„Ich hätt‘ mir was zu Lesen einstecken sollen.“

betr.: 9. Todestag von Roger Moore

Lange Zeit war das Geburtsjahr des dritten und am häufigsten agierenden James-Bond-Darstellers Roger Moore ein Rätsel. Genannt wurden stets wahlweise 1927 und 1929, immerhin der Stichtag 14. Oktober blieb gleich.
Die Idee, einen so sehr vom Ur-Bond Sean Connery abweichenden Typen zum neuen 007 zu machen, galt lange Zeit als haarsträubend, das relativierte sich im Laufe seiner 12jährigen Amtszeit. Heute spielt solcherlei keine Rolle mehr, da sich das Publikum für so weit zurückliegende Affären nicht einmal dann interessiert, wenn sie an eine so beliebte Marke gebunden sind.
Zwei Dinge bleiben mir in Erinnerung: Roger Moore brauchte zwei laue Auftritte, bis er diese Figur wirklich im Griff hatte, sein dritter Auftritt „Der Spion, der mich liebte“ geriet dafür umso eindrucksvoller. Außerdem hat er meines Wissens nie herumgejammert, wie schrecklich es sei, eine so begehrte Rolle ergattert zu haben, was bei seinen Agenten-Kollegen quasi zum Grundrauschen gehörte.
Überhaupt war Moore – eigentlich zu schön für diesen Part – nie um einen flapsigen Spruch verlegen, wenn die Leute von der Presse hereinkamen.
Nachdem er zum neuen Bond gekürt war, musste er abnehmen. Dazu meinte er: „Ich glaube, ich habe mehr Gewicht beim Friseur verloren als durch meine Diät und die Gymnastik.“
Als weitere typische Moore-Interview-Antworten sind diese erhalten.
„Was würden Sie tun, wenn Sie plötzlich sparen müssten?“ – „Als erstes bekämen die Kinder nichts mehr zu essen.“
„Warum tragen Sie so gerne Krawatten?“ – „Sie verhindern, dass die Soße beim Essen direkt auf das Hemd spritzt.“
„Sind Sie abergläubisch?“ – „Ach nein, überhaupt nicht. Aber ich würde auf keinen Fall unter einer Leiter durchgehen oder Salz verschütten. Das hieße, die Vorsehung herauszufordern.“
Moore hielt sich schauspielerisch nicht für besonders talentiert und erging sich ständig in Understatements, die an die des Bond-Erfinders Ian Fleming erinnerten – allerdings ohne dessen Konjunktiv, es ja eigentlich viel besser zu können. Als der Reporter Erich Kocian ihn 1979 fragte, wie er all diese Sentenzen über sein minderes Spiel denn wirklich meine, antwortete er mit entwaffnendem Lächeln: „So wie ich es sage. I’m a shit.“
In der Branche hörte man sonst niemanden etwas Böses, Boshaftes oder auch nur Hämisches über Roger Moore sagen. Er schien keine Feinde zu haben, gerade so, als sei er tatsächlich der unkomplizierte,  fröhliche Kollege, den man sich beim Betrachten seiner Bond-Filme so vorstellt.

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Kultfilm Azubis: Reiches Mädchen trifft Mann aus dem Volke

Gegensätze ziehen sich an, aber was kommt danach? Von der tiefen Spalte zwischen den Milieus handeln die Filme unserer heutigen Präsentation. Die Mädels stehen in unserem heutigen Podcast gesellschaftlich weit über ihren Lovern, doch das macht es für beide nicht einfacher:

https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/bodyguard-du-lebst-noch-105-minuten

A) Bodyguard / The Bodyguard
Amerikanisches Liebesdrama von 1992

Der frühere Secret-Service-Agent Frank Farmer soll sich um die Schauspielerin und Sängerin Rachel Marron kümmern, die seit einiger Zeit Drohbriefe erhält. Der Diva  selbst erzählt man weder von den Briefen noch von Farmers neuer Rolle in ihrem flatterhaften Leben. Als er ihre Villa in eine Festung umbauen lässt und ihr ins Privatleben hineinredet, wehrt sie sich. Doch dass er sie „niemals aus den Augen lassen“ darf, führt beide bald in Versuchung …

„Bodyguard“ war ein gewaltiger Erfolg und blieb es nicht zuletzt wegen Whitney Houstons Song „I Will Always Love You“. In den 80er und 90er Jahren brachte das Drei-Oktaven-Stimmwunder weltweit mehr als 170 Millionen Tonträger unters Volk und gewann sechs Grammys. Was der Film am Thema Starruhm für die Teenager-Zielgruppe geglättet hat, rückte das Leben umso grausamer wieder zurecht. 2012 wird Houston tot in einer Badewanne des Beverly Hilton Hotel in Los Angeles aufgefunden. Da liegt ihre Blütezeit längst hinter ihr, außerdem alles, was sich für einen Rockstar gehört: Skandale, Drogen-Exzesse, Entziehungskuren, Comebacks und Comebackversuche.

