Der Astronaut – Die Filmkritik

Ein Kollege von mir hat für den neuen Film mit Ryan Gosling die quirlige Einordnung gefunden: „eine Mischung aus ‚E. T.‘ und ‚Interstellar‘“. Das trifft es recht gut. Ich hätte vielleicht gesagt „eine Mischung aus ‚Lautlos im Weltraum‘, ‚Armageddon‘ und ‚Robinson Crusoe‘ mit Elementen aus dem Intro von ‚Planet der Affen‘“.
Ist da eigentlich auch irgendwas Neues drin? Mal kucken!

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Der Astronaut
Science-Fiction-Film von Phil Lord und Chris Miller

Ryland Grace (Ryan Gosling) erwacht in einem Raumschiff aus dem Transportkoma, Lichtjahre von der Erde entfernt. Nur langsam kehrt die Erinnerung zurück: seine Mission gilt der Bekämpfung der Astrophagen, einer mysteriösen Substanz, die Sonnen auslöscht und auch die unsere bedroht. Es geht um die Rettung der Welt – und des gesamten Weltalls drumherum. Grace, der eigentlich Mittelschullehrer und verfemter Molekularbiologe ist, wurde von einer ESA-Verantwortlichen (Sandra Hüller) zu dieser Rettungsaktion angehalten, nachdem die dafür vorgesehenen Astronauten bei einer Explosion umkamen und er der Nächstkompetenteste war. Seine beiden Begleiter im Raumschiff sind tot.
Unverhofft leistet Grace ein Außerirdischer Beistand, den er seinerseits bei der Rettung seiner Welt unterstützen kann …

Beginnen wir mit dem Autor der zugrundeliegenden Romanvorlage „Project Hail Mary“: Andrew Weir. Von ihm stammt auch der Roman „Der Marsianer“, den Ridley Scott vor gut zehn Jahren mit Matt Damon in der Hauptrolle verfilmte. Auch hier muss der Held fernab der Erde alleine die Stellung halten. Nach fünf Jahren darf er wieder nach Hause. Was diesen Film für mich persönlich beschädigte, war zweierlei: die Flapsigkeit, mit der man meinte, die dramatische Situation auflockern zu müssen, und die völlige Unterlassung, den Lauf der Zeit sichtbar zu machen. Die Leute, die auf der Erde jahrelang auf Matt Damon alias Mark Watney warten und seine Rettung organisieren, scheinen nicht einmal die Kleidung zu wechseln. Beides zusammen vermittelte mir das Gefühl, der Held habe nur ein verlängertes Wochenende auf dem Mars verbracht.
Ich erwähne das, weil der neue Andrew-Weir-Film von Phil Lord und Chris Miller es ähnlich anstellt.
In „Der Astronaut“ sorgen ein weitläufiges, dunkles, ungemütliches Set und grüblerische Videobotschaften für die nötige Weltuntergangsstimmung. Doch die so erzeugte Atmosphäre wird durch regelmäßige lustig gemeinte Einlagen wieder abgewürgt. Wohlgemerkt: nicht aufgelockert, sondern ruiniert.
Das gefühlt letzte Drittel des Films ist der Freundschaft des Astronauten Grace mit dem freundlichen, gesichtslosen Alien gewidmet, die sich zu einer rührseligen Buddy-Beziehung auswächst. Unendlich viel Zeit wird mit der Erklärung verplempert, wie die beiden lernen, zu kommunizieren. All diese Langatmigkeit vermittelt uns aber wiederum kein Gefühl dafür, wie viel Zeit tatsächlich vergeht. Wie schon der „Marsianer“ altert auch der „Astronaut“ nicht, was zu diesem Versäumnis beiträgt.
Ich bin sicher, die Amazon-Presseabteilung hat sich schon eine Reihe fusselbärtiger wissenschaftlicher Ausreden für derartige Einwände beiseitegelegt, aber was nützen mir die, wenn ich das Ergebnis im Kinosessel einfach nicht einleuchtend finde?

