gehabt hätte: ein Diktiergerät.
Die Kleidung des Geehrten verweist auf seine große Rolle als Winnetou des Mikrofons.
Wer diesen Blog gelegentlich besucht, wird schon bemerkt und gleich wieder vergessen haben, dass ich nicht alle Mätzchen der neuen „Recht“-Schreibung mitmache. (Es ist selbstverständlich ein Alptraum mit diesem reformierten Regelblödsinn, kein „Albtraum“!) Hin und wieder sehe ich mich sogar gezwungen, mich gegen die Autokorrektur meines Computers aufzulehnen.
Das folgende Fundstück – ein Auszug aus einer aktuellen Richtlinie für die Übersetzung von Comics, die mir im Rahmen eines Auftrags übergeben wurde -gibt mir in einem Punkt recht, der mir immer wieder einen kleinen Stich versetzt: „wie viel“ ist richtig, „wieviel“ ist unrichtig. Über diese Marotte habe ich mich schon in meiner weit zurückliegenden Schulzeit (Jahrzehnte vor der besagten Reform) immer wieder still und heimlich gegrämt. Ich hatte den unschönen Verdacht, dass sich meine Lehrer für die jeweils anderen Fächer persönlich überhaupt nicht interessierten. In den Textaufgaben des Mathematikunterrichts (Herr Keßler bezog die Heftchen mit den Aufgaben in Eigeninitiative aus dem fernen Itzehoe) wurde es konsequent so gemacht:
„Wieviel Äpfel behält der kleine Fritz zurück, wenn er jedem der vier Mitglieder seines Schachklubs vier klaut und auf dem Heimweg fünf davon aufißt, woraufhin er abends so schlimmes Bauchweh bekommt, daß ihn die Schachfreunde besuchen und ihm zum Trost jeder noch zwei Äpfel schenkt? – Nur Susi nicht, die ist nämlich nachtragend.“
Gleich zu Beginn des folgenden Dokuments werde ich aber schon wieder stutzig und rufe aus: „Also sowas!“
Zum Schluss freue ich mich dann wieder über die kecke Auflehnung gegen den Duden.
Lasst uns heute mal über Rechtschreibung streiten, Freunde, nicht über Politik!
Selbstverständlich erst, nach Feierabend …
8-2) Häufige Fehler
so was (nicht ‚sowas’)
zu Hause (nicht ‚zuhause’), aber: das Zuhause
nicht mal, erst mal, noch mal
„Leb wohl!“ – aber: jemandem Lebewohl sagen
wehtun (nicht ‚weh tun’)
etwas fertig machen (zu Ende bringen) aber jemanden fertigmachen
leidtun (nicht ‚leid tun’)
mithilfe (nicht ‚mit Hilfe’)
wie viel (nicht ‚wieviel’)
sogenannt (nicht ‚so genannt’)
mit ansehen (nicht ‚mitansehen’)
kennenlernen
infrage stellen
schiefgehen, schieflaufen
klarkommen, klarstellen
etwas draufhaben
Potenzial (nicht Potential)
Biografie (nicht Biographie)
Jr. (nicht ‚jr’ oder ‚Jr’ oder ‚JR’ und vor dem ‚Jr.’ wird auch kein Komma gesetzt)
Bespiele für Getrennt- oder Zusammenschreibung:
Es ist so weit. / Soweit ich weiß…
Ich werde sie so lange wie möglich aufhalten. / Solange ich lebe, werde ich sie aufhalten.
Du musst das noch fertig machen. / Du musst die Schurken fertigmachen.
Du sollst das nicht kaputt machen. / Du wirst dir deine Gesundheit noch kaputtmachen.
selbst gemacht / selbsterklärend
viel gepriesen / vielversprechend
genau so = und nicht irgendwie anders (Betonung liegt auf so)
genauso = in der gleichen Weise (meist folgt ein Adjektiv)
Vom Duden abweichende Schreibweisen:
Club (nicht Klub)
taff (nicht tough)
Co-Autor (nicht Koautor)
Mrs. und Ms. (nicht Mrs und Ms)
K.O. (nicht K. O., siehe auch Kapitel 9-3)
geführt von Monty Arnold