B) Du lebst noch 105 Minuten / Sorry, Wrong Number
Amerikanischer Thriller von 1948

Die schwerreiche Leona Stevenson liegt im Bett und telefoniert. Sie macht sich Sorgen, wo ihr Mann bleibt, doch in seinem Büro ist immerzu besetzt. Durch einen Vermittlungsfehler belauscht sie das Telefonat zweier Männer, die sich offensichtlich für einen Mord verabreden. Entschlossen, ein gutes Werk zu tun, denn Mrs. Stevenson hält sich für einen außerordentlich guten Menschen, teilt sie ihr Erlebnis im folgenden Anruf einem Polizeibeamten mit. Sie wird in dieser Nacht noch viele Anrufe tätigen und erhalten – und in ihren Leben wird kein Stein auf dem anderen bleiben …

„Sorry, Wrong Number“ war in der Blütezeit des Radios ein erfolgreiches Hörspiel. Während die Originalbesetzung, die Schauspielerin Agnes Moorehead, auf boshafte Charaktere quasi festgelegt war, konnte die schöne, aber abgründige Barbara Stanwyck in Film die Ambivalenz ihrer Figur optimal herausarbeiten: das herrschsüchtige, vereinsamte Alpha-Weibchen, das in sich selbst den schlimmsten Feind gefunden hat. Neben einem illustren Ensemblespiel, das der junge Burt Lancaster anführt, hält der Film eine elegante Thriller-Atmosphäre, gruselige Anrufer, ein verfallenes Strandhaus im nächtlichen Staten Island und ein Finale breit, das die Konventionen Hollywoods missachtete.

Nächste Woche: Wer die Nachtigall stört und Capote

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Ein bibelfestes Schreckgespenst

Heute im Podcast:
Die aktuelle Filmkritik

https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/passenger

Passenger
Romantischer Horrorfilm von André Øvredal

Maddie lässt sich von ihrem Verlobten Tyler dazu überreden, ein Leben als unbeschwertes Freiheit-Abenteuer im eigenen Camper zu wagen. Von der Bewohnerin eines Camps werden sie gewarnt, nicht nachts zu fahren und wenn, dann um Himmels Willen niemals anzuhalten. Leider haben sie das bereits getan, als sie auf der Strecke Zeugen eines mysteriösen Unfalls wurden. Und es sieht ganz so aus, als wäre ein mordlustiger Dämon zugestiegen, der sie nun begleitet: der „Passenger“.

Der Film greift den popkulturellen Trend des romantisierten „Van Life“ auf und lässt das Versprechen von Freiheit und Unabhängigkeit in klaustrophobischen Horror umkippen. Jacob Scipio und Lou Llobell spielen ein Pärchen im Banne des Übernatürlichen und Melissa Leo ihre Mahnerin am Wegesrand.

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The Golden Years

Als ich  mit der Aufgabe des Gesichtslehrers an der Joop Van Den Ende Academy betraut wurde, meinte mein Direktor aufmunternd, ich sei ja kein Professor Unrath. Das freute mich (damals zehn Jahre jünger als Emil Jannings, als er diesen schrecklichen Pädagogen im Film verkörperte), und das Amt hat mir über all die Jahre, die dieser geile Laden existierte, große Freude gemacht.
Inzwischen sind 20 Jahre vergangen, und ich fühle tatsächlich eine erste tiefergehende Entfremdung von jungen Leuten – eine, die von außen kommt. Vereinzelt sind mir in den letzten Jahren Menschen um die 20 begegnet, auf die ich spontan sehr irritierend gewirkt habe, außerirdisch, vollkommen schräg.
Um nicht missverstanden zu werden: schon von meinen Mitschülern (also gleichaltrigen Kindern) trennte mich ein klaffender Mentalitätsunterschied. Seltsam fand man mich eigentlich immer, und ich habe die meiste Zeit damit zugebracht, an diesem Effekt zu arbeiten – durch Korrekturen einerseits und Entschlossenheit an anderer Stelle.
Doch was sich jetzt langsam aufmacht, hat eine neue Qualität. Zumal ich als männlicher Boomer weißer Hautfarbe dem kindlichen Blick ein ganzes Bündel von Angriffsflächen biete. Das Abenteuer beginnt.