Und dann ist da noch Ryan Gosling. Er sitzt den Film ebenso mimikfrei aus wie er das fast immer tut. Als Lehrer ist er wahnsinnig knuffig. Den überforderten Auswechselspieler, der die komplizierte Raumschifftechnik in dieser überfrachteten Deko – siehe oben – allein in den Griff bekommt, nachdem die dafür zuständigen Fachleute umgekommen sind, glaube ich ihm noch weniger. Wie sehr die Macher des Films sich über die darstellerischen Grenzen ihres kostspieligen Stars im Klaren sind, lässt sich an Kleinigkeiten ablesen. Goslings Marotte, sich die Brille schepp unters Kinn zu hängen, ist ein krampfhafter Versuch, ihm irgendein persönliches Profil anzupimpen.
Sandra Hüller als großmütterlich-gestrenge Leiterin der Operation, die von der Erde aus die Daumen drückt, macht ihre Sache nicht schlecht. Doch die Marketing-Lorbeeren, die sie seit einigen Jahren wie eine Bugwelle vor sich herschiebt, lassen ihr Portrait etwas blass erscheinen. Vermutlich wird ihre Leistung, wenn man den Film in ein paar Jahren wiedersieht, ohne all den Bohei von „unserer Frau in Hollywood“ im Hinterkopf, mehr Freude machen. Unverändert bleiben wird aber auch dann der merkwürdige Eindruck, den ihre eigene Stimme in der deutschen Fassung macht. Zwischen den geölten Routinestimmen des übrigen Ensembles merkt man ihr den fehlenden Synchronalltag deutlich an – obwohl es längst nicht ihr erster derartiger Einsatz ist. Die Nachteile der heute üblichen Vorgehensweise, alle Stimmen getrennt aufzunehmen, wirken besonders verheerend in der Szene, als Hüller und Gosling sich auf dem Flugzeugträger vertraulich im Freien unterhalten. Sie stammeln völlig aneinander vorbei und tun das so gedämpft, dass sie einander an einem solchen Ort unmöglich akustisch verstehen könnten. Um nicht missverstanden zu werden: das ist keine besonders schlechte Synchronleistung, es ist einfach das, was wir üblicherweise in solchen Blockbuster-Produktionen erwarten dürfen.
Macht der Film auch etwas richtig? Die Rückblenden, die die allmähliche Verstrickung des leidenschaftlichen Lehrers Ryland Grace in das Unternehmen beschreiben, sind recht fesselnd erzählt, ebenso seine Vertraulichkeiten mit dem Gorilla, der ihn bewachen soll, und schließlich der Grund, warum er nach anfänglichem Zaudern doch ins All fliegt – den ich hier nicht spoilern will.
 
Lohnt das alles den langen Kinobesuch?
Manche Filme sind dazu da, leidenschaftslos gemocht und im Halbschlaf abgefeiert zu werden. Sowas muss es auch geben. Also wollen wir uns mit den Details trösten, mit denen man sich diese zweieinhalb Stunden schönreden kann. Es ist doch ganz süß, wie Gosling sich und sein Alien mit Rocky und Adrian vergleicht, dem Helden- und Liebespaar aus Stallones großem Boxerfilm, nicht wahr? Und es könnte doch spannend sein, sich später erklären zu lassen, warum der Held nicht altert, obwohl auch bei ihm im Raumschiff Jahre vergehen. Und außerdem ist Ryan Gosling doch als Ken so toll gewesen in diesem „Barbie“-Film … und in „La La Land“
Schon okay.

Aber eines lässt sich nicht krummbiegen: Die Rasse, die gerade ihren Planeten im Rekordtempo unbewohnbar macht – der Mensch persönlich -, wird in dieser Schmonzette doch allen Ernstes zu jener Gattung hochdekoriert, die nicht nur die Erde rettet, sondern gleich die gesamte Milchstraße. Das ist von einer Verlogenheit, die mir die eigene Brille von der Nase unters Kinn haut.

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High Anxiety

Dieser Tage wird „von einigen Bundesländern“ angemahnt, was in Australien bereits in ein Gesetz gegossen wurde: ein Verbot der sozialen Medien für unter 16jährige.
Im aktuellen „Spiegel“ wird aus Down Under berichtet, wie eine solche Regelung in der Praxis funktioniert, die dort seit Dezember in Kraft ist.
Der Scan, den die User durchführen müssen, um sich als über 16 zu erweisen, ließe sich „mithilfe älterer Geschwister“ austricksen, erzählt Teenager John (Name geändert). „Einer hat es mit einer Silikonmaske aus dem Scherzartikelladen geschafft.“
Psychologin Danielle Einstein, die an der Macquarie University Sydney forscht, findet, es sei zumindest notwendig gewesen, etwas in dieser Sache zu unternehmen: „Soziale Medien wirken auf Kinder, als wären sie pausenlos auf einer Party.“ Das führe zu dem sozialen Druck, immer an dieser Party teilnehmen zu müssen. Sie zitiert eine Studie, nach der 58% der jungen Leute angaben, ihr Selbstwertgefühl hänge von Kommentaren, Likes und Shares ab. Ohne diesen Zustand würden sie geduldiger sein und weniger traurig, vermutet Einstein.      
Ein Highschool-Schüler, der kurz vor dem Verbot 16 geworden ist, klingt geradezu enttäuscht, nicht betroffen zu sein: „Ich hätte gern gesehen, wie sich mein Leben verändert hätte.“ Die Accounts einfach  zu löschen, sei „leichter gesagt als getan“.                                                                                                                                                                                