Eine phantastische Erzählung von Kenneth Robeson
Siehe dazu: https://blog.montyarnold.de/2021/10/06/19056/
Fortsetzung vom 18. November 2022
Sie orientierten sich nach dem Spalt im Eis und gingen zu einer Stelle, die sie sich eingeprägt hatten, als es noch einigermaßen hell gewesen war. Sie traten den Schnee auseinander und gruben mit den Händen. Nach einer Weile brachten sie einen Kasten zum Vorschein, den sie für den Notfall hier deponiert hatten. In dem Kasten befanden sich Kleider, Lebensmittel, ein Zelt, Waffen und ein zusammenklappbarer Schlitten. Das Zelt konnte wie ein Faltboot über den Schlitten gespannt werden und ergab so ein behelfsmäßiges Wassergefährt, mit dem sie Spalten im Eis überwinden konnten. Außerdem waren in dem Kasten ein Kompass und ein Sextant, der es ihnen ermöglichte, nach der Sonne oder nach den Sternen die Position zu errechnen. Der lebensnotwendigste Gegenstand aber war ein Kurzwellenfunkgerät, mit dem sie Hilfe herbeirufen konnten — vorausgesetzt, dass das Gerät funktionierte.
Sie waren eben damit beschäftigt, die Antenne aufzurichten, als das Flugzeug zurückkam. Es heulte niedrig über die hinweg und warf einen Fallschirm mit einer Lampe ab, die langsam und majestätisch niederschwebte und die gesamte Umgebung hell erleuchtete. Außerdem warf das Flugzeug etliche Bomben.
Ham und Long Tom ließen sich zu Boden fallen; die Gewehre, die sie aus dem Kasten genommen hatten, lagen abseits im Schnee. Sie bedauerten, dass sie sich nur um das Funkgerät und nicht um die Waffen gekümmert hatten.
Die Maschine landete auf dem Eis, und Civan schwang sich heraus und kam gemächlich näher. Er feixte wie über einen dreckigen Witz.
„Ich habe noch einmal über den guten Ruf der Savage-Gruppe nachgedacht“, sagte er. „Ich hab‘ mir gedacht, dass sie sich diesen Ruf irgendwie verdient haben muss. Deswegen sind wir wiedergekommen. Da hatten wir mal mächtig Glück, wie?“
Long Tom und Ham schwiegen. Sie wurden in das Flugzeug geladen und an Händen und Füßen gefesselt.
„Wir haben über Funk mit John Sunlight gesprochen“, teilte Civan leutselig mit. „Er hat gemeint, ich soll euch retten.“
Fifi jammerte wieder.
„Ich frage mich, ob ich Sie nicht erschießen und damit von Ihren Leiden erlösen soll …“, sagte Civan missgelaunt.
„Mir ist so kalt“, wimmerte Fifi. Schlau fügte sie hinzu: „Wenn Sie mich erschießen, kann ich Ihnen Savage nicht zeigen.“
Civan sah das ein. Porto Novyi hatte am Motor eine Unregelmäßigkeit festgestellt und machte sich daran, die Maschine zu überprüfen. Er stellte fest, dass es nur eine Kleinigkeit war, die aber doch einen Aufenthalt erzwang. Er kramte Werkzeug hervor und machte sich an die Arbeit.

Zum Tode von Hans Magnus Enzensberger
Ein Gedicht von Robert Gernhardt
nach einem Konzept von Ernst Jandl
Enzensbergers Exeget hechelt.
Enzensberger: „Geh her, Exeget!“
Enzensbergers Exeget fleht.
Enzensberger: „Nee, Exeget, nee!“
Enzensbergers Exeget kleckert.
Enzensberger: „Ekelerregend!“
Enzensbergers Exeget quengelt: „Elende Enzensberger-Exegetenschelte!“
Enzensberger: „Nervender Esel!“
Enzensbergers Exeget flennt.
Enzensberger: „Hehehe!“
geführt von Monty Arnold

betr.: Start der Filmreihe
Spätestens seit Kenneth Angers Hollywood Babylon II wissen wir, dass die meisten von Hollywoods klassischen Liebhabern schwul waren. Zum Thema eines Films wurde Homosexualität aber allenfalls als abschreckendes Beispiel, tragische Verirrung oder Gegenstand von Spott. Erst Mitte der 80er Jahre begann das Kino – besonders das europäische – wie selbstverständlich gleichgeschlechtliche Geschichten in den unterschiedlichsten heiteren und dramatischen Genres zu erzählen. In den 90ern drang das Setting schließlich in den Mainstream vor. Aus dieser Zeit wird in der Reihe Queer in the Nineties eine kleine Auswahl vorgestellt, die zu weiterer Erforschung des Repertoires ausdrücklich einlädt.
Eine Filmreihe des METROPOLIS Kino Hamburg in Zusammenarbeit mit der Queer Media Society in Kooperation mit der Aidshilfe Hamburg und dem Hamburg International Queer Film Festival, kuratiert von Monty Arnold und Karola Oswald.

The Celluloid Closet OmU
US 1995, Rob Epstein, Jeffrey Friedman, 102 min., 35mm
Susan Sarandon, Harvey Fierstein, Whoopi Goldberg, Tom Hanks, Gore Vidal und viele andere sprechen in dieser Chronik über homosexuelle Untertöne im zunächst sehr heterosexuellen Mainstream des Kinos. Der mit reichlich Filmausschnitten bebilderte Streifzug durch die Filmgeschichte von ihren Anfängen bis in die 90er basiert auf dem gleichnamigen Quellenwerk des früh verstorbenen Vito Russo.
Auftaktveranstaltung heute um 19.00
Gemeinsame Moderation: Monty Arnold, Manja Malz, Karola Oswald, Gast: Peter Clasen