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Alien zum Mitreisen gefunden

Unser aktueller Podcast beschäftigt sich mit:

https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/star-wars-the-mandalorian-and-grogu

Star Wars: The Mandalorian and Grogu
von Jon Favreau
mit Pedro Pascal, Sigourney Weaver, Jeremy Allen White

Das Dunkle Imperium ist gefallen und die imperialen Kriegsherren sind weiterhin über die Galaxis verstreut. Während die Neue Republik daran arbeitet, alles zu schützen, wofür die Rebellion gekämpft hat, sichern sie sich die Unterstützung des legendären mandalorianischen Kopfgeldjägers Din Djarin und seines jungen Lehrlings Grogu. Doch Mando hat Grund, an der moralischen Qualität seines Auftrags zu zweifeln – und wird in seinen Befürchtungen bestätigt … Als 13. Spielfilm der „Star-Wars“-Filmreihe von George Lucas zählt der Film nicht zur neunteiligen Skywalker-Saga, sondern ist eine Fortsetzung der Fernsehserien „The Mandalorian“ (seit 2019) und „Das Buch von Boba Fett“ (2021-22).

Monty Arnold und Torben Sterner sahen den Film vorab und besuchten die Pressekonferenz – siehe auch den Beitrag auf YouTube!

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Notes On A Podcast: „Stand By Me – Das Geheimnis eines Sommers“*

Im Sommer stand das Gras
Ich war in der Prärie
Ein Häuptling hoch zu Pferd
Ich fand mein Lager nie  
Die Großen hatten wohl
den Westen schon zerstört.

Jacques Brel: „Mon Enfance„

„Stand By Me – Das Geheimnis eines Sommers“ ist ein Lieblingsfilm für viele, die ihn kennen. Besonders für die Jungs. (Dass Stephen King ihn für die gelungenste Verfilmung eines seiner Bücher hält, hat gewiss auch damit zu tun, dass es hier kein Horrorstoff ist, der die Vorlage bildet.)
Mich lässt er bei aller Sympathie für seine Figuren und bei aller Anerkennung seiner Vorzüge eher kalt. Ich mag ihn, aber er berührt mich kaum. Eigentlich nur ein einziges Mal, und das kommt so spät (siehe unten), dass ich mir die Frage nicht verkneifen kann: Warum erst jetzt?
Ich glaube, der Film kann nichts dafür. Ich bin einfach nicht gemeint.

Die Melancholie, die ihn durchzieht, beruht ganz wesentlich auf der latenten Traurigkeit, den letzten Sommer der Kindheit und Jugend zu erleben, bevor der sprichwörtliche Ernst des Lebens beginnt.
Auch ich denke gern an die heißen Sommer in den endlosen Wiesen hinter dem elterlichen Grundstück zurück, an die riesig wirkenden blühenden Gräser und die vielen Insekten.
Aber es gab kein Baumhaus. Und auch eine Klicke, in der ich mich hätte geborgen fühlen können, hatte ich nicht. Wenn Kiefer Sutherland um die Ecke kam, musste ich allein mit ihm fertigwerden.
Ich war nicht nur Klassenclown, Klassensprecher und schlecht im Sport – alles obligatorisch für die Vertreter meines Berufes –, nein, ich war ein Außenseiter. Ich war der Außenseiter. Dass es später Modewörter wie „Bully“ oder „Mobbing“ dafür geben würde, wusste ja keiner.
So war es für mich keine unangenehme Vorstellung, dass all das irgendwann vorbei sein würde. Ich konnte das Ende dieser Lebensphase der Fremdbestimmung, der erzwungenen Wohngemeinschaft, des Ausharrens auf dem Dorfe nicht erwarten. Ich lechzte danach, endlich erwachsen zu werden und in die Stadt zu ziehen.
Als ich es endlich tun konnte, hatte ich – aller späteren Krisen zum Trotz – die schrecklichste Zeit meines Lebens tatsächlich hinter mir, und meine Dankbarkeit für diese Veränderung hat niemals aufgehört.