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Schönheit und Stimme

betr.: 20. Todestag von Anna Moffo

Das erste Mal sah und hörte ich die große Opernsängerin Anna Moffo 1985 in einer ZDFOperettengala – im da und dort üblichen Vollplayback. Die Zeit solch einschlägiger Formate war da im Deutschen Fernsehen schon vorbei, und auch die große Opernsängerin war bereits „well past her prime“.

Anna Moffo mimt Lehár – ZDF 1985

Michael Blees, der die Diva zum 20. Todestag auf Ö1 würdigt, erzählt, was ihre Ehe mit Länge und Verlauf der Karriere zu tun hat: Der Filmregisseur „Mario Lanfranchi war Produzent der Schallplattenfirma RCA und beim italienischen Fernsehen. 1957 haben Anna Moffo und Mario Lanfranchi geheiratet. Bei der RAI hat Anna Moffo gleich in mehreren Opernverfilmungen mitgewirkt, und sie wurde – dank ihres Mannes – zum Star der RCA-Opernschallplattenproduktionen. Später allerdings, nach der Scheidung, hatte sich Anna Moffo auch beklagt, dass ihr Mann sie viel zu früh und viel zu schnell zu immer neuen Rollen verleitet hat. Nun, vielleicht mit ein Grund für die nicht allzu lange Karriere der Sängerin.“  
Wäre ihre Laufbahn länger gewesen, wenn sie auf Rollen verzichtet hätte, die auch dramatische Kraft erfordern, wie beispielsweise die „Butterfly“ oder die Nedda im „Bajazzo“? Auf jeden Fall ist die eigentliche Opernlaufbahn der Moffo in den mittleren 1970er Jahren zu Ende gegangen, und ihre Ankündigungen, in einem neuen Fach an frühere Triumphe anzuknüpfen, sind nicht wahr geworden. Sie ließ sich noch auf einige fragwürdige Film- und TV-Projekte ein und war – siehe oben – auch für ZDF-Shows erschwinglich.

In den mittleren 1950er Jahren hat die Welt-Karriere der in Pennsylvania geborenen Anna Moffo begonnen, und es waren nicht nur das außergewöhnliche Timbre der Sängerin und ihre in frühen Jahren bemerkenswerte Gesangstechnik, die die schnelle Entwicklung der Sängerin beflügelt haben, sondern auch ihr optisches Erscheinungsbild. Der Dirigent Eugene Ormandy soll einmal nach einem Gesangswettbewerb gesagt haben: „Ich konnte mir nicht vorstellen, dass jemand, der so schön ist, gut singen kann; also schloss ich die Augen, und Anna Moffo gewann allein dank ihrer Leistung.“

Sehr früh sang sie in Wien und Salzburg, an der Mailänder Scala und in Neapel, in Aix-en-Provence und Chicago. Ende der 50er Jahre hat sie an der New Yorker Metropolitan Opera debütiert, an der sie mehr als 200 Mal aufgetreten ist: in Rollen des Belcanto-Repertoires, als Verdi– und Mozart-Sängerin, aber auch als lyrische Mélisande in „Pelléas et Mélisande“ und in allen vier Frauenpartien in „Hoffmanns Erzählungen“. Ihre letzten Opern-Gesamtaufnahmen entstanden in den 70er Jahren.

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Tierhaargespräche

geführt von Monty Arnold

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Angebote an den Volksmund

Im Verkaufsfernsehen von Tele 5 habe ich heute morgen ein neues Wort aufgeschnappt, das zwar spontan einleuchtet, aber dann doch nicht funktioniert. Beim Anpreisen eines Verjüngungsproduktes (gegen Lach- und Stirnfalten und noch Schlimmeres) war von „Marionettenfalten“ die Rede. Das Wort „Merkel-Falten“ wurde gleich noch hinterhergeschickt, um eventuelle Irritationen glattzubügeln.
Die tiefen Falten, die ein reifes Gesicht ausbildet, um die Innenseiten seiner Hängebacken vom Rest zu trennen, sind mit „Marionettenfalten“ nicht hilfreich umschrieben. Nur gerontische Marionetten haben dieses Problem, also ein geringer Prozentsatz. Die markankten Mundwinkel-Vertiefungen, die hier beschworen werden, zeichnen eine andere Gattung aus: die Bauchredner-Puppe. Auch beim klassischen Nussknacker ist dieses Merkmal nicht zu vermeiden.
Einerseits ist der Volksmund immer fröhlich dabei, wenn er einen Tipp bekommt, wie sich unsere Muttersprache weiter verunstalten lässt, aber der erwähnte Ausdruck ist kein Anglizismus und somit ziemlich uncool.
Ich behalte die Sache im Auge.   