Verschworene Gemeinschaften wie in „Stand By Me“ kannte ich nur aus dem Fernsehen, wo man sie in zahlreichen Jugendfilmen und -Mehrteilern als einen bürgerlichen Mythos immer wieder vorgeführt bekam (ähnlich dem der Liebe zu Vater und Mutter oder dem Haustiermythos à la „Flipper“ oder „Skippy, das Buschkänguru“).
Insofern betrifft der Schlusssatz des Films auch eher die glücklicheren Buben in dieser und anderen Geschichten: „Ich hatte später niemals solche Freunde wie damals, als ich zwölf war. Aber, mein Gott – wer hat die schon?“
Die Stelle, die mir größere Rührung verursachte, ist jene unmittelbar davor. Da sagt der inzwischen erwachsene Erzähler über das weit zurückliegende letzte Abenteuer: „In der folgenden Zeit sahen wir Teddy und Vern immer weniger und weniger, bis sie schließlich nur noch zwei weitere Gesichter auf dem Schulhof waren. Manchmal ist das so im Leben: Freunde kommen und gehen wie Kellner in einem Restaurant.“
Diese Einschränkung war und ist ungewöhnlich. Sie ist bemerkenswert.
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* Der Podcast zu „Stand By Me – Das Geheimnis eines Sommers“ erscheint am 12. Juni.

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Die letzte Bilderflut

Zu meinem Bedauern lese ich, dass der Klebebildchenhersteller „Panini“ schweren Zeiten entgegensieht, weil ihm ein US-amerikanischer Nachahmer die Fußball-Rechte abspenstig gemacht hat, die den Löwenanteil des Gewinns einspielen. Auch für mich als lebenslanger Fußball-Muffel, bei dem Abziehbilder heute zu den wenigen Dingen gehören, die er nicht sammelt, hat dieser Firmenname einen melodischen Klang. Ich hatte in meiner Kindheit ein „Mainzelmännchen“-Sammelalbum, mein großer Bruder zur selben Zeit eines über „Bonanza“. Leider sind beide nicht erhalten. Was überlebt hat, ist das „Raumschiff Enterprise“-Album, das einzige, das ich tatsächlich vollständig beklebt habe.

In dem Artikel wird von den Maschinen berichtet, die in Modena die WM-Sticker für den Versand schneiden, sortieren und verpacken. Die Druckbögen sind meterbreit und beinhalten 200 Spielerfotos dicht an dicht. Natürlich müssen die fertigen Bilder gemischt werden, ehe sie in den Tütchen verschwinden, um die Sammler zu verwirren. Auch dafür gibt es wieder riesige Maschinen.
Captain Kirk hätte Bauklötze bestaunt, wenn er diesen Ort hätte besichtigen dürfen.

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„Beyond E.T.“

betr.: Eurovision Song Contest

„The Apple“ (deutsch: „Star Rock“, 1980) ist ein schrill-erotisches Science-Fiction-Rockmusical von Menahem Golan, das laut Wikipedia und Imdb 1994, laut der Dokumentation „Electric Boogaloo“ im Tel Aviv des Jahres 2025 spielt.
Welche Variante man auch wählt: ein paar seherische Skills kann man diesem Riesenflop von 1980 nicht absprechen: Das isrealische Bruder-Schwester-Duo Dandi und Pandi am „Worldvision Song Festival“ teil, derweil ein mächtiges Musikimperium die Massen kontrolliert.
Weder die Sex-Choreographien (ein Song hieß: „I’m Coming“) noch die literarische Vorlage (die Schöpfungsgeschichte) konnten dem Film helfen.
Im Premierenkino sind damals Schallplatten mit dem Soundtrack verteilt worden, die das empörte Publikum angeblich zornig gegen die Leinwand geschleudert hat. Einige sollen steckengeblieben sein …

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Kultfilm Azubis: Einer gegen alle

Themenschwerpunkt Ayn Rand (4/4)

Im heutigen Podcast sehen wir zwei einsamen Wölfen dabei zu, die sich gegen das System auflehnen. Der erste Film führt uns zurück in die idyllische Zeit, als es noch keine Shitstorms gab. Jemanden öffentlich zu vernichten, war noch richtig harte Arbeit!
Torben Sterner spielt zur Zeit Theater, deswegen bespreche ich das heutige Programm mit einer Kollegin, die hier schon zu Gast war: Franzi Blass.

https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/ein-mann-wie-sprengstoff-michael-clayton

Ein Mann wie Sprengstoff / The Fountainhead
Amerikanisches Drama von 1949

Mit seiner Vision einer radikal neuen Architektur bringt Howard Roark Fachwelt, Kundschaft und Öffentlichkeit gegen sich auf, während sein gefallsüchtiger Weggefährte Peter Keating mit seinen müden Konzepten Erfolg hat. Die Architekturkritikerin Dominique Francon – ebenso stur und kompromisslos wie Roark – schlägt sich auf seine Seite, als der Medientycoon Gail Wynand ihn öffentlich vernichten will. Roark und Francon halten zusammen, obwohl sie einander zu ähnlich sind, um als Paar zu funktionieren. Sie geben auch in dieser Sache nicht auf …

Dies ist ein Kultfilm aus dem Giftschrank, eine durchgeknallte Kuriosität – und ein ganz und gar einzigartiger Film. Aus den Filmographien seines Regisseurs King Vidor wie aus der seines Stars Gary Cooper ist er so gut wie gelöscht. Seine in Europa praktisch unbekannte Autorin, die Russin Ayn Rand, wird in den USA noch immer heiß diskutiert. Das Internet ist uns keine Hilfe, dort schreibt ein verbohrter Polemiker vom anderen ab, und keiner von ihnen macht den Eindruck, als habe er einen der beiden 1600-Seiten-Romane von Rand tatsächlich gelesen. Gleichwohl ist Nr. 2 “Atlas wirft die Welt ab” laut einer Umfrage von 1991 in den USA das meistgelesene Buch nach der Bibel.

Michael Clayton
Amerikanischer Thriller von 2007

Der hochbegabte Anwalt Michael Clayton versauert als Ausputzer in einer noblen New Yorker Anwaltskanzlei. Nun soll er sich er sich um seinen durchgedrehten Kollegen Edens kümmern: der droht, die kriminellen Machenschaften eine wichtigen Geschäftskunden öffentlich zu machen. Clayton tut sein Bestes, Edens wieder auf Linie zu bringen. Dabei kommt er ins Nachdenken über die moralische Qualität seines Tuns – und gilt unversehens als Sicherheitsrisiko, das aus dem Weg geräumt werden soll …

George Clooney ist häufig mit dem legendären Cary Grant verglichen worden, der trotz seines fabelhaften Aussehens ein fähiger Komödiant war. Einen seiner besten Auftritte hatte Clooney in diesem Drama, in dem sein charmanter Witz gar nicht angerufen wurde. Die kluge Figurenzeichnung erinnert an Sidney Lumet, die Geschichte des an sich netten Burschen, der es mit einem krakengleichen System aufnimmt, an James Stewart – aber mit mehr Sarkasmus. Autor und Regisseur Tony Gilroy hat mit seichter Ware wie der „Bourne“-Trilogie größere Furore gemacht, doch immerhin wurde “Michael Clayton“ für sieben Oscars nominiert. Tilda Swinton erhielt einen davon für ihre Schurkenrolle.

Nächste Woche: Bodyguard und Du lebst noch 105 Minuten

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Gütesiegel Auftrittsverbot

betr.: Abschied von Gert Thumser im BKA Theater

So kann’s gehen: ein zurückliegender Blog zu Gert Thumser führte dazu, dass ich an der Abschiedsfeier und -show teilnehmen und ihr somit auch aus Zuseher beiwohnen konnte. Gerds wichtigste Bühnenpartnerin Cora Frost hat ihn ausgerichtet und moderiert.
Biggy van Blond sagte auf der Bühne u.a. dies über das legendäre Duo:

Sie schufen surreale Highlights wie ihren Kurt–Weill-Abend. Darin spielte Gert als sehr großes Kleingeld einen von drei Groschen nach gleichnamiger Weill-Oper, die das Leben des Komponisten erzählten. Weills Erben ließen das Stück verbieten. Klar, dass die beiden auch beim TIPI-Allstars-Hit „Frau Luna“ nicht fehlten und dort als Venus und Mars brillierten. Nein, Gert war NICHT die Venus! (…) die Teufelsberger um Ades Zabel (…) rekrutierten ihn für ihre „Edgar Wallace“-Parodie „Croco Diabolo – Der Tod steckt in der Handtasche“. Als Fressmonster Blob folterte er in seinem Keller und kopulierte auf offener Bühne mit seiner Herrin Karin Hoene* – ein verstörender Auftritt, der den Kindern der „Croco“-Kostümbildnerinn, die diese leichtsinnigerweise zur Premiere mitgenommen hatte, schlaflose Nächte bescherte.

Der schönste Witz aufs Gerts Kosten, an den ich mich erinnere, wurde an diesem kugellustigen Abend leider nicht zitiert, daher will ich ihn nachreichen. Er stammt von Thomas Hermanns, Gerts Entdecker und Förderer: „Wenn du so weiterfutterst, kriegst du noch eine eigene Postleitzahl!“
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* Name der Kunstfigur

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