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Kultfilm Azubis: Strange New Worlds

Ronald M. Hahn, Mitautor des Buches „Kultfilme“, der literarischen Vorlage unserer ersten Staffel und damit dieses Podcasts, hat in einem kurzen Schriftwechsel angedeutet, es gäbe da einen recht neuen Film, der nach seiner Einschätzung das Zeug zum Kultfilm alter Definition gehabt hätte, wäre er nicht so spät herausgekommen – und gefloppt: „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“. Das ist für mich Grund genug, ihn heute in Augenschein zu nehmen. Ich tue das besonders gern, weil seine Vorlage, ein jugendfreier Comic für Erwachsene, für das Blockbuster–Kino sehr wichtig gewesen ist. Darüber spreche mit einem Fachmann für solche Synergien, der in diesem Podcast kein Unbekannter ist und mit dem ich schon einmal über „Valerian“ nachdachte, als wir bei Hella von Sinnen im Comic-Talk  zusammensaßen: Volker Robrahn. Danach beschäftigt uns ein noch durchgeknallterer Film, der seine Ursprünge in der Welt des Kinderbuchs hat.

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Valerian – Die Stadt der tausend Planeten / Valerian and the City of a Thousand Planets

Französisches Science-Fiction-Abenteuer von 2017

Im 28. Jahrhundert hat der junge Major Valerian Visionen vom Planeten Mül und erhält Signale von dort, obwohl diese paradiesische Welt längst untergegangen ist. Bald darauf werden er und seine Partnerin Laureline beauftragt, das letzte Exemplar einer Lebensform dieser Welt herbeizuschaffen, ein wundertätiges kleines Wesen. Es spielt auch in der diplomatischen Mission eine Rolle, auf die sie anschließend geschickt werden. Doch unmittelbar, bevor einen Fünf-Sterne-General eskortieren können, wird er entführt. Bei dem Versuch, ihn zu befreien, kommen Valerian und Laureline einer Verschwörung auf die Spur und werden in die angebliche Todeszone von Alpha verschlagen. Die entpuppt sich als geheime Schutzzone der Pearls, der Überlebenden von Mül.

Erst ein halbes Jahrhundert nach der Comic-Reihe „Valerian und Veronique“ kam Luc Bessons Verfilmung auf die Leinwand. Zu diesem Zeitpunkt hatten die berauschenden Bilder, Welten und Charaktere von Pierre Christin und Jean-Claude Mézières längst andere Filmemacher groß und reich gemacht. Als „teuerster europäischer Film aller Zeiten“ musste „Valerian“ beinahe zwangsläufig floppen. Zu einer Serie kam es nicht.

The 5,000 Fingers Of Dr. T
Amerikanisches Filmmusical von 1953, keine deutsche Fassung

Der kleine Bart wird von seiner ansonsten recht netten, alleinerziehenden Mutter zum Klavierunterricht gezwungen. So liefert sie ihn dem sadistischen Musikerzieher Dr. Terwilliker aus, der zwei Dinge aus tiefster Seele hasst: kleine Jungs und jedes andere Musikinstrument außer dem Klavier. Er bewirtschaftet ein Spukschloss, wo er eine gewaltige Tastatur aufgebaut hat. Hierhin entführt er Bart, um ihn mit 499 anderen armen Buben sein 5000-Finger-Konzert aufzuführen. Barts letzte Hoffnung ruht auf dem netten Schlossermeister Mr. Zabladowski, doch der will eigentlich nur seine Klempner-Arbeit machen …

Trotz eines berechtigten Musik-Oscars und seines berühmten Produzenten Stanley Kramer ist dieses amüsante Grusical nicht einmal Fachleuten mehr ein Begriff – immerhin einigen Künstlern. Jim Henson hat aus der Szene im Non-Piano-Players-Dungeon viel für seine „Muppet Show“ herausgeholt, der Stil von Terry Gilliam ist erkennbar inspiriert von diesem Original-Filmprojekt des in den USA bedeutenden Kinderbuch-Anarchisten Theodore Geisel alias Dr. Seuss. „Die Simpsons“ ehrten Dr. T., indem sie einen ihrer Bösewichte nach ihm benannten: Bob Terwilliker alias Tingeltangel-Bob. Der Soundtrack und die bemerkenswerten Songs stammen von der Kabarett-Legende Friedrich Hollaender, der bald darauf aus seinem Exil in die deutsche Heimat zurückkehrte.

Nächste Woche: Die Vögel und Spiegelbild im goldenen Auge

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Des Hallodris zweite Ehe

betr.: 118. Geburtstag von Rex Harrison

Rex Harrison war ungeheuer vielseitig, doch man tut ihm nicht unrecht, wenn man ihn als Charakterkomödianten bezeichnet. Selbst in seiner größten Filmrolle, die er auch auf der Bühne gespielt hat – dem misogynen Sprecherzieher Professor Higgins in „My Fair Lady“ –, wirkt er kultiviert und elegant: ein Mann, der sich zu benehmen weiß, wenn er unbedingt muss. Im persönlichen Umgang wurde er eher als ein Flegel beschrieben.

1943 heiratete Harrison seine zweite Frau, seine deutsche Kollegin Lilli Palmer, die nach der Flucht aus ihrer nationalsozialistischen Heimat in England bereits erste Kinoerfolge hatte feiern können. 1954 zogen sie gemeinsam nach Hollywood.
Als der Frauenschwarm Harrison seine Affäre mit der Schauspielerin Carole Landis beendete, brachte die sich 1948 mit Schlaftabletten um. Es waren Angriffe wie die, die „Sexy Rexy“ daraufhin in der Klatschpresse zu erleiden hatte, die ihn zum Umzug nach New York bewegten. Am Broadway räumten er und Palmer gemeinsam mit Stücken wie „Bell, Book And Candle“ ab. „The Fourposter“ („Das Himmelbett“) wurde mit ihnen verfilmt und lässt uns das Zusammenspiel des Paares heute noch nachvollziehen. Als Lilli Palmer für ihre Leistung in dieser Produktion 1953 auf der Biennale in Venedig ausgezeichnet wurde, war ihre Ehe bereits gescheitert, und sie kehrte bald darauf nach Deutschland zurück.

Harrison hatte seine Ex-Frau für Lilli Palmer verlassen, eine Jüngere. Als sie nun ihrerseits an der Reihe war, aus demselben Grund ausgewechselt zu werden, wusste sie schon bescheid, wie sie später gern erzählte.
Beider Karrieren setzten sich glanzvoll fort. Lilli Palmer drehte weiterhin in aller Welt und spielte zuletzt viel im Fernsehen. Ihr Auftritt als Iduna in der Operette „Feuerwerk“, wo sie 1954 „O mein Papa“ sag, dürfte ihr in der Heimat wichtigster Auftritt sein. Rex Harrison blieb der Bühne stets verbunden, obwohl er ein internationaler Filmstar war. Professor Higgins spielte er noch bis in die 80er Jahre.

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Sprechen am Mikrofon – Die Wahrheit

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Kult as Kult can

betr.: „Kultfilme – der Podcast“

Kult sei ein gutes Mittel, Schlechtes zu nobilitieren, lautet eine alte Kritikerweisheit. Zur Erinnerung: Kult war das, was das Publikum hin und wieder entfachte, ehe immerwährende Abrufbarkeit und ein mächtiger Algorithmus diesen und andere Ungehorsamkeiten auslöschten.
Der Filmjournalist Ronald M. Hahn aus Wuppertal hat mit seinem Buch „Kultfilme“ nicht nur den Kultfilm-Podcast angeregt, er hat auch aus dem Ruhestand einen Film genannt, der nach seiner Einschätzung heute Kult wäre, wenn’s sowas noch gäbe: „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten„. Obwohl ich die literarische Vorlage liebe, wäre ich da nie drauf gekommen. Doch dieser Hinweis ist Grund genug, den Film in der nächsten Folge zu würdigen. Ein Flop war er jedenfalls – vor allem nach heutigen Gesichtspunkten, wo ein SF-Abenteuer mit jugendlichem Heldenpaar gefälligst in Serie zu gehen hat – und erfüllt damit schonmal eine wichtige einschlägige Voraussetzung.
Heute haben übrigens gleich zwei amtliche Kultfilme Geburtstag: „King Kong und die weiße Frau“ von 1933 und „Stagecoach“ von 1939. Wir stehen fest: Kultiges muss gar nicht so übel sein!

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Tierhaargespräche

geführt von Monty Arnold